Aktualisiert 28.08.2019 11:21

Hack

So klauen Diebe einen Tesla in 30 Sekunden

Sie kamen in der Nacht und zu zweit. Kurze Zeit später fahren sie mit einem Tesla, der über 100'000 Franken kostet, einfach weg.

von
tob

An einem Mittwochmorgen im August geschah es: Diebe knackten in Borehamwood, einer Kleinstadt rund 20 Kilometer nördlich von London, einen weissen Tesla. Das Elektrofahrzeug hat einen Wert von über 100'000 Franken.

Eine Überwachungskamera filmte den Diebstahl. Erst sieht man einen Mann, der die Arme ausstreckt. Sein Komplize ist an der Tür des Autos. Dann blinkt der Wagen. Die Tür ist offen. Sekunden später fahren die beiden Autodiebe weg.

Mit Tesla Unfall gebaut

«Ich war absolut schockiert, wie schnell das alles ging», erklärt der Besitzer des Tesla. Das Auto wurde wahrscheinlich mit einem Hack geklaut, der das Funksignal des Schlüssel kapert. Der Mann im Vordergrund des Videos dürfte dabei quasi die Antenne gespielt haben, um das Signal des Schlüssels, der wohl im Inneren des Hauses war, zu übernehmen.

Weit kamen die Diebe mit dem Tesla nicht, wie die zuständige Polizeibehörde, das Hertfordshire Constabulary HQ, meldet. Nur 30 Minuten nach dem Diebstahl bauten sie mit dem Elektroauto in London einen Unfall. Dies erklärt die Pressesprecherin Natalie Dearman gegenüber der Newsplattform Businessinsider.com.

Viele Modelle unsicher

Vor diesen sogenannten Keyless-Systemem haben jüngst auch die Autoclubs ADAC und ÖAMTC gewarnt. Die Organisationen haben 273 Modelle verschiedenster Hersteller getestet. «Nur gerade vier Modelle liessen sich nicht knacken», sagte der ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl noch Anfang August.

Das Problem ist Folgendes: Die Keyless-Systeme erkennen, wenn sich der Besitzer dem Auto nähert. Dies aufgrund des Funksignals des Schlüssels. Das können sich Diebe zunutze machen, ganz ohne spezielles Hacking-Know-how. Ein Dieb benötigt nur ein Gerät, das legal erworben werden kann und das Funksignal um bis zu 100 Meter verlängert. Der Dieb kann das Gadget mehrere Meter vom Schlüssel entfernt aktivieren und dann mit dem Auto einfach wegfahren.

Neu ist das Phänomen übrigens nicht. Schon 2017 hat ein Test gezeigt, dass ein solches System es Dieben mitunter sehr leicht macht. «Die meisten Hersteller wollen oder können die Lücke scheinbar nicht schliessen», so Kerbl. Was können Autobesitzer aber tun, die sich schützen möchten? Der Experte empfiehlt ihnen spezielle Schlüsseletuis, die das Funksignal blockieren. So könne man einem Diebstahl vorbeugen.

Tesla nutzt laut eigenen Angaben mehrere Sicherheitsmechanismen, um solche Vorfälle zu minimieren. Etwa kann eine PIN definiert werden, um Diebe am Wegfahren zu hindern. Besitzer eines Model S oder Model X können zudem das automatische Entsperren der Türen deaktivieren. Auch wird das Funksignal des Schlüssels verschlüsselt. Trotz eines Schlüssel-Updates ist es Forschern aber jüngst gelungen, die neuen Mechanismen auszutricksen, wie Wired.com berichtet. Der Autobauer will Kunden nun ein Softwareupdate zur Verfügung stellen.

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