Nach Italien-Debüt: So hat sich das Leben von FCZ-Talent Gnonto auf einen Schlag verändert
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Nach Italien-DebütSo hat sich das Leben von FCZ-Talent Gnonto auf einen Schlag verändert

Wilfried Gnonto hat gegen Deutschland bei seinem Italien-Debüt überzeugt. Gegen Ungarn spielte der 18-Jährige erstmals durch. Nun spricht sein Vater. 

von
Adrian Hunziker

Gnonto mit dem Assist gegen Deutschland. 

SRF

Darum gehts

Die italienische Presse war voller Lob: «Ein Märchen von Gnonto, dem 18-Jährigen mit seinem Debüt und einer Vorlage für Pellegrini.» Oder: «Was für ein Debüt von Gnonto!» Oder: «Debüt mit Vorlage von Gnonto!» Ja, es war eine starke Leistung, die der 18-jährige Spieler des FC Zürich gegen Deutschland gezeigt hatte. Wilfried «Willy» Gnonto hatte im Nations-League-Spiel gerade mal 25 Minuten auf dem Platz gestanden und dabei eine gute Premiere abgeliefert. Halb Europa jagt das FCZ-Supertalent seither. Trainer Roberto Mancini bedankte sich, indem er den 18-Jährigen drei Tage später beim 2:1-Sieg gegen Ungarn von Beginn weg brachte und über die ganzen 90 Minuten spielen liess. 

Die internationalen Begehren machen FCZ-Präsident Ancillo Canepa bisher nicht nervös. Auf Anfrage von 20 Minuten sagte er: «Wenn Willy die Chance bekommen sollte, zu einem europäischen Topverein zu wechseln, wären wir vielleicht gesprächsbereit. Aber ich betone: Topverein.» Und bei der Präsentation des neuen FCZ-Trainers Franco Foda ergänzte Canepa: «Mit Willy sieht es sehr gut aus, ich bin überglücklich, dass er in Italien eingesetzt wurde. Es gibt eine Hysterie, wir bleiben gelassen. Willy hat einen Vertrag beim FCZ. Wir sind seit einigen Wochen mit ihm im Gespräch, auch eine Vertragsverlängerung steht im Raum. Wir werden sehen, was da passiert.»

Geht es nach Gnontos Vater, steht ein anderer Club ganz weit vorne: «Er ist ein Inter-Fan und träumt davon, zu den Nerazzurri zurückzukehren. Als er ging, tat es ihm sehr leid», sagte Boris Noel, Gast bei der Sendung «Un Giorno da Pecora» im Rai Radio 1. Von Inter Mailands Jugendabteilung hatte Gnonto vor einem Jahr ablösefrei zum FCZ gewechselt und besitzt da noch ein Jahr Vertrag. 

Messi als grosses Idol

Zu Gnontos Debüt sagte sein Vater: «In nur wenigen Tagen hat sich unser Leben verändert.» Sie seien alle glücklich darüber, was er geleistet habe und sie hofften, dass es so weiterginge, so Noel. Er sprach weiter aus dem Nähkästchen, so enthüllte er auch das Vorbild seines Sohnes: Lionel Messi. «Er ist verrückt nach ihm. So sehr, dass er letzte Woche eine Stunde vor der argentinischen Umkleidekabine stand, um sich ein Autogramm zu holen.» Italien hatte im Londoner Wembley gegen Argentinien die Finalissima 0:3 verloren, Gnonto hatte nicht im Aufgebot gestanden. 

Gnonto wird es aktuell auch neben dem Fussballplatz nicht langweilig, er ist dran, seine Matura zu absolvieren. Sein Vater musste ihm die Bücher fürs Studium zur Nationalmannschaft mitbringen. Gnonto habe zum Vater gesagt: «Bring sie mir. Ich weiss, dass ich hier noch längere Zeit bleiben werde.» Damit wird «Willy» wohl recht behalten, speziell, wenn er weiter auf diesem hohen Niveau Fussball spielt. Dann geht das Gnonto-Märchen noch lange weiter und Canepa muss sich wohl bald einem Topverein beugen.

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