Testfahrt: So komfortabel fährt sich der gewaltige VW-Pick-up Amarok

In Europa sind Pick-ups noch immer Nischenprodukte. Doch Lifestyle-Modelle wie der neue VW Amarok erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

In Europa sind Pick-ups noch immer Nischenprodukte. Doch Lifestyle-Modelle wie der neue VW Amarok erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

VW
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Erste TestFahrtSo komfortabel fährt sich der gewaltige VW-Pick-up

Der riesige Amarok ist nicht nur sehr geländegängig, sondern überzeugt vor allem auf der Strasse.

von
Dave Schneider

Ein Riesenwolf, der jeden tötet und frisst, der töricht genug ist, sich in seine Nähe zu wagen – so umschreiben die indigenen Völker im nördlichen Kanada und in Alaska das Fabelwesen Amarok. Er sei deutlich grösser als ein normaler Wolf und jage nicht im Rudel, sondern stets allein. Und wie der Riesenwolf Waheela, der in Alaska sein Unwesen treiben soll, habe der Amarok längere Vorderläufe als Hinterbeine. Beide Wesen kommen übereinstimmend in Erzählungen der Inuit und der Yupik vor – bewiesen wurde ihre Existenz allerdings bis heute nicht.

Wieso VW ein gefürchtetes Mythenwesen als Namensgeber für seinen Pick-up gewählt hat, ist nicht überliefert. Doch es lassen sich durchaus Parallelen ziehen: Auch der VW ist riesig, zumindest hierzulande, wo er mit 5,35 Metern Länge die meisten anderen Autos übertrifft. Und wie der Riesenwolf tritt auch der Pick-up selten im Rudel auf, obwohl er mit weltweit über 830'000 verkauften Einheiten der ersten Modellgeneration keine Randerscheinung ist. In Europa fahren die Pritschenwagen aber nach wie vor in der Nische, trotz steigender Beliebtheit der sogenannten Lifestyle-Pick-ups.

Die Technik stammt von Ford

Unter dem Blech ist der neue Amarok ein Ford Ranger – das Auto rollt auch nicht mehr in Hannover, sondern bei Ford in Südafrika vom Band. «Die Gestaltung ist aber zu 100 Prozent Volkswagen», betont Pressesprecher Andreas Gottwald. Der Pick-up hat eine stärkere Präsenz, wirkt nicht nur moderner, sondern auch bulliger – der Riesenwolf lässt grüssen. Der Innenraum hingegen ist elegant und komfortabel. Der grosse Touchscreen im Hochformat, über den das Infotainmentsystem bedient wird, sowie der digitale Tacho erinnern an Ford, der Rest sieht nach VW aus.

Unter dem Blech ist der neue Amarok ein Ford Ranger – der Pick-up rollt auch nicht mehr in Hannover, sondern bei Ford in Südafrika vom Band.

Unter dem Blech ist der neue Amarok ein Ford Ranger – der Pick-up rollt auch nicht mehr in Hannover, sondern bei Ford in Südafrika vom Band.

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Der Innenraum mit modernem Cockpit samt grossem Touchscreen im Hochformat ist komfortabel und überraschend hochwertig.

Der Innenraum mit modernem Cockpit samt grossem Touchscreen im Hochformat ist komfortabel und überraschend hochwertig.

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Über einen Drehregler kann der Antrieb eingestellt werden, von Heckantrieb über automatischen Allradantrieb bis zum Offroad-Setup mit Untersetzung. 

Über einen Drehregler kann der Antrieb eingestellt werden, von Heckantrieb über automatischen Allradantrieb bis zum Offroad-Setup mit Untersetzung. 

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Dass der neue Amarok sich dank ausgeklügeltem Allradsystem, guten Böschungswinkeln und einer hohen Bodenfreiheit problemlos durch das Gelände wühlen kann, erstaunt nicht. Überraschend ist hingegen der Fahrkomfort auf der Strasse – von der Rustikalität eines Nutzfahrzeugs ist nichts zu spüren. Wie in einer Luxuslimousine dringen von Motor, Wind und Fahrwerk kaum Geräusche in den Innenraum. Unebenheiten werden locker weggefedert, und auch schnelle Kurven und enge Kehren bringen den Pick-up nicht ins Wanken.

Nicht ganz so fortschrittlich wie Innenraum und Fahrverhalten ist die Antriebspalette des neuen Amaroks. Zum Marktstart im Frühling gibt es ihn nur mit Verbrennungsmotoren. In der Schweiz werden ausschliesslich Dieselvarianten angeboten, ein Zwei-Liter-Vierzylinder mit 125 kW/170 PS oder 150 kW/204 PS sowie ein Drei-Liter-Sechszylinder mit 177 kW/240 PS. Allradantrieb und Zehn-Gang-Automatik sind Standard, die Preise werden bald bekannt gegeben. Ob es bei diesen Varianten bleibt, ist offen. Die Plattform des Rangers lässt eine Elektrifizierung zu, ein Plug-in-Hybrid oder ein reiner Elektroantrieb wären machbar. Eine solche nähme dem Riesenwolf den Schrecken. Zumindest etwas.  

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