«25»: So klingt Adeles neues Album
Aktualisiert

«25»So klingt Adeles neues Album

20 Minuten hat Adeles heissersehntes neues Album bereits gehört. Ein erster Eindruck, Song für Song.

von
Martin Fischer

Am Freitag ist es so weit, nach fast fünf Jahren Sendepause. Adeles dritter Longplayer «25» erscheint. Schon jetzt ist sicher: Es wird eines der ganz grossen Popalben des Jahres, vielleicht auch des noch jungen Jahrtausends. Denn die Britin dürfte – wie schon mit dem Vorgänger «21» – Verkaufs- und Streamingrekorde setzen. 20 Minuten konnte vorab hineinhören. Hier geht es einmal quer durchs Album, Stück für Stück.

1. «Hello»

Der Opener ist die Vorabsingle, ein guter Start. Die ersten Piano-Akkorde erinnern an Lana Del Reys «Video Games», auch der gefilterte Beat. Doch sobald die wuchtige Stimme einsetzt, ist das ganz Adeles Song. Hier klingt alles an, was wir mit ihr vermisst haben: Ein wuchtiger Refrain, ehrliche Worte an eine verlorene Liebe. Und darum ist der Song auf Platz eins der Charts.

2. «Send My Love (to Your New Lover)»

«Just the guitar, okay», sagt Adele. Dann gehts los: Eine sehr rhythmische Gitarrenlinie. Kommt da tatsächlich Tanzstimmung auf? Die Überraschung im Refrain: So poppig und leicht, fast schon Girlgroup-mässig klang Adele noch nie. Der Text handelt vom Loslassen. Und die hörbare Leichtigkeit steht Adele sehr gut. Ein Kandidat für die dritte Single.

3. «I Miss You»

Mystischer Einstieg, mit verhallten Stimmen, kriegerische Drums. Darüber eine Liebeserklärung von Adele, zuerst zerbrechlich, dann beschwörend vorgetragen. Der Refrain: «I miss you, when the lights go out, hold me tight, don't let go.» Irgendwie ist hier alles zu hart und laut geraten für die zarte Botschaft des Songs.

4. «When We Were Young»

Auch den kennen wir. Wunderbar, wie unmittelbar Adeles Stimme hier auftritt. Coole Basslinie, ein einfaches Piano, bittersüsse Harmonien. Eine Adele-Ballade, die einen heiteren Anstrich hat und ihrem Gesang die ganze Showbühne überlässt. Das ist ihr Terrain.

5. «Remedy»

Nur Stimme und Piano. Adele singt von Schmerzen. Aber auch von Heilung, «I'll be the remady». Adele klingt auch hier aufrichtig, und das zählt viel. Ansonsten eine durchschnittliche Nummer. Auf ihrem hohen Niveau.

6. «Water Under the Bridge»

Ein Aufsteller, der rechtzeitig kommt. Wieder eine groovende Gitarre, ein gerader Vierviertel-Beat. Der Refrain wird wieder ganz gross aufgeblasen, 80er-Drums und Chöre inklusive. Beim sechsten Stück zum einen vorhersehbar. Und etwas anstrengend.

7. «River Lea»

Gehts um eine junge Beziehung? Einen guten Freund? Ein ergreifender Text, in dem Adele ihre Ängste besingt, und wie sie darin gefangen bleibt. Ein gutes Stück, getragen von Retro-Orgel und sloganhaftem Mitsing-Refrain.

8. «Love in the Dark»

Jetzt kommen auch mal die grossen Stimmungsmacher dran: Streicher. Dazu Adele und Klavier, kein Schlagzeug. Wieder ein Trennungslied: «Baby, wir sind bereits geschlagen.» Die Streicher kriegen auch den Schluss, schön!

9. «Million Years Ago»

Ah, Old-School-Adele: Eine einzelne akustische Gitarre und Adele singt von ganz tief bis ganz hoch. Fast schon ein Folk-Liedchen. Perfekt. Die Kernaussage: «Das Leben war mal eine Party, aber das ist eine Million Jahre her.»

10. «All I Ask»

Die Aufmerksamkeit lässt nach. Denn hier kommt schon wieder ein Piano, eine Ballade, ein grosser Refrain. Und von weitem winkt Céline Dion aus den 90ern. Toll gesungen, aber können wir weiter?

11. «Sweetest Devotion»

Ein süsser, versöhnlicher Abschluss mit Country-Gitarren und Uh-hu-Chörli. Adele ist glücklich (Verliebt? Oder singt sie von ihrem Kind?) und so klingt auch der Song. Zum Schluss schraubt sich noch ein Gitarrensolo ins Lied und man will am liebsten die Hände hochwerfen und Adele euphorisch Tschüss winken.

Fazit: Zum Glück, was wir von Adele erwarten durften. Denn das ist in ihrem Falle sehr viel und gut. Wie sich Adele von hier aus weiterentwickelt, wird entscheidend.

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