Milan demütigt Barça: «So ist Fussball, italienischer Fussball»
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Milan demütigt Barça«So ist Fussball, italienischer Fussball»

Die Barça-Profis sind nach dem 0:2 bei Milan bedient. Gerard Piqué macht keinen Hehl daraus, dass er kein Freund vom italienischen Fussball ist – und hofft auf Revanche im Rückspiel.

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Der Schock sitzt tief bei Barça. Nach dem Spiel waren die Katalanen rundum bedient und sprachen von einer «Lehrstunde des Catenaccio». Besonders Gerard Piqué war der Frust und auch die Wut über das 0:2 im CL-Achtelfinal-Hinspiel gegen die AC Milan anzumerken. Es schien, als hätte der Innenverteidiger am liebsten im Anschluss an die 90 Minuten im San Siro nochmals deren 90 drangehängt, um das Ganze zu korrigieren.

Piqué war stinksauer, verzweifelt und aufgebracht nach dem Abpfiff, als er sich vor das Mikrofon stellte: «Wir sind der FC Barcelona und müssen das schaffen.» Der Innenverteidiger hat keinen Zweifel daran, dass seine Mannschaft das Zeug dazu hat, das Weiterkommen im Rückspiel noch zu schaffen.

Hat der Tabellenführer der Primera División das Hinspiel in Mailand etwa auf die leichte Schulter genommen? Vielleicht. Denn die Barça-Profis sind durch das Band unzufrieden mit ihrem Auftritt. «Wir kennen die Geschichte von Milan. Daher gibt es keine Entschuldigungen. Nicht aufgrund der Schiedsrichter-Leistung, nicht aufgrund des Terrains, nichts», gab Piqué im Interview mit «Canal Plus» zu verstehen.

«Negatives Resultat», «Fehler»

Mit dem Unparteiischen hatten die Barça-Spieler in der 57. Minute zu hadern, als Kevin-Prince Boateng die Italiener nach einem Handspiel im Strafraum in Führung brachte. «Eine Gelbe Karte für das Protestieren? Für mich war es eine klare Sache, anscheinend hat der Schiedsrichter das nicht gesehen. Das Ergebnis ist zu deutlich, aber so ist der Fussball, italienischer Fussball. Heute haben wir eine Lehrstunde des Catenaccio erhalten», so Piqué.

Viel Diskussionsstoff gab es auch zur berühmten Offensive der «blaugrana» um Superstar Lionel Messi, welche in dieser Saison vorher in 39 Partien nur einmal ohne Torerfolg blieb. Ideenlos und leicht durchschaubar präsentierten sich Messi, Iniesta und Co. Letzterer sprach nach der Überraschung in Mailand von einem «negativen Resultat» und einem «Fehler» von ihm und seinen Teamkollegen.

«Die Jungs haben diesen Sieg verdient»

Milans Fussballlehrer Massimiliano Allegri war besonders stolz darauf, dass er der weltbesten Offensive ein Bein stellen konnte. «Keine einzige Torchance gegen Barcelona zuzulassen, ist nicht leicht. Die Jungs haben diesen Sieg verdient, am Ende hätten wir sogar noch das 3:0 erzielen können, denn der Gegner war nach dem 2:0 geschockt», so der zufriedene Coach.

Allegri, der im Vorfeld Tipps von Milan-Patron Silvio Berlusconi gekriegt hatte («Mein Vorschlag ist eine Manndeckung für Lionel Messi»), wurde von seinen Spielern nach dem taktischen Meisterwerk gegen die wohl derzeit beste Mannschaft in den höchsten Tönen gelobt. «Allegri war mit Sicherheit der Beste auf dem Platz», scherzte Torschütze Sulley Muntari nach dem Sieg. «Messi ist extrem flink, hatte jedoch keinen Platz, weil immer zwei Spieler bei ihm waren.» Ob dies den Italienern ein zweites Mal gelingt?

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