Hochspannung in Spanien und Frankreich - So irre ist der Meisterschafts-Schlussspurt in ganz Europa
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Hochspannung in Spanien und FrankreichSo irre ist der Meisterschafts-Schlussspurt in ganz Europa

Während in der Schweiz die Young Boys schon längst als Champion feststehen, läuft in einigen Top-Ligen der Meisterkampf gerade auf Hochtouren. Wir werfen einen Blick auf die heissen Titelrennen Europas.

von
Florian Gnägi
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Was für ein Titel-Drama in Spanien! Neben Barça und Atlético haben auch noch Real Madrid und der FC Sevilla intakte Chancen auf die Meisterschaft.

Was für ein Titel-Drama in Spanien! Neben Barça und Atlético haben auch noch Real Madrid und der FC Sevilla intakte Chancen auf die Meisterschaft.

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In Frankreich läuft derweil alles auf einen ultra-spannenden Titel-Krimi im Fernduell zwischen Lille und PSG hinaus.

In Frankreich läuft derweil alles auf einen ultra-spannenden Titel-Krimi im Fernduell zwischen Lille und PSG hinaus.

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Bereits die Korken knallen lassen konnten am vergangenen Sonntag die Fans von Inter Mailand. Die Nerazzuri durchbrechen die Dominanz von Juventus Turin in Italien und holen sich frühzeitig den Scudetto.

Bereits die Korken knallen lassen konnten am vergangenen Sonntag die Fans von Inter Mailand. Die Nerazzuri durchbrechen die Dominanz von Juventus Turin in Italien und holen sich frühzeitig den Scudetto.

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Darum gehts

  • Unterschiedliche Ausgangslagen im Endspurt Europas Top-Ligen.

  • Seit letztem Sonntag ist Inter Mailand italienischer Meister.

  • Manchester City und Bayern München dürfte der Titel nicht mehr zu nehmen sein.

  • In Frankreich und Spanien elektrisiert ein monumentaler Titel-Kampf die Fans.

Welcher Schweizer Fussball-Fan erinnert sich nicht daran? Iulian Filipescu schiesst den FC Zürich 2006 im St. Jakob-Park in der 93. Minute zum langersehnten Meistertitel. 2008 und 2010 ist es dann der FC Basel, der sich jeweils im letzten Spiel der Saison gegen YB die begehrte Trophäe sichert. Seither wurden solche epischen Titelrennen in der Super League zur Mangelware. Nach der letzten «Finalissima» 2010 holte sich der FCB sieben weitere Male meist eher ungefährdet den Titel, seit 2018 zieht YB einsam die Kreise an der Spitze des Schweizer Clubfussballs und wurde auch 2021 Meister. 

Ganz anders sieht es zurzeit in einigen Top-Ligen Europas aus. Wir schauen uns die Ausgangslagen an!

Spanien – geht Atlético die Puste aus?

Hochspannung in der spanischen La Liga: Da der FC Sevilla am Montagabend gegen Bilbao 0:1 verlor, liegen vier Runden vor Schluss nur noch drei Teams innert zwei Punkten. Atlético Madrid dominierte die Liga über weite Strecken und hatte Anfang Februar sogar noch zehn Punkte Vorsprung auf die Verfolger. Nun scheint den Colchoneros aber ein wenig die Puste auszugehen. Vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag beim FC Barcelona trennt Atlético und die Konkurrenz nur noch zwei Zähler. Real hat neben einiger heiklen Aufgaben in der Liga gegen Sevilla, Bilbao oder Villareal auch noch die Doppelbelastung mit der Champions League zu bewältigen, in der die Königlichen am Mittwoch bei Chelsea zum Halbfinal-Rückspiel antreten.

Frankreich – scheitert die Startruppe aus Paris?

Ganz ungewohnt kommt für den Fussballfan momentan die Tabelle in der französischen Ligue 1 daher. Dominierte Paris Saint-Germain seit dem Einstieg der katarischen Investoren die Liga fast nach Belieben, erlebt Frankreichs Fussball in dieser Saison nach längerer Zeit wieder einen echten Meisterkampf. Ähnlich wie in Spanien konnten sich über weite Strecken gleich mehrere Clubs eine ernsthafte Chance auf den Titelgewinn ausrechnen. Nach der 2:3-Niederlage gegen Olympique Lyon am Sonntag, dürfte sich zumindest für die AS Monaco der Traum von Rang Eins erledigt haben. Die Monegassen waren 2017 das vorerst letzte Team gewesen, das die Pariser Vorherrschaft unterbrochen hatte, als sie mit späteren Weltstars wie Kylian Mbappé oder Bernardo Silva an die Spitze der Ligue 1 stürmten.

In dieser Spielzeit zeichnet sich nun vor den letzten drei Partien ein Zweikampf zwischen dem aktuellen Leader Lille und PSG ab. Während die Star-Truppe aus der Hauptstadt jedoch noch in der Champions-League und im Cupfinal engagiert ist, können sich die Nordfranzosen (zurzeit ein Punkt Vorsprung auf PSG) voll auf die Jagd nach dem ersten Meistertitel seit 2011 fokussieren. War vor zehn Jahren noch ein gewisser Eden Hazard der Protagonist bei Lille, liegen die Hoffnungen heute auch auf den Schultern von Türkei-Knipser Burak Yilmaz.

Italien – Inter Mailand darf sich freuen

Seit dem 1:1 von Atalanta Bergamo bei Sassuolo am vergangenen Sonntag ist in Italien alles klar: Erstmals seit 2011 heisst der Meister in der Serie A nicht Juventus Turin, sondern Inter Mailand. Die Nerazzuri holen sich mit dem früheren Juve-Trainer Antonio Conte nach einer überragenden Rückrunde ihren 19. Scudetto und beenden damit die Ära der Turiner Dominanz zumindest vorläufig. Zu Beginn der Saison hatte noch Inters Lokalrivale, die AC Milan den Eindruck erweckt, ein ernsthafter Titelkandidat zu sein. Die Mannschaft um Enfant terrible Zlatan Ibrahimovic konnte die Leistungen aus dem Herbst jedoch nicht ganz in den Frühling konservieren und muss nun in einem dafür umso spannenderen Kampf um die Champions-League-Plätze zumindest die Rückkehr in die Königsklasse bewerkstelligen.

Deutschland – nur eine Frage der Zeit

In der Bundesliga ist die Messe im Meisterrennen zumindest rein rechnerisch noch nicht gelesen. Es bedürfte allerdings eines epochalen Fussballwunders, damit der FC Bayern nicht auch in dieser Saison wieder die Meisterschale in die Höhe stemmen kann. Die Münchner stehen unmittelbar vor dem Gewinn der neunten deutschen Meisterschaft in Serie und können bereits am kommenden Samstag mit einem Sieg im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach alles klar machen. Obwohl der Triple-Sieger der Vorsaison in dieser Spielzeit mit einigen internen Problemen wie dem öffentlich ausgetragenen Machtkampf zwischen Sportvorstand Hasan Salihamidzic und dem scheidenden Trainer Hansi Flick zu kämpfen hatte, konnte letztlich auch heuer keine Mannschaft ernsthaft ins Titelrennen eingreifen. Am ärgsten bedrängt wurde Bayern in dieser Saison noch von RB Leipzig, doch das Team des künftigen Münchner Übungsleiters Julian Nagelsmann musste nach der 0:1-Niederlage im Direktduell die Träume auf Rang Eins in der Bundesliga begraben.

England – City steht vor dem Triumph

In der als am kompetitivsten geltenden Liga der Welt ist die Ausgangslage ähnlich wie in Deutschland. Längst ist klar, dass Manchester City Meister wird, die Frage ist bloss noch wann. Die erste Möglichkeit wäre am Wochenende gewesen. Weil aber Manchester United gegen Liverpool wegen Fan-Protesten abgesagt wurde, muss City noch ein wenig warten.

Die Skyblues dominieren die Premier League fast nach Belieben und können mit einem Heimsieg am kommenden Wochenende gegen Chelsea den Sack frühzeitig zumachen. Das Team von Pep Guardiola könnte nach dem Gewinn des Ligacups und dem anstehenden Triumph in der Liga sogar noch das Triple schaffen. Schliesslich winkt nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel der Champions League gegen PSG sogar der erstmalige Titel in der Königsklasse.

Rest der Welt – Ben Khalifa ist Meister, was ist mit Drmic?

Während sich in den Niederlanden Ajax Amsterdam am letzten Wochenende bereits frühzeitig den Titel mit einem komfortablen Vorsprung auf die PSV Eindhoven (mit Yvon Mvogo) sichern konnte, scheint in Portugal alles auf eine Meisterschaft von Sporting Lissabon herauszulaufen. Die Hauptstädter liegen vier Runden vor Schluss sechs Punkte vor dem FC Porto und zehn vor Benfica Lissabon mit Haris Seferovic. Während Seferovic zumindest den Titel als Torschützenkönig feiern könnte, dürfte sein Nationalmannschaftskollege Noah Okafor auch auf Vereinsebene gleich mehrere Trophäen in die Höhe stemmen. RB Salzburg holte sich nicht nur am vergangenen Sonntag den österreichischen Cup, sondern liegt mit sechs Punkten Vorsprung bei noch vier ausstehenden Partien auch in der Liga auf Titelkurs.

Ebenso freuen darf sich Nassim Ben Khalifa. Der Schweizer U-17-Weltmeister spielt in Tunesien für Espérance Tunis. Und dieses Wochenende wurde er mit seinem Team tunesischer Meister. Ex-Nati-Star Eren Derdiyok kickt derweil in Usbekistan für Paxtakor Taschkent. Die usbekische Meisterschaft hat erst begonnen, doch nach fünf Spielen steht Taschkent auf Rang Eins ohne Verlustpunkte. Josip Drmic ist von Norwich City an HNK Rijeka ausgeliehen. Meister werden kann Drmic mit seinem Club nicht mehr. In der HNL steht Rijeka auf Rang 4. An der Spitze steht Dinamo Zagreb mit Mario Gavranovic. Cedric Itten wird derweil gleich in seiner ersten Saison mit den Glasgow Rangers schottischer Meister!

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