Weggesperrt: So hausen Kinder-Einwanderer in den USA
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WeggesperrtSo hausen Kinder-Einwanderer in den USA

Die Zahl Minderjähriger, die ohne erwachsene Begleitung illegal in die USA einwandern, nimmt alarmierende Ausmasse an. Geleakte Bilder zeigen, wie sie untergebracht werden.

von
kmo
«Das ist nicht Syrien, das ist nicht die Ukraine. Das ist Amerika  eingewänderte Flüchtlingskinder werden unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht», twitterte Valentina Lisitsa.

«Das ist nicht Syrien, das ist nicht die Ukraine. Das ist Amerika eingewänderte Flüchtlingskinder werden unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht», twitterte Valentina Lisitsa.

120 unbegleitete Kinder wandern im Schnitt täglich in die USA ein – und ihre Anzahl dürfte noch ansteigen. Mit Bestürzung hatte US-Präsident Barack Obama am Montag auf diese Zahl reagiert. Jetzt zeigen Fotos der US-Zeitung «Breitbart», unter welchen Bedingungen diese Minderjährigen von den völlig überforderten US-Behörden untergebracht werden.

Die meisten unbegleiteten Kinder werden ins Aufnahmezentrum auf der Lackland Air Force Base (1200 Kinder) in Texas gebracht. Als Alternative steht ab nächster Woche dasjenige in der Marinebasis Ventura County im kalifornischen Oxnard (Kapazität für 600 Kinder) zur Verfügung. Dabei handelt es sich sowohl um Unterkünfte für Soldaten als auch um riesige Hallen.

Dort bleiben die Kinder für rund 35 Tage. In dieser Zeit suchen die Behörden nach Verwandten der Kinder in den USA, wo sie medizinische und schulische Unterstützung erhalten und bis zum definitiven Entscheid über ihren Aufenthaltsstatus leben sollen.

2013: 38'000

2014: 90'000

2015: 142'000 Kinder

Das Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten (Homeland Security) geht davon aus, dass im Jahr 2014 bis zu 90'000 unbegleitete Minderjährige illegal in die USA einwandern werden. Das sind 20'000 mehr als in in einer früheren Schätzung und mehr als doppelt so viele wie die 38'833 Minderjährigen, die im Jahr 2013 einwanderten. Fürs kommende Jahr rechnen die Behörden laut «Mother Jones» gar mit 142'000 unbegleiteten Kindern.

Die meisten dieser Kinder kommen aus Zentralamerika – vor allem aus Guatemala, Honduras oder El Salvador – oder aus Mexiko, manche auch aus Sri Lanka oder Tansania. Viele geben an, dass sie vor der Gewalt auf der Strasse oder in ihrem Zuhause geflüchtet sind. Andere wollen einfach mit ihren in die USA ausgewanderten Eltern zusammenleben.

Kritik an der Regierung Obama nimmt zu

Angesichts der dramatisch ansteigenden Zahl von Migranten kommt die US-Regierung zunehmend unter Druck. Das neue Einwanderungsgesetz von Präsident Obama habe zu dieser Welle geführt, kritisieren seine politischen Gegner. Im Fokus steht ein Passus des neuen Gesetzes, demzufolge Kinder nicht einfach zurückgeschafft werden können.

Die Regierung weist die Vorwürfe zurück und sieht in der schlechten Sicherheits- und Wirtschaftslage der Herkunftsländer sowie im Wunsch, mit den bereits in die USA ausgewanderten Eltern zusammenzuleben, den Grund für den Anstieg der Migration. Ausserdem kursiere in den Heimatländern der Kinder das Gerücht, dass Minderjährige automatisch eine Aufenthaltsbewilligung bekämen.

Obama hat das Ministerium für Innere Sicherheit und den Katastrophenschutz dazu aufgefordert, ein Spezialteam zusammenzustellen, das sich um die Lösung des Problems kümmert. Die Kosten für die Unterstützung der Kinder werden auf rund 2,28 Milliarden Dollar geschätzt.

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