Tiere in Esswaren - So kämpfen Supermärkte gegen Monster-Spinnen bei Bananen

Publiziert

Tiere in EsswarenSo kämpfen Supermärkte gegen Monster-Spinnen bei Bananen

Eine Gift-Spinne in der Bananenkiste hat einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Immer wieder landen lebendige Tiere im Einkaufskorb. Darum gibt es strenge Kontrollen bei Importware.

von
Barbara Scherer
1 / 8
Diese Bananenspinne löste in einem deutschen Supermarkt einen Feuerwehreinsatz aus.

Diese Bananenspinne löste in einem deutschen Supermarkt einen Feuerwehreinsatz aus.

Feuerwehr Krefeld
Immer wieder werden Tiere in Esswaren gefunden. So  fand ein News-Scout letztes Jahr einen Frosch im Coop-Salat.

Immer wieder werden Tiere in Esswaren gefunden. So  fand ein News-Scout letztes Jahr einen Frosch im Coop-Salat.

News-Scout
Anfang 2021 entdeckte ein News-Scout diese haarige Spinne im Coop-Einkauf.

Anfang 2021 entdeckte ein News-Scout diese haarige Spinne im Coop-Einkauf.

News-Scout

Darum gehts

  • Immer wieder verstecken sich Spinnen, Frösche und ähnliches Getier in Früchten und Gemüse der Detailhändler.

  • Obwohl Importware mehrmals kontrolliert wird.

  • Wird ein Tier frühzeitig entdeckt, wird eine geeignete Platzierung dafür gesucht.

Spinnen, Frösche und Geckos: Immer wieder schleichen sich tierische Passagiere in Gemüse und Früchten ein. Dabei verstecken sich besonders in exotischem Obst ungewöhnliche Tierchen. So gelangte etwa eine giftige Spinne in einen deutschen Supermarkt und löste einen Feuerwehreinsatz aus.

Das Tier befand sich in einer Bananenkiste und konnte als Riesenkrabbenspinne identifiziert werden. Diese ist giftig, aber nicht tödlich. Weil die Spinnenart Bananen-Plantagen bewohnt, ist sie auch als Bananenspinne bekannt. Das Tier wurde einem Tierrettungsdienst übergeben.

Auch in der Schweiz landen immer wieder tierische blinde Passagiere über exotische Früchte und Gemüse im Einkaufskorb (siehe Bildergalerie oben). Schliesslich wurden letztes Jahr über 598’000 Tonnen Früchte und  etwa 370’000 Tonnen Gemüse in die Schweiz importiert.

Bananen werden mehrmals kontrolliert

Besonders häufig importiert werden Bananen: Über 100’000 Tonnen waren es 2021, wie aktuelle Zahlen des Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit  zeigen. «Im Vergleich zur Menge gelangt aber sehr selten ein Tier bis in den Supermarkt», sagt Christian Sohm, Direktor von Swisscofel, dem Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels.

Konkrete Zahlen dazu gebe es aber nicht. Allerdings beginne die Schädlingsbekämpfung bereits im Ursprungsland. So werden etwa Bananen nach der Ernte gewaschen. Bei der Ankunft in Europa gibt es stichprobenartige Kontrollen in den Häfen.

«Dort werden nicht nur Tiere entdeckt, sondern auch illegale Substanzen, die versteckt worden sind», so Sohm. In der Schweiz kontrollieren dann die Händler und Verteilzentren die Ware erneut. Werden die Produkte umgepackt, sinkt die Wahrscheinlichkeit stark, dass tierische Passagiere bis in den Laden gelangen.

«Aber eine absolute Sicherheit gibt es nie», sagt Sohm. Wenn ein Tierchen im Essen bleibt, sei es aber wahrscheinlicher, dass dieses tot ist. Denn die Strapazen der langen Reise überleben nur wenige.

Migros und Coop machen strenge Kontrollen

Migros bestätigt, dass solche Fälle sehr selten vorkommen. Früchte und Gemüse prüft die Detailhändlerin bereits bei der Warenannahme nach strengen Qualitätskriterien. Auch Coop setzte auf engmaschige Kontrollen, wie es auf Anfrage heisst. 

So lässt Coop Bananen in der sogenannten Bananenreiferei in Kaiseraugst  für den Verkauf fertig ausreifen. Dort erfolgen weitere Kontrollen, bei denen mögliche Schädlinge entdeckt werden können. Darum komme es äusserst selten vor, dass Tierchen im Einkaufwagen landen.

Lebendige Tiere werden platziert

Werden lebendige Tiere in Containern oder Esswaren an der Schweizer Grenze gefunden, werden diese zum grenztierärztlichen Dienst GTD gebracht. Dieser sucht dann zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV eine geeignete Platzierung, zum Beispiel in einem Zoo. Vor der Pandemie gab es jährlich acht bis zehn solcher Fälle, laut GTD. Der Grossteil der Tiere wurde in Frachtsendungen gefunden und ein Drittel im Reiseverkehr. Während der Corona-Krise sei die Zahl der Fälle um rund die Hälfte zurückgegangen. Eine offizielle Statistik dazu werde aber nicht geführt.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

30 Kommentare