Bestattungs-Trends: So können Sie nach dem Tod als Koralle weiterleben
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Bestattungs-TrendsSo können Sie nach dem Tod als Koralle weiterleben

Weiterleben im Korallenriff, grüne Bestattungen und andere Möglichkeiten innovativ tot zu sein.

von
Daniela Gschweng
Sterben müssen wir alle früher oder später. Aber: Sterben ist nicht gleich sterben.

Sterben müssen wir alle früher oder später. Aber: Sterben ist nicht gleich sterben.

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Bei klassischen Begräbnissen werden meist Särge verwendet ...

Bei klassischen Begräbnissen werden meist Särge verwendet ...

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... oder Urnen. Immer mehr im Trend sind allerdings «grüne» Begräbnisse.

... oder Urnen. Immer mehr im Trend sind allerdings «grüne» Begräbnisse.

Marion Golsteijn / CC BY-SA 3.0

Auch bei der letzten Ruhe gibt es Trends. Die meisten kommen aus den USA und sind gar nicht mal so dumm. Schon mal an eine «grüne» Bestattung gedacht? Wer sich nicht einfrieren oder zum Diamanten pressen lassen will, hat noch etliche weitere Möglichkeiten.

«Grünes» Begräbnis im Pilzgewand

Wenn man darüber nachdenkt, wird einem schnell bewusst: Eine konventionelle Bestattung im Sarg ist nicht gerade umweltfreundlich. Manche Särge sind aus Tropenhölzern gefertigt und nicht gerade nachhaltig. Der Körper des Verstorbenen ist unter Umständen voller Formaldehyd, das letzte Hemd und die Ausstattung des Sargs eventuell biologisch schwer abbaubar. «Grüne» Begräbnisse sind immer gefragter.

Eine exotische Methode dazu hat die Künstlerin Jae Rhim Lee entwickelt. Statt in einem Sarg wird der oder die Verstorbene dabei in einem speziellen Kleidungsstück begraben. Der «Burial Suit» ist mit den Sporen eines Pilzes imprägniert, der Haut, Haare und Fingernägel besonders schnell zersetzt, damit das «Zu-Erde-Werden» besser klappt. In der Schweiz und Österreich ist ein Begräbnis ohne Sarg allerdings verboten, in Deutschland nur auf manchen Friedhöfen erlaubt. Eine Alternative sind Särge aus Recyclingkarton, schnell zersetzenden Holzsorten oder ein Korb.

Weiterleben als Korallenriff

Wem die Vorstellung einer Begräbnisstätte in einer Friedhofszeile ein Graus ist, der kann seine Asche in der Natur oder in einem Gewässer verteilen lassen, was aber nicht überall erlaubt ist. Oder doch lieber etwas für die Weltmeere tun? Mit Hilfe der Firma Eternal Reefs wird die Asche Verstorbener als «Reef-Ball» im Meer versenkt.

«Reef-Balls» sind grosse Hohlräume aus Beton mit mehreren Öffnungen, die Meereslebewesen Schutz und Halt bieten und so die Zerstörung der Korallenriffe aufhalten. Eine Bronzeplakette kennzeichnet sie als Grabstätte. Laut Eternal Reefs ist diese Bestattungsform beliebt bei Menschen, die eine enge Beziehung zum Meer haben, etwa bei Fischern, Tauchern, Seeleuten und Umweltaktivisten.

In einem Baum begraben

Feuerbestattungen sind allerdings sehr energieintensiv. Die schwedische Firma Promessa hat eine energiesparende «Öko-Bestattung» entwickelt, die den Körper Verstorbener in eine Art Edelkompost verwandelt. Er wird in flüssigem Stickstoff eingefroren und ist danach so spröde, dass er sich durch Vibration zu Pulver machen lässt.

Danach wird das Restwasser durch Vakuum abgedampft, Metalle werden entfernt. Das entstehende Pulver baut sich in der Natur schnell ab und ist überaus fruchtbar. Es müssen ja nicht gleich Radieschen sein, aber wer wünscht sich nicht, dass ein Baum aus ihm wächst?

Ganz weg – nicht auf dieser Erde

Wirklich abgefahren, aber nicht wirklich energiesparend ist die Bestattung durch das US-Unternehmen Mesoloft, nach Angabe von Futurism.com derzeit ein Trend in den USA. Mit Hilfe von Ballonen wird die Asche des Verstorbenen von einem Roboter in etwa 24'000 Metern Höhe in der Stratosphäre verteilt.

Dabei fertigt das Gerät ein Video für die Hinterbliebenen an. Andere Unternehmen schiessen Kapseln mit einer kleinen Portion Asche gleich ins All, was aber wegen der ungelösten Müllproblematik kritisch diskutiert wird. Asche zu Stardust, sozusagen.

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