Aktualisiert 07.06.2012 10:43

Nach Bahn-SperrungSo kommen Sie am bequemsten ins Tessin

Auch nach dem Felssturz bei Gurtnellen bleiben die Verbindungen in die Schweizer Sonnenstube offen. Viel Wege führen ins Ziel: auf der Schiene, der Strasse oder durch die Luft.

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meg/rba

Auf der Strasse fährt derzeit noch alles im gewohnten Tempo. Laut Thomas Rohrbach, Sprecher beim Bundesamt für Strassen (Astra) hat der Bahnunterbruch noch nicht zu Mehrverkehr auf den Strassen geführt.

Auch der morgige Fronleichnam, der einigen Kantonen einen Freitag und einigen Glückspilzen ein verlängertes Tessin-Wochenende beschert, dürfte laut Rohrbach nicht zu einem massiven Verkehrsaufkommen führen. Dies hätten Erfahrungen aus der Vergangenheit gezeigt.

Unklar sei derzeit allerdings, wie die Transportunternehmen reagieren, die ihre Güter nicht mehr mit der Bahn auf der Gotthardstrecke transportieren können. «Es ist möglich, dass es deshalb ab nächster Woche zu Mehrverkehr kommt», so Rohrbach. Allerdings könnte der Gotthard-Tunnel derzeit bis zu 1000 zusätzliche Lastwagen pro Richtung und Tag bewältigen. Mit einem grösseren Verkehrsproblem rechnen die Experten derzeit jedenfalls noch nicht.

Lastwagen-Huckepack via Ausland

Für den Güterverkehr auf der Schiene will die SBB schnellstmöglist Ersatzrouten anbieten. Eine führt durch den Simplon. Nur: Die fehlende Kapazität durch den Gotthard kann sie nicht auffangen. Auch weil sie ausgerechnet im Moment wegen einer Sanierung nur eingeschränkt zu befahren ist.

Zusätzliche Züge brächten die Lötschberg-Simplon-Achse darum «schnell ans Limit», sagte SBB-Sprecher Reto Kormann. «Wir versuchen dennoch herauszuholen, was herauszuholen ist, denn es ist die naheliegendste Route.» Die SBB suchen darum für die Güter «fieberhaft» Umwege durch Frankreich oder über den Brenner in Österreich.

Verzögerungen bei der Bahn

Entspannter ist die Situation beim Personenverkehr. Rund 4000 Personen fahren täglich mit der Bahn ins Tessin. Sie können das auch weiterhin tun. Allerdings kommen auf der Strecke Richtung Bellinzona/Lugano/Milano zwischen Arth-Goldau und Göschenen Busse zum Einsatz. Auf der Strecke Richtung Locarno werden die Busse zwischen Erstfeld und Göschenen eingesetzt. So wird die verschüttete Stelle umfahren, was die Reisezeit um rund eine Stunde verlängert.

Umsteigefrei zu befahren ist die Lötschberg-Simplon-Route nach Milano. Sie führt direkt ab Basel/Olten via Bern/Brig nach Mailand. Auch für die meisten Reisenden aus Zürich bleibt sie derzeit die bequemste und schnellste Strecke nach Italien. Wegen der Verzögerung durch die Ersatzbusse auf der Gotthard-Route sind die Züge durch den Simplon derzeit etwa eine Stunde früher in Milano.

Mit dem Flugzeug ins Tessin

Genügend Kapazität vorhanden ist auf den Flugstrecken. Zusammen mit der Swiss bietet die kleine Darwin Airlines täglich bis zu 15 Flüge ab Zürich und Genf nach Lugano an. Die Ticketpreise beginnen derzeit ab Genf bei 204, ab Zürich bei 368 Franken für den Hin- und Rückflug.

Etwas teurer sind Flüge mit dem Privajet ab Bern oder mit einem Helikopter-Taxi. Mehr dazu in der Diashow.

Auf sportlichen Pfaden

Für Sportliche bieten sich besonders interessante Alternativen. Sie sind günstig, aber kosten Zeit und Kraft. Etwa der 400 Kilometer lange Fussweg ab Zürich um den Gotthardpass herum: Unter einer Woche ist er kaum zu schaffen.

Oder die 300 Kilometer lange, offizielle Nord-Süd-Veloroute ab Basel über den Gotthardpass. Mit Muskelkraft oder Elektrobike ist sie in zwei bis drei Tagen zu schaffen. Die Miete für ein Elektrovelo kostet etwa bei der SBB-Tochter Rent-a-Bike 104 Franken für drei Tage.

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