Aktualisiert 05.06.2014 11:23

Dankbare Flutopfer

So kamen die St. Galler Hilfsgüter ins Krisengebiet

Die Ostschweizerinnen Elizabeta Simic und Azra Bahtic sind von ihren Hilfsaktionen für die Flutopfer in Serbien und Bosnien zurück.

von
aki
Nach der Spendenaktion: Elizabeta Simic (25) aus Flawil war in Serbien und übergab die Sachspenden an ihre Bedürftigen Landsleute.

Nach der Spendenaktion: Elizabeta Simic (25) aus Flawil war in Serbien und übergab die Sachspenden an ihre Bedürftigen Landsleute.

Die Bilder aus den Flutregionen Serbiens und Bosniens sind vielen noch gegenwärtig. Die Bosnierin Azra Bahtic (22) aus Wittenbach und die Serbin Elizabeta Simic (25) aus Flawil haben für die Opfer der Flutkatastrophe gesammelt. Über acht Tonnen Ware und über 4000 Franken kamen zusammen.

Jetzt waren die beiden Freundinnen in ihren Heimatorten und verteilten die Hilfsgüter an Bedürftige. «Sonntag vor einer Woche kam mein Onkel mit einem Kleinbus aus Petrovac Na Mlavi, um einen Teil der Hilfsgüter abzuholen. Ich reiste einige Tage später nach», sagt Simic.

Lebensmittel wurden einfach weggenommen

Bis an den kroatischen Grenzübergang sei alles reibungslos verlaufen. An der Grenze zu Serbien habe man den Onkel über drei Stunden warten lassen, bevor man ihn sich vorknöpfte. «Die Zöllner wollten, dass mein Onkel direkt zum serbischen Roten Kreuz nach Belgrad fährt und die Sachen dort abgibt», erzählt sie.

Glücklicherweise, so die 25-Jährige, habe man vom serbischen Konsulat in der Schweiz Papiere erhalten, auf denen ausdrücklich Petrovac Na Mlavi als Bestimmungsort ausgewiesen war. Dennoch sei der Onkel aufgefordert worden, alle Hilfsgüter aus dem Wagen zu räumen, erzählt sie weiter. Die Beamten hätten sämtliche Nahrungsmittel konfisziert. Den grossen Rest – Kleider, Schuhe, Kindersachen und Hygieneartikel – habe er aber mitnehmen können.

Vom Roten Kreuz in Petrovac Na Mlawi erhielten Simic und ihr Onkel eine Liste mit besonders bedürftigen Landsleuten. «Vor Ort haben dann alle geholfen, die Ware zu verteilen», erzählt Simic. Der emotionalste Moment sei gewesen, als sie Spielsachen in ein Behindertenheim brachte. «Immer wieder sagten mir die Menschen, sie wüssten nicht, wie sie allen Spendern danken könnten.»

Weitere Lieferung geplant

Ähnlich erging es Azra Bahtic in Bosnien. Auch sie und ihre Begleiter mussten zunächst lange am Zoll warten, bevor man sie mit allen Gütern weiterfahren liess. «Die Zustände vor Ort waren chaotisch», erählt Bahtic. Sie hätten Hilfspakete geschnürt und diese den Bedürftigen persönlich vorbeigebracht. «Die Leute haben das sehr geschätzt und waren sehr dankbar», erzählt die 22-Jährige.

Ein kleiner Teil der Hilfsgüter befindet sich noch in Flawil. Simic und Bahtic wollen diese Waren noch diesen Sommer im Krisengebiet verteilen. «Da die Transportkosten sehr hoch sind, sind wir aber auf weitere Unterstützung angewiesen», sagt Elizabeta Simic.

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