Super League: So ist es prominenten Rückkehrern ergangen
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Super LeagueSo ist es prominenten Rückkehrern ergangen

Einige schlugen ein, andere enttäuschten. Fünf Geschichten von Schweizer Nationalspielern, die wie Valentin Stocker und Fabian Frei heimkehrten.

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kai
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Valentin Stocker (Hertha Berlin): Nach einer überragenden Saison und dem Titelgewinn mit dem FCB wagte der Flügel im Sommer 2014 nach sieben Jahren in der ersten Mannschaft den Schritt in die Bundesliga. Als Hoffnungsträger gekommen, wurde er in Berlin nie zu einer prägenden Figur. Nachdem er im Herbst 2017 nur 49 Minuten Einsatzzeit erhalten hatte, entschied er sich im Januar 2018 zu einer Rückkehr nach Basel.

Valentin Stocker (Hertha Berlin): Nach einer überragenden Saison und dem Titelgewinn mit dem FCB wagte der Flügel im Sommer 2014 nach sieben Jahren in der ersten Mannschaft den Schritt in die Bundesliga. Als Hoffnungsträger gekommen, wurde er in Berlin nie zu einer prägenden Figur. Nachdem er im Herbst 2017 nur 49 Minuten Einsatzzeit erhalten hatte, entschied er sich im Januar 2018 zu einer Rückkehr nach Basel.

AP/Michael Sohn
Fabian Frei (Mainz): Zweieinhalb Jahre verbrachte der Ostschweizer in der Bundesliga, in 62 Pflichtspielen schoss er ein Tor – in seinem vielleicht letzten Bundesligaspiel. Kurz vor Weihnachten 2017 verkündete der FC Basel die Verpflichtung des Mittelfeldspielers. Es war bereits Freis zweite Rückkehr zum FCB, nachdem er von 2009 bis 2011 an St. Gallen ausgeliehen worden war.

Fabian Frei (Mainz): Zweieinhalb Jahre verbrachte der Ostschweizer in der Bundesliga, in 62 Pflichtspielen schoss er ein Tor – in seinem vielleicht letzten Bundesligaspiel. Kurz vor Weihnachten 2017 verkündete der FC Basel die Verpflichtung des Mittelfeldspielers. Es war bereits Freis zweite Rückkehr zum FCB, nachdem er von 2009 bis 2011 an St. Gallen ausgeliehen worden war.

Thomas Frey
Alex Frei (Rennes, Dortmund): Der heutige FCB-Verwaltungsrat war 24 Jahre alt, als er seine Zelte bei Servette abbrach und sich Rennes anschloss. Nach sechs Jahren und über den Umweg via Dortmund zog es den Baselbieter in die Heimat zurück. Den FCB kostete die Frei-Rückkehr 2009 die stolze Ablösesumme von über 4 Millionen Franken. Frei brillierte beim Serienmeister, wurde unter anderem zweimal Torschützenkönig. Im April 2013 trat er zurück, um den Posten als Sportchef bei Luzern anzunehmen.

Alex Frei (Rennes, Dortmund): Der heutige FCB-Verwaltungsrat war 24 Jahre alt, als er seine Zelte bei Servette abbrach und sich Rennes anschloss. Nach sechs Jahren und über den Umweg via Dortmund zog es den Baselbieter in die Heimat zurück. Den FCB kostete die Frei-Rückkehr 2009 die stolze Ablösesumme von über 4 Millionen Franken. Frei brillierte beim Serienmeister, wurde unter anderem zweimal Torschützenkönig. Im April 2013 trat er zurück, um den Posten als Sportchef bei Luzern anzunehmen.

AP/Michel Spingler

Innerhalb von zweieinhalb Wochen hat der FC Basel gleich zwei verlorene Söhne zurückgeholt. Da ist Valentin Stocker, der bei Hertha Berlin nicht mehr erwünscht war und einen Ausweg suchte. Und da ist Fabian Frei, der seinem Herzen folgte und Mainz auch im Wissen verlassen hat, mit 29 noch ein paar gute Jahre vor sich zu haben – was im Übrigen auch für Stocker (28) gilt.

Stocker und Frei sind die vorerst letzten in der Reihe prominenter Schweizer Rückkehrer, die im Ausland gespielt haben und in der Heimat noch einmal für Furore sorgen wollen. Ihre Vorgänger tragen Namen wie Chapuisat, Yakin, Streller, Frei, Senderos, Vogel, Degen, Wicky oder Magnin (siehe Bildstrecke), deren Geschichten unterschiedlich endeten. Fünf Beispiele.

Stéphane Chapuisat: Tore überall

Ottmar Hitzfeld machte sich im Sommer 1991 für die Verpflichtung des Stürmers stark, den Felix Magath erst ein halbes Jahr zuvor von Lausanne nach Uerdingen geholt hatte. Chapuisat folgte dem Ruf aus Dortmund und verliess den Bundesliga-Absteiger. Beim BVB wurde er dank seiner Tore schnell zum Publikumsliebling, seine erfolgreiche Zeit gipfelte in zwei Meistertiteln (1995, 96) und dem Gewinn der Champions League 1997.

Nach 106 Toren – nur vier Ausländer haben bis heute in der Bundesliga öfter getroffen – verabschiedete sich Chappi im Sommer 1999, GC hatte erfolgreich um ihn geworben. Bei den Zürchern skorte er munter weiter, führte sie 2001 als Torschützenkönig zum Titel. Auch später bei YB avancierte er zum produktivsten Goalgetter der Liga (2004). Als er Bern 2005 verliess, beendete er nicht etwa seine Karriere, sondern kehrte zu Lausanne zurück – in die Challenge League. Und was tat er dort? Natürlich, er schoss Tore, 16 in 32 Spielen. Dann war Schluss.

Alex Frei: Rechnung beglichen

An der Karriereplanung des besten Schweizer Länderspieltorschützen (84 Spiele, 42 Tore) gibts nichts auszusetzen. Weil er sich in jungen Jahren in Basel nicht durchsetzen konnte und gehen musste, machte er einen Schritt zurück zu Thun in die zweithöchste Liga, ehe er via Luzern und Servette zu Rennes fand. Seine Qualitäten im Abschluss brachten ihm schliesslich ein Engagement bei Dortmund ein.

Obwohl er auf der Höhe seines Schaffens war und ihn die BVB-Verantwortlichen um Geschäftsführer Watzke – er pflegte eine besondere Beziehung zu Frei – umzustimmen versuchten, war die Bindung zur alten Liebe stärker. Der Basler verliess Deutschland 2009 nach drei Saisons, denn: Er habe sich geschworen, «eines Tages zurückzukommen, um beim FCB zu beweisen, dass ich ein besserer Fussballer bin, als man damals in mir gesehen hat».

Den Beweis blieb er nicht schuldig. Mit ihm startete Basel jene Titelserie, die bis heute anhält. Zweimal wurde Frei Torschützenkönig, ehe er im Frühling 2013 seinen Rücktritt verkündete und im April quasi den fliegenden Wechsel hinter den Schreibtisch vollzog. Als Sportchef beim FC Luzern.

Ludovic Magnin: Zu hohe Ansprüche

Er kam im Winter 2010 als Hoffnungsträger, als einer, der die Schwermut aus der Garderobe des strauchelnden FCZ vertreiben sollte. Nach fast neun Jahren in der Bundesliga mit je einem Meistertitel mit Bremen und Stuttgart hoffte Präsident Ancillo Canepa, dass der ehrgeizige und hochemotionale Romand zur Kultfigur werden und den bald abtretenden Hannu Tihinen als Teamleader ersetzen würde.

Obwohl er die Führungsqualitäten zweifellos mitbrachte, musste sich Magnin im August 2012, als er zurücktrat, eingestehen, dass die Erwarungshaltung «zu gross» gewesen war. Sportlich hatte er die Zürcher nicht weitergebracht, stattdessen fand er sich bald auf der Bank wieder, weil ihm der aufstrebende Ricardo Rodriguez den Rang ablief, ehe er zu Wolfsburg ging. Zudem streikte Magnins Körper immer öfter, weshalb er ein Jahr vor Vertragsende kapitulierte.

Philippe Senderos: Bei GC durchgefallen

Mit 18 holte ihn Arsenal von Servette, er blieb lange. Es gab durchaus gute Phasen in London, doch zum unumstrittenen Stammspieler reichte es dem langjährigen Nati-Verteidiger nicht. Zwischenzeitlich lieh ihn Arsène Wenger an die AC Milan und an Everton aus, oft kam Senderos nicht zum Einsatz. 2010 unterschrieb er bei Fulham, und als man wieder einmal glaubte, nun lasse sich für ihn kein ausländischer Arbeitnehmer mehr finden, verpflichtete ihn Valencia, und dann Aston Villa. Stets ablösefrei.

Im Winter 2016 erhoffte sich GC, die Abwehr mit dem Routinier stabilisieren zu können. Es sollte sich als Fehleinschätzung erweisen. Senderos wirkte oft überfordert, musste die Zürcher nach nur einem halben Jahr verlassen. Umso erstaunlicher war, dass die Glasgow Rangers seine Dienste erwarben. Nach nur vier Einsätzen endete aber auch dieses Gastspiel. Dennoch ist die Karriere des 32-Jährigen noch nicht vorbei. Senderos' neuster Arbeitgeber heisst Houston Dynamo.

Hakan Yakin: Nur in der Heimat herausragend

Hakan Yakin und das Ausland, das war alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Vielmehr war es eine Kaskade von Missverständnissen. Im Sommer 2003 schmierte ihm PSG Honig ums Maul, wollte den brillanten Regisseur als Ersatz für Weltmeister Ronaldinho holen. Yakin verliess Basel, doch in Paris sollte er nie spielen. Der Trainer bemängelte seine physische Verfassung, dazu kam ein Leistenbruch, der beim Medizincheck unerkannt geblieben war. Als sich Yakin der nötigen Operation unterzog, löste PSG den Vertrag auf.

Basel nahm ihn zurück, ein halbes Jahr später heuerte er bei Stuttgart an. Trainer Felix Magath wollte ihn. Unter Nachfolger Matthias Sammer wurde der Schweizer vom hoffnungsvollen Zuzug mit Teileinsätzen zum Akteur dritter Wahl degradiert. Auch später bei Galatasaray schaffte er den Durchbruch nicht, also kehrte er 2005 heim, seine Wahl fiel auf YB. In Bern fand er den Tritt wieder. Nach seiner herausragenden dritten Saison mit 24 Toren, die ihn zum besten Super-League-Goalgetter machten, stürzte er sich aber in ein neues Abenteuer.

In Katar bei Al-Gharafa überkam Yakin bald einmal die Langeweile, und weil sein Berater im Winter mit anderen Clubs verhandelte, fiel er bei den Scheichs in Ungnade. Luzern übernahm ihn schliesslich im Sommer 2009. Er blühte noch einmal auf, baute dann aber zunehmend ab und löste seinen Vertrag überraschend per 31. Dezember 2011 auf. Warum? Weil ihm Challenge-League-Club Bellinzona eine Offerte unterbreitete, die über seine Zeit als aktiver Spieler hinausging.

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