Atlantis zurück auf der Erde: So hat Claude Nicollier die Landung erlebt
Aktualisiert

Atlantis zurück auf der ErdeSo hat Claude Nicollier die Landung erlebt

Die Space-Shuttle-Ära hat mit der Landung der «Atlantis» ein Ende gefunden. An Bord jener Raumfähre war 1992 mit Claude Nicollier auch ein Schweizer. Er blickt mit Wehmut auf diese Zeit zurück.

von
daw/fum

Claude Nicollier hat Geschichte geschrieben: Als bisher einziger Schweizer hat er die Erdatmosphäre verlassen. Zum ersten Mal im Jahr 1992 an Bord der «Atlantis» – also jenes Space-Shuttles, das bei seiner gestrigen Landung eine Epoche zu Ende gehen liess. Nicollier liess sich das Ereignis natürlich nicht entgehen, er musste es sich allerdings im Spital ansehen und entschuldigt sich für die entsprechend kurz ausgefallenen Antworten im (schriftlich geführten) Interview.

Claude Nicollier, bedeutet die Landung der «Atlantis» auch für Sie das Ende einer Epoche?

Es ist das Ende eines bedeutsamen Abschnitts der bemannten Raumfahrt. Als unglaubliches Fluggerät war das Space-Shuttle seiner Zeit voraus.

Vor bald 20 Jahren umkreisten Sie in der Atlantis 136 mal die Erde. Welches sind ihre lebhaftesten Erinnerungen?

Meine persönliche Entdeckung des Weltalls war geprägt von wunderbaren Erlebnissen wie der Sicht auf die Erde, aber auch von schwierigen Momenten, zum Beispiel der Arbeit in der Schwerelosigkeit. In Erinnerung bleiben wird auch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten – nicht selbstverständlich bei einer solch komplexen Operation.

Warum sind bei den Weltraummissionen nicht mehr Schweizer beteiligt?

Es gibt in Europa nur sehr wenige Plätze für Astronauten. Es mangelt den Schweizern nicht an Talent, der «Markt» ist schlicht zu klein. Der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gehören 19 Staaten an, sie stellen gerade mal 14 Astronauten. Die grossen Länder haben dabei bedeutsamere Kontingente, derzeit sind zum Beispiel nicht weniger als vier italienische Raumfahrer beteiligt.

Werden die Astronauten bald ganz «aussterben»?

Astronauten wird es immer geben, da bin ich mir sicher.

Welches sind ihre Zukunftsprojekte?

Ich möchte mein Wissen und meine Begeisterung für den Weltraum weitergeben. Weitere Projekte werden folgen.

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