Beitrag zur Nachhaltigkeit - So kann dein Haar bei einer Ölkatastrophe im Ozean helfen
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Nützliche Haarabfälle So kann dein Haar bei einer Ölkatastrophe im Ozean helfen

Coiffeursalons können mit Haarabfällen etwas zu einer nachhaltigeren Welt beitragen. Aus abgeschnittenen Haaren werden Strumpfwürste erstellt, welche ausgelaufenes Erdöl im Meer wie ein Schwamm aufsaugen können.

von
Shila Ochsner
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Françoise Meier schickt die anfallenden Haarabfälle nach Frankreich zum Verein Coiffeurs Justes, der die Haare nutzt, um Verschmutzungen durch ausgelaufenes Erdöl in Gewässer zu mindern.  

Françoise Meier schickt die anfallenden Haarabfälle nach Frankreich zum Verein Coiffeurs Justes, der die Haare nutzt, um Verschmutzungen durch ausgelaufenes Erdöl in Gewässer zu mindern.

20 Minuten/ Françoise Meier
Mit «Sac à Cheveux» werden die Haare gesammelt. 

Mit «Sac à Cheveux» werden die Haare gesammelt.

Instagram/bebeautygmbh
Alle Haarabfälle, die in Coiffeursalons anfallen, können gesammelt und eingeschickt werden. (Symbolbild)

Alle Haarabfälle, die in Coiffeursalons anfallen, können gesammelt und eingeschickt werden. (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Coiffeuse Françoise Meier setzt sich für Nachhaltigkeit ein, indem sie ihre Haarabfälle aus dem Salon sammelt und spendet.

  • Die Organisation Coiffeurs Juste macht aus den Haarresten und alten Strümpfen eine Art Wurst, die gegen ausgelaufenes Öl eingesetzt werden.

Wenn man es zum ersten Mal hört, wirkt es absurd. Haare können bei einer Ölpest im Ozean dazu beitragen, die Verschmutzung einzudämmen. Ein Kilo Haar kann rund acht Liter Öl aufsaugen. Der Verein Coiffeures Justes aus Frankreich sammelt zentral Haarreste von Coiffeursalons. Diese werden in alte Stützstrümpfe gestopft und so zu einer Art Wurst verarbeitet. Diese Würste werden dann bei Ölkatastrophen im Meer eingesetzt, um ausgelaufenes Öl zu binden.

Auf einfache Weise etwas Gutes tun

Von dieser Methode hat auch eine Mitarbeiterin des Coiffeur-und Beautysalon «Be Beauty GmbH» in Oberbüren SG erfahren, als sie im TV einen Beitrag bei «Galileo» gesehen hatte. Als sie ihrer Chefin davon erzählte, war diese begeistert davon und man entschied sich, den Verein mit Haarabfällen zu beliefern. «Unser sechsköpfiges Team ist sehr nachhaltig eingestellt. Wir trennen unseren Abfall, sind auf nachhaltigere Produkte und Verpackungen umgestiegen und ich nähe auch die alten Frotteetücher zu Haarturbanen um. Nur die Haarabfälle kamen in den regulären Abfall», sagt Françoise Meier (37), die Inhaberin des Salons. Damit ist Schluss. Die Haare werden nun gesammelt und dem Verein Coiffeures Justes zugestellt. Seit Juni ist der Oberbürer Salon Mitglied des Vereins. «Es ist wirklich einfach und der einzige Mehraufwand ist es, die Haare in einem Papiersack zu sammeln und zur Post zu bringen», sagt Meier.

Miteinander statt Gegeneinander

Coiffeursalons in St. Gallen kennen die Aktion teilweise bislang gar nicht, wie eine spontane Umfrage vor Ort von 20 Minuten zeigte. Die abgeschnittenen Haare werden verbrannt oder in den regulären Abfall gegeben. Meier hofft, dass sich das bald ändert. «Ich möchte keinen Moralapostel spielen, doch wenn die Coiffeursalons zusammen statt gegeneinander arbeiten, können wir alle gemeinsam Gutes bewirken», sagt die gelernte Coiffeuse. Deshalb bietet sie Interessierten auch Hilfe und Unterstützung bei der Anmeldung an. «Gerne können Portokosten auch geteilt werden, damit es sich für alle lohnt», so Meier. Für die 37-Jährige ist der Schutz der Weltmeere eine Herzensangelegenheit. Meier ist nämlich leidenschaftliche Taucherin.

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