Modusänderung: So könnte die neue Super League aussehen
Aktualisiert

ModusänderungSo könnte die neue Super League aussehen

Die Zeit ist reif für eine Modusänderung. Die Swiss Football League überprüft derzeit verschiedene Möglichkeiten, damit die Super League wieder super wird.

von
E. Tedesco
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Round Robin: das aktuelle Super-League-System. Jedes Team spielt gegen jeden zu Hause und auswärts. In der Zehnerliga spielen alle je viermal gegeneinander. Der aktuelle Modus gilt auch in den Top-5-Ligen England, Spanien, Italien Frankreich und Deutschland.

Round Robin: das aktuelle Super-League-System. Jedes Team spielt gegen jeden zu Hause und auswärts. In der Zehnerliga spielen alle je viermal gegeneinander. Der aktuelle Modus gilt auch in den Top-5-Ligen England, Spanien, Italien Frankreich und Deutschland.

Zwei-Phasen-Format: Zweimal pro Saison heisst es: Himmel oder Hölle, Finalrunde oder Abstiegskampf. Es gibt in der Mitte der Saison einen neuen Anreiz, aber auch insgesamt mehr Spiele.

Zwei-Phasen-Format: Zweimal pro Saison heisst es: Himmel oder Hölle, Finalrunde oder Abstiegskampf. Es gibt in der Mitte der Saison einen neuen Anreiz, aber auch insgesamt mehr Spiele.

Ein Beispiel für 12 Teams: Alle Teams spielen eine Qualifikation jeder gegen jeden (22 Spiele). In einer 2. Phase spielen die besten sechs Teams gegeneinander und die schlechtesten sechs (10 Spiele). Danach wird der letzte Europacup-Platz ausgespielt. Der Anreiz: Der Sieger der Abstiegspoule kann sich den letzten EL-Platz ergattern.

Ein Beispiel für 12 Teams: Alle Teams spielen eine Qualifikation jeder gegen jeden (22 Spiele). In einer 2. Phase spielen die besten sechs Teams gegeneinander und die schlechtesten sechs (10 Spiele). Danach wird der letzte Europacup-Platz ausgespielt. Der Anreiz: Der Sieger der Abstiegspoule kann sich den letzten EL-Platz ergattern.

Die Liga leidet unter dem immer wiederkehrenden Trott. Fast immer die gleichen Teams, die gleichen Stadien, die gleichen Duelle. An der Tabellenspitze stellt sich seit acht Jahren nicht die Frage, ob der FCB Meister wird, sondern wie früh. Darunter leidet die Attraktivität. Die Abschaffung der Barrage 2012 nahm auch im Tabellenkeller viel an Spannung.

Seit der Saison 2003/04, also seit 14 Jahren, wird die Meisterschaft im gleichen Format gespielt: In einer Zehnerliga gibt es jedes Duell viermal pro Saison. Wer am Ende die meisten Punkte hat, ist Meister, wer am wenigsten Zähler macht, muss in die Challenge League – in die zweithöchste Klasse, die als Ausbildungsliga funktionieren soll, dafür aber noch zu wenig stark aufgestellt ist.

Ein neuer Anreiz muss her

Absteiger und Clubs mit Ambitionen haben nur eine kleine Chance auf einen Platz in der höchsten Liga – es gibt nur einen direkten Aufsteiger. Der Rest kann sich finanziell kaum über Wasser halten. In den letzten fünf Jahren mussten vier Clubs aus Geldmangel den Laden dichtmachen. Dass es in dieser Zeit nur einen sportlichen Absteiger gab, ist kein guter Leistungsausweis.

Es ist nicht alles schlecht, aber die Zuschauerzahlen sind leicht rückläufig, Sponsoren zu finden, wird immer schwieriger, auch weil vielleicht ein neuer Anreiz nach so langen Jahren fehlt.

Brainstorming und viel Wille, etwas zu ändern

Deshalb überprüft die Swiss Football League (SFL) in einem transparenten Prozess die Struktur der beiden Schweizer Profiligen. Das bedeutet, dass die Liga Interessengruppen zum mehrfachen Gedanken- und Erfahrungsaustausch einlädt: Medien, TV, Fans, Clubverantwortliche und Sponsoren. Als kompetente Unterstützung holte die SFL die holländische Consulting-Firma Hypercube ins Boot, die unter anderem schon für die Uefa und auch bei Modusänderungen in Holland, Dänemark, Schottland und Österreich tätig war.

«Nach 14 (Super League, Anm. d. Red.) respektive fünf Jahren (Challenge League, Red.) ist es an der Zeit, die Struktur und den Modus zu hinterfragen und zu analysieren», schrieb die Liga zu Beginn des Prozesses in einer Mitteilung. Diskutiert wird neben einem neuen Modus auch eine Aufstockung der Super League auf 12 oder gar 14 Teams.

Neben der sportlichen Relevanz stehen zwei Fragen im Vordergrund: Wie kann man die Attraktivität der Liga weiter steigern? Und wie nähert man sich dennoch der Qualität von Mannschaften im internationalen Geschäft an?

Tendenz zu 2-Phasen-Meisterschaft

In einem ersten Schritt wurde eine umfassende Datenanalyse gemacht. Dazu gehören Statistiken, Zuschauerzahlen, finanzielle Rahmenbedingungen, Anspielzeiten, internationale Vergleiche, Anzahl möglicher Clubs und vieles mehr. In einem nächsten Schritt wurden und werden die Berechnungen diskutiert und bewertet. Der Prozess soll rund sechs Monate dauern. Im September soll feststehen, ob es einen neuen Modus gibt und wie dieser aussehen könnte.

Tendenz: Die Super League könnte aufgestockt werden und zu einer 2-Phasen-Meisterschaft zurückkehren, analog zur früheren Final- und Auf-/Abstiegsrunde. Die Erweiterung auf zum Beispiel zwölf Teams, die Trennung des Tableaus und die Punkteteilung sollen bewirken, dass die Abstände verkleinert werden. 17 und mehr Punkte Vorsprung im März, wie es zuletzt der FCB aufwies, sollen nicht mehr so einfach möglich sein. Das sind bislang nur Vorschläge für die Zukunft (frühestens die Saison 2019/20), aber sie betreffen alle Clubs in den zwei höchsten Spielklassen.

Schräge Idee von CC

Dementsprechend interessiert sollten die Führungscrews der Vereine an einer nachhaltigen und raschen Entscheidung sein. Aber fast ein Viertel der 20 Clubs hat nicht auf einen Fragebogen reagiert. Sogar von den sieben am höchsten eingeschätzten Clubs (FCB, YB, Luzern, St. Gallen, GC, Sion und der FCZ) hielt es ein Vertreter nicht für nötig, zu antworten. Ein Schelm, wer dabei sofort an den unkonventionellen Sion-Präsidenten Christian Constantin gedacht hat, der das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne hat wie die Liga.

Doch CC wehrt sich vehement gegen das Gerücht. Er lieferte sogar einen eigenen Vorschlag. Seine Idee: die Reduktion auf acht Teams und ein Playoff. Aber nicht als Saisonabschluss, sondern mitten in der Meisterschaft. 14 Runden von Juli bis Dezember und 14 Runden von Februar bis Mai. Dazwischen würde CC die acht Clubs in zwei Gruppen (Hin- und Rückrunde) aufteilen und um eine noch zu bestimmende Anzahl Punkte spielen lassen, die addiert werden.

Bei der Suche nach einem neuen Modus lohnt sich ein Blick ins Ausland (siehe Bildstrecke) und auf Ligavarianten in Ländern mit ähnlicher Grösse und Ausgangslage wie in der Schweiz.

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