Grow Up - So kannst du dich wehren, wenn es beim Nachbarn stinkt
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Grow UpSo kannst du dich wehren, wenn es beim Nachbarn stinkt

Geruchsemissionen können weitreichende Folgen für die Anwohnerschaft haben. In vielen
Fällen kannst du dich wehren, solltest hingegen aber auch auf gewisse Dinge achten.

Üble Gerüche aus der Umgebung können massive Einbussen der Wohn-und Lebensqualität bedeuten. Das Umweltschutzgesetzt sieht daher vor, dass wir nicht nur vor gesundheitsschädigenden Einwirkungen, sondern auch vor übermässigen geruchlichen Belastungen geschützt werden sollen.

Doch welche Grenzwerte für Gerüche gibt es? Die Luftreinhalte-Verordnung hält lediglich fest, dass übermässige Emissionen zu verhindern sind, sobald sich eine Mehrheit der betroffenen Bevölkerung erheblich in ihrem Wohlbefinden gestört fühlt.

Die Geruchsbelästigung durch Chemie-oder Landwirtschaftsbetriebe in der Umgebung sowie durch Mülltonnen, Zigarettenrauch oder starken Essensgeruch aus der Nachbarschaft können vor allem im Sommer zur Plage werden und die Lebensqualität tatsächlich sehr beeinträchtigen.

Das kannst du tun:

  • Gegen den Geruch von Mülltonnen kannst du dich in der Regel nur begrenzt wehren, da zur Platzierung der Tonnen in jeder Wohnsiedlung strenge Bestimmungen gelten.

  • Dem Nachbarn das Zigarettenrauchen zu verbieten, ist eher schwer umsetzbar– es sei denn, die Belastung findet während gewissen Zeiten fast durchgehend statt. Und sollte der Nachbar den Qualm regelmässig in den Flur oder das Treppenhaus entlüften, kannst du dich ebenfalls beim Vermieter beschweren.

  • Auch gegen den Gestank von tierischen Exkrementen kannst du Beschwerde einreichen, solange die Häufigkeit der Geruchsbelästigung dies rechtfertigt.

  • Vorübergehende Geruchsbelästigungen, wie zum Beispiel, wenn der Nachbar den Gartenzaun neu streicht, musst du tolerieren, da davon ausgegangen werden kann, dass der Zaun nach dem Trocknen keine unangenehmen Ausdünstungen mehr abgibt.

In diesen Fällen ist eine Mietreduktion möglich:

  • Stellt eine Geruchsbelästigung einen erheblichen Mangel dar, sodass die vertragsgerechte Nutzung der Wohnung nicht möglich ist, kann eine Reduktion des Mietzinses verlangt werden.

  • Sollte sich die Situation nicht verbessern, kannst du bei deinem Vermieter eine Mietzinsreduktion beantragen–und zwar schriftlich. Der Vermieter muss dann innert 30 Tagen Stellung nehmen.

  • Wenn der Vermieter nicht auf deinen Antrag eingehen oder die Reduktion ablehnen sollte, kannst du dich (innert erneut 30 Tagen) an die Schlichtungsbehörde wenden.

Eine Mietreduktion aufgrund einer starken, geruchlichen Belastung kann, je nach Ausmass und Beurteilung durch die Behörden, bis zu 20 Prozent ausmachen. Sei dir jedoch auch bewusst, dass schlussendlich vieles auch eine Ermessensfrage ist.

Viele Emissionen – vor allem auch solche, die von landwirtschaftlichen Betrieben ausgehen – lassen sich nur geringfügig reduzieren. Hier solltest du dir auch bewusst sein, dass Bauern im Gegenzug quasi in deinem Umland für genügend Grün- und Erholungsflächen sorgen.

Schon Mitte 20 aber noch immer nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen? No need to panic! «Grow Up» beantwortet dir alles, was du spätestens mit 30 wissen musst. Seien es Fragen zur Karriere, dem Umgang mit Geld oder den Behörden: Hotel Mama war gestern. Sende deine Frage an grow.up@20minuten.ch

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