Gesundheit fördern - So können Firmen ihre Angestellten nach Corona fit halten
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Gesundheit fördernSo können Firmen ihre Angestellten nach Corona fit halten

Die Büros füllen sich wieder. Doch den Mitarbeitenden geht es seit der Krise geistig und körperlich schlechter. Darum müssen Firmen jetzt gezielt die Gesundheit der Arbeitnehmenden fördern.

von
Christoph Grau
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Langsam kehren die Arbeitnehmenden wieder an den Arbeitsplatz zurück.

Langsam kehren die Arbeitnehmenden wieder an den Arbeitsplatz zurück.

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Den Mitarbeitenden geht es seit der Krise geistig und körperlich schlechter.

Den Mitarbeitenden geht es seit der Krise geistig und körperlich schlechter.

20min/Raphael Knecht
So haben sich viele Arbeitnehmende im Homeoffice deutlich weniger bewegt

So haben sich viele Arbeitnehmende im Homeoffice deutlich weniger bewegt

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Darum gehts

  • Corona hat vielen körperlich und psychisch zugesetzt.

  • Firmen müssen sich darum nun aktiv um die Gesundheit der Angestellten bemühen.

  • Neben gemeinsamen Aktivitäten braucht es auch Gespräche.

Ende Juni hat der Bundesrat die Pflicht zum Homeoffice aufgehoben. Jetzt kehren alle Mitarbeitenden langsam wieder an ihre Arbeitsplätze zurück. Doch die Rückkehr ins Büro könnte schwieriger sein als gedacht.

Denn viele Arbeitnehmende haben sich im Homeoffice deutlich weniger bewegt, wie eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW zeigt. Darum müssen sich die Firmen jetzt stärker um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden kümmern.

Mit gemeinschaftlichen sportlichen Aktivitäten wie Bike2work oder B2run-Läufe versuchen Firmen ihre Mitarbeitenden wieder zu mehr Bewegung zu motivieren und auch den Teamgeist anzuregen, wie die «Handelszeitung» schreibt.

«Sportliche Aktivitäten sind immer positiv, auch ausserhalb der Krise», sagt Personalexperte Matthias Mölleney, von der Peoplexpert GmbH zu 20 Minuten. In der jetzigen Situation sollen damit der Austausch und die persönlichen Treffen gefördert werden.

Angestellten fehlen die sozialen Kontakte

Nicht nur körperlich, auch psychisch sind die Angestellten in einer schlechteren Verfassung. Gemäss der Swiss Corona Study der Universität Basel verdoppelte sich auch die Zahl der schweren depressiven Symptome allein von April bis November 2020 auf 18 Prozent.

Die fehlenden sozialen Kontakte führten vermehrt zur Vereinsamung. Besonders betroffen davon sind Personen, die auch schon im Büroalltag eher am Rande standen, erklärt Mölleney. Nun sind insbesondere die Vorgesetzten gefordert: «Sie müssen psychische Erkrankungen frühzeitig erkennen durch persönliche Gespräche.»

Hilfreich wären zudem interne und externe Anlaufstellen für Mitarbeitende, erklärt Personalexperte Alexander Beck. Dort sollten Angestellte berufliche und private Hilfestellungen erhalten. So kann Stress verringert werden.

Firmen sollen Lockerungen nutzen

Vor allem der Mangel an den kleinen Gesprächen an der Kaffeemaschine oder beim Mittagessen hat zu einer verstärkten Vereinsamung geführt. «Virtuelle Tools alleine können da nicht helfen», sagt Christoph Negri, Leiter vom IAP Institut für Angewandte Psychologie der ZHAW. Firmen sollten daher die Lockerung intensiv nutzen, um den sozialen Austausch zu fördern, ob nun bei Spaziergängen oder gemeinsamen Aktivitäten.

Das Interesse an Informationen zur psychischen Gesundheit ist bei Unternehmen in letzten Monaten stark gestiegen, so Negri. Vor allem Grossunternehmen haben einen grossen Beratungsbedarf. Negri hofft, dass dies nicht nur ein Strohfeuer ist, sondern sich auch langfristig im Gesundheitsmanagement etablieren wird.

Gefordert ist jetzt vor allem ein moderner Führungsstil, der mehr auf Vertrauen setzt und nicht auf Kontrolle und Präsenz. «Denn die Erfahrung habe gezeigt, dass Homeoffice funktioniert», sagt Negri.

Das empfiehlt die Taskforce gegen psychische Probleme

Die Corona-Taskforce des Bundes greift in ihrem Policy Brief vom 20. Januar die Swiss Corona Stress Study auf. Um psychischen Problemen vorzubeugen und entgegenzuwirken gibt sie folgende Empfehlungen ab:

1. Reduzierung der Fallzahlen und Verhinderung zukünftiger Pandemiewellen

2. Ausgleich von COVID-19 massnahmenbedingten finanziellen Verlusten

3. Einführung von Gegenmassnahmen zur Stressreduzierung an Schulen/Universitäten

4. Beibehaltung der Kostenübernahme für psychologische/psychiatrische Fernbehandlungen

5. Weitere Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für psychische Gesundheitsprobleme und Behandlungsmöglichkeiten sowie Förderung evidenzbasierter Präventionsmassnahmen wie beispielsweise körperlicher Aktivität

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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