Aktualisiert 22.06.2020 07:56

Einfache Tipps

So können wir im Alltag das Klima schützen

Bewusster Fleischkonsum, mehr Velo fahren und die Kaffeemaschine ausstecken: Es kann so leicht sein, zum Klima- und Umweltschutz beizutragen.

von
Stephanie Sigrist
Um dem globalen Klimawandel und seinen Auswirkungen zu begegnen, haben 195 Länder – darunter auch die Schweiz – im Jahr 2015 das Pariser Abkommen unterzeichnet.  Neben der Regierung können auch Privatpersonen ohne grossen Aufwand zum Klima- und Umweltschutz beitragen.

Um dem globalen Klimawandel und seinen Auswirkungen zu begegnen, haben 195 Länder – darunter auch die Schweiz – im Jahr 2015 das Pariser Abkommen unterzeichnet. Neben der Regierung können auch Privatpersonen ohne grossen Aufwand zum Klima- und Umweltschutz beitragen.

Foto: Jens Schlueter (EPA)

Schweizer verbrauchen seit Jahrzehnten zu viele natürliche Ressourcen. Würde die ganze Menschheit auf so grossem Fuss leben wie die Schweizer, wären knapp drei Erden nötig. Hier werden fünf Möglichkeiten aufgezeigt, wie ihr mit einfachen Verhaltensänderungen zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen könnt.

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Abfallreduktion: Die Entsorgung von Abfall hat ökologische und ökonomische Auswirkungen. Nebst dem Verbrauch von knappen Rohstoffen kostet die Müllentsorgung inklusive der notwendigen Infrastruktur viel Geld. Deswegen sollten wir so wenig Abfall wie möglich produzieren und beim Einkaufen auf wiederverwendbare Verpackungen setzen. Bei Essens-Take-aways wiederverwendbare Becher, Teller, Schüsseln oder Besteck mitzubringen, sorgt für einen signifikant kleineren Plastikverbrauch.

Ernährung: Umweltbewusste Konsumenten wählen beim Einkaufen regionale und saisonale Lebensmittel. Diese weisen eine deutlich bessere Energie- und Ökobilanz auf als importierte Produkte ausserhalb der Saison. Insbesondere der Flugtransport von Frischprodukten aus anderen Kontinenten ist sehr energieintensiv und klimaschädigend. Pflanzliche Lebensmittel sind zudem in den meisten Fällen besser für die Umwelt als Fleisch, Milch und Eier. Gemäss einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ist die Massentierhaltung für rund 15 Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich. Fleisch und tierische Produkte sollten daher bewusst konsumiert werden und idealerweise von einem Biobauernhof aus der Region stammen.

Sorgt auch dafür, dass keine Lebensmittel im Abfall landen. Die Produktion von Lebensmitteln ist weltweit für rund 30 Prozent aller Umweltbelastungen verantwortlich. Werfen wir einwandfreies Essen in den Abfall, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger also vergebens belastet oder verbraucht. Gleichzeitig verknappt eine durch Verluste erhöhte Nachfrage das weltweite Angebot an Lebensmitteln – während die Ernährungssicherheit vieler Menschen nicht garantiert ist. Aus Essensresten lassen sich mit etwas Fantasie neue Gerichte zubereiten.

Energieeffiziente Haushaltsgeräte: Dank der Energieetikette genügt beim Kauf von Haushaltsgeräten ein einziger Blick, um ihren Energieverbrauch einschätzen zu können. Dieser ist in die Effizienzklassen von A bis G eingeteilt, wobei A (grün) die beste und G (rot) die schlechteste Klasse ist. Achtung: In vielen Fällen wurde diese Einteilung bereits durch neue Klassen abgelöst, und die besten Produkte sind aktuell mit A+++ gekennzeichnet. Auch der Verzicht auf Stand-by macht aus ökologischer und finanzieller Sicht Sinn. Elektronische Geräte wie Kaffeemaschinen verbrauchen im Stand-by-Modus permanent Energie. Diese Geräte sollten also bei Nichtgebrauch komplett ausgeschaltet werden.

Neben energieeffizienten Haushaltsgeräten kann auch mit einfachen Tipps im Alltag Energie gespart werden. Wir schauen uns dies anhand des Beispiels Kochen an: Da beim Kochen fast immer Wasser erwärmt wird, kann der Energieverbrauch der verschiedenen Kochmethoden gut illustriert werden, indem man die zum Erhitzen von einem Liter Wasser bis zum Siedepunkt benötigte Energie misst und vergleicht. Wassersieden im Wasserkocher ist die umweltfreundlichste, günstigste und schnellste Methode. Die Erwärmung von bereits gekochten Speisen gelingt im Mikrowellenofen deutlich schneller als im Backofen oder in der Pfanne. Da der Mikrowellenofen auch noch eine geringere Leistung hat, ist der Energieaufwand zur Erwärmung von Speisen signifikant geringer als auf dem Herd.

Mobilität: Gut ein Drittel der gesamthaft in der Schweiz verbrauchten Energie ist auf den Verkehr zurückzuführen. Dem Bundesamt für Statistik zufolge wird der Energiebedarf für den Verkehr hierzulande zu 94 Prozent mit Erdölprodukten gedeckt. Mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge stossen das Treibhausgas Kohlendioxid aus. 2018 beliefen sich die CO2-Emissionen des Verkehrs in der Schweiz – ohne den internationalen Flugverkehr – auf insgesamt 14,8 Millionen Tonnen CO2. Gleichzeitig sind rund ein Drittel aller Autofahrten und zwei Drittel der Fahrten im öffentlichen Nahverkehr heute kürzer als drei Kilometer. Mit dem Velo könnten diese Strecken oftmals schneller sowie stress- und emissionsfrei zurückgelegt werden. Fahrräder verursachen keine CO2-Emissionen und beanspruchen den Boden nur wenig. Wenn ihr also entweder mit dem Velo, E-Bike oder öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule oder zur Arbeit fährt, leistet ihr einen grossen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Das Auto sollte nur benutzt werden, wenn es aufgrund der Arbeitszeiten oder der Erreichbarkeit entweder für die ganze Strecke oder Teilstrecken nicht anders möglich ist.

Bei Autos bestimmt neben dem Fahrzeuggewicht vor allem die Art der Motorisierung die Höhe des Treibstoffverbrauchs und des CO2-Ausstosses. Die Grösse des Autos spielt eine untergeordnete Rolle. Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg hat geprüft, ab welchem Kilometerstand das E-Auto insgesamt weniger CO2 verursacht hat als ein Verbrenner. Ein Elektrofahrzeug überholt demnach den Benziner nach gut 60'000 Kilometern, beim Dieselfahrzeug sind es 80'000 Kilometer. Auch die Fahrweise hat grossen Einfluss auf den Energieverbrauch von Autos. Beim Autofahren früh hochzuschalten und stets im höchstmöglichen Gang zu fahren, bietet grosses Sparpotenzial. Der Tourenzähler ist ein wichtiger Hinweis für den Spritverbrauch: Je mehr Umdrehungen pro Minute, desto höher ist automatisch der Treibstoffverbrauch. Mit der Start-Stopp-Automatik lohnt sich das Abschalten des Motors bei jedem noch so kurzen Halt. Experten schätzen, dass im Stadtverkehr bis zu 10 Prozent Treibstoff eingespart werden, wenn der Motor bei allen Stopps ausgeschaltet wird.

Reisen: Der Flugverkehr ist laut WWF Schweiz weltweit für knapp 5 Prozent des menschengemachten Klimaeffekts verantwortlich, in der Schweiz sogar für über 18 Prozent. Deswegen sollte wann immer möglich auf das Flugzeug verzichtet werden. Viele Städte in Europa sind auch bequem mit dem Zug erreichbar. Noch besser für die Umwelt sind Ferien im eigenen Land. Die Schweiz hat sowohl in punkto Natur als auch Kultur viel zu bieten. Dies belegen nicht zuletzt knapp 1,3 Millionen mit dem Hashtag #inlovewithswitzerland oder #verliebtindieschweiz versehene Instagram-Bilder.

In der Schweiz wartet ein insgesamt über 62'000 Kilometer langes Wanderwegnetz darauf, erkundet zu werden, und praktisch jedes Wandergebiet innerhalb der Landesgrenzen ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem E-Bike in weniger als einem halben Tag erreichbar. Die Optionen für Tageswanderungen sind in allen Sprachregionen schier endlos. Wer die Verpflegung selbst mitbringt, kann für wenig Geld einen unvergesslichen Tag in den Bergen verbringen.

20-Minuten-Energy-Quiz

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Beantworte in der neusten Quiz-Runde am 22. Juni zehn Fragen zum Thema Mobilität. Spiele hier das Quiz am Montag, 22. Juni, zwischen 0.01 und 23.59 Uhr, um die 500 Franken zu gewinnen.

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82 Kommentare
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AllesKlar

22.06.2020, 20:46

Nur geld schröpfen vom bürger für dummes klimagefasel. Nur abwarten bis die grosse rezession kommt und arbeitslosigkeit, dann müssen linksgrüne nur von klimaabgaben reden und es werden bilder in bern gesehen wie in stuttgart!

Footprinty

22.06.2020, 20:45

Unsere Kids fanden diese Schwedin mit den Zöpfen mal so cool. Dann sind wir zusammengesessen, haben gerechnet, und dann habe ich ihnen vorgeschlagen, in einem Erdloch zu wohnen und Wurzeln zu futtern. Und plötzlich war das Thema nicht mehr interessant.

BigBen

22.06.2020, 20:21

Waru wurde da nicht erwähnt das per sofort das Wachstum der Weltbevölkerung gestoppt werden muss?