Rennlizenz erhalten: So wirst du zum Motorsport-Profi in der Schweiz

In der Schweiz gibt es verschiedene Möglichkeiten, um eine Rennlizenz zu erhalten und professionell Motorsport-Rennen bestreiten zu können.

In der Schweiz gibt es verschiedene Möglichkeiten, um eine Rennlizenz zu erhalten und professionell Motorsport-Rennen bestreiten zu können.

McLaren
Publiziert

5 TIPPS VOM PROFISo kommst du an eine Rennlizenz

Um Motorsport-Rennen zu fahren, braucht es neben Talent, Durchhaltewillen und Ehrgeiz eine Rennlizenz. Rennfahrer Fredy Barth kennt als Lizenzinstruktor die Wege, wie man zu einer solchen kommt. 

von
Michael Lusk
(A&W Verlag)

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom. Kaum anders ist es, wenn du professioneller Rennfahrender werden und nicht nur zum Spass deine Runden auf einem Track drehen willst. Bevor du dich aber an offiziellen Rennveranstaltungen hinters Lenkrad schwingen und um mehr als Ruhm und Ehre kämpfen darfst, braucht es eine sogenannte Rennlizenz. Und davon gibt es erst noch verschiedene: lokale, regionale, nationale sowie internationale. Lizenzinstruktor Freddy Barth gibt Tipps, um die Übersicht nicht zu verlieren.

Auf dem Weg zum Rennfahrer oder zur Rennfahrerin gibt es einige Hürden zu nehmen.

Auf dem Weg zum Rennfahrer oder zur Rennfahrerin gibt es einige Hürden zu nehmen.

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1. Wende dich an den ASS als erste Anlaufstelle

Die nationale Lizenz vergibt als erste Anlaufstelle in der Schweiz der Verband Auto Sport Schweiz (ASS). Dort haben Teilnehmende zweimal jährlich die Möglichkeit, in einem Kurs die Rennlizenz zu lösen. Oder genauer gesagt, die Qualifikation zu schaffen, um eine Rennlizenz beantragen zu dürfen. Denn effektiv lösen muss man sie jedes Jahr neu. 100 bis 200 Schweizerinnen und Schweizer nehmen jährlich daran teil, Wiederholungs- respektive Auffrischungsteilnehmende inklusive.

In der Schweiz kannst du einen Kurs beim ASS machen, um deine Rennlizenz zu beantragen.

In der Schweiz kannst du einen Kurs beim ASS machen, um deine Rennlizenz zu beantragen.

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2. Erhalte deine Lizenz über eine Einzelqualifikation

Eine Alternative dazu ist die sogenannte Einzelqualifikation. Wer beispielsweise aus zeitlichen Gründen die zwei Kurse des ASS knapp verpasst hat, kann sich darüber qualifizieren. Hierbei ist die Auswahl an Terminen und auch Instruktoren deutlich grösser. In der Schweiz gibt es zahlreiche Anbietende, die Anwärterinnen und Anwärter für die Rennlizenz fit machen. «Eine Liste, auf welchen Wegen man die Lizenz machen kann, gibt es auf der Website des ASS», so Fredy Barth. Der ehemalige Rennfahrer veranstaltet heute Motorsportevents und begleitet als Lizenzinstruktor Aspiranten auf dem Weg zur begehrten Lizenz.

Ob in einem Kurs oder individuell: Deine Rennlizenz kannst du auf verschiedenen Wegen beantragen.

Ob in einem Kurs oder individuell: Deine Rennlizenz kannst du auf verschiedenen Wegen beantragen.

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Bist du schon einmal in einem Rennauto gefahren?

3. Beweise dein Können

Ein weiterer Weg zur Rennlizenz ist es, sich diese über Kart-, Slalom- oder Bergrenn-Resultate zu verdienen. Hier macht es jedoch am meisten Sinn, bereits im jungen Alter anzufangen.

Hast du dann erstmals alle formalen Bedingungen erfüllt und deine Kurse oder Resultate absolviert, musst du eine theoretische sowie praktische Prüfung  absolvieren. «Hier geht es explizit nicht darum, zu zeigen, wie schnell man ist.» Im Fokus steht das Verständnis für Fahrdynamik und Sicherheit. «Schliesslich ist man als Inhaber einer Schweizer Rennlizenz auch Botschafter oder Botschafterin des Schweizer Motorsports im Ausland», so Barth.

Nicht nur die Schnelligkeit zählt, sondern auch das Verständnis für Fahrdynamik und Sicherheit.

Nicht nur die Schnelligkeit zählt, sondern auch das Verständnis für Fahrdynamik und Sicherheit.

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4. Check deine Fitness und dein Wissen

Es lohnt sich, sich vor der theoretischen Prüfung nochmals das Wissen, wie beispielsweise die Bedeutung der einzelnen Flaggen oder die richtige Sitzposition im Rennauto, zu verinnerlichen. Bevor es dann an die praktische Prüfung geht, musst du vorher einen medizinischen Check bestehen. Wichtig zu wissen beim praktischen Teil: «Es zählt nicht ausschliesslich die Zeit. Sondern auch, dass man die FIA-Regeln und das Gentleman Agreement unter den Fahrenden einhält», so Barth.

Theorie und Praxis sind gleich wichtig, um die Rennlizenz zu erhalten.

Theorie und Praxis sind gleich wichtig, um die Rennlizenz zu erhalten.

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5. Du lernst nie aus

Selbst wenn du denkst, dass du das alles locker kannst, lernen auch erfahrene Automobilisten mit dem Instruktor immer noch viel über Blick-, Brems- oder Kurventechnik. «Wer das alles verinnerlicht, schafft am Ende auch die Lizenz», so Barth. Ob dann – mit oder ohne Lizenz – aus dir eine Rennfahrerin oder ein Rennfahrer wird, steht ohnehin auf einem ganz anderen Blatt Papier.

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