27.10.2020 11:46

So kommst du mit deinem eigenen Auto auf die Rennstrecke

An sogenannten Trackdays dürfen auch Privatpersonen mit ihren Sportwagen auf die Rennstrecke. Wir haben es mit einem Porsche 911 Turbo S in Anneau du Rhin ausprobiert.

von
Michael Lusk / A& W Verlag
27.10.2020

In den Anfangstagen des Motorsports waren Rennfahrer und Gentleman Driver noch verwegene Helden, die auf eigener Achse zur Rennstrecke fuhren. Damals eine echte Herausforderung, waren Sportwagen zu jener Zeit nämlich nicht wirklich für den Alltag gedacht und schwierig zu bändigen.

Heute ists meist umgekehrt: Die meisten sind mittlerweile so perfekt, dass sie (fast) nur noch im Alltag gefahren werden, aber nicht mehr auf der Rennstrecke.

Mit dem eigenen Auto anmelden

Wer mit seinem Auto einmal auf die Rennstrecke möchte, hat dennoch verschiedene Möglichkeiten dazu – entweder über den Hersteller oder über spezialisierte Anbieter. Der Rennfahrer und Trackday-Organisator Fredy Barth beispielsweise veranstaltet regelmässig sogenannte Trackdays. Einen Tag lang steht dann eine gemietete Rennstrecke, wie das beispielsweise nur 30 Minuten von Basel entfernte «Anneau du Rhin» im Elsass, den Teilnehmern zur Verfügung. Dafür anmelden kann sich jeder mit seinem eigenen Auto.

Rennfahrer Fredy Barth führt heute Trackdays für jedermann durch und betreut uns an diesem Tag.

Rennfahrer Fredy Barth führt heute Trackdays für jedermann durch und betreut uns an diesem Tag.

Kay Mogg
Los gehts – Fredy Barth ist bereit, die Strecke von Anneau du Rhin in Angriff zu nehmen.

Los gehts – Fredy Barth ist bereit, die Strecke von Anneau du Rhin in Angriff zu nehmen.

Kay Mogg
Zuerst gibts aber ein paar hilfreiche Tipps zum Streckenverlauf.

Zuerst gibts aber ein paar hilfreiche Tipps zum Streckenverlauf.

Kay Mogg

Alltagstauglicher Alleskönner

Wir sind mit einem Porsche 911 Turbo S, den der Hersteller uns für diesen Trackday zur Verfügung gestellt hat, von Stuttgart direkt zur Rennstrecke im Elsass gefahren. Schon auf der Autobahn zeigt sich: Der neue Top-Elfer ist bequem wie eine Limousine. Einsteigen, losfahren und wie im Flug komme ich absolut entspannt in Anneau du Rhin an.

Mit einem Porsche 911 Turbo S waren wir einen Tag lang auf der Rennstrecke.

Mit einem Porsche 911 Turbo S waren wir einen Tag lang auf der Rennstrecke.

Cyril Minder
Der 650-PS-Bolide ist hier in seinem Element.

Der 650-PS-Bolide ist hier in seinem Element.

Cyril Minder
Aber auch auf öffentlichen Strassen überzeugt er.

Aber auch auf öffentlichen Strassen überzeugt er.

Cyril Minder

Erfahrene Instruktoren vor Ort

Am nächsten Morgen gehts dann nach einem Sicherheitsbriefing los. Alle Teilnehmer erhalten eine Einführung, was beispielsweise die einzelnen Flaggen der Streckenposten bedeuten und was auf der Rennstrecke erlaubt ist und was nicht. Erstteilnehmer bekommen darüber hinaus grundlegende Infos zur Fahrdynamik, können spezielle Einführungsrunden hinter einem Instruktor machen und dürfen ein kurzes kostenloses Personal Coaching in Anspruch nehmen, um sich von Anfang an sicher auf der Strecke und im Verkehr zu bewegen zu können.

Luft raus – und los gehts

Runde für Runde steigere ich das Tempo und merke, wie mir das Adrenalin ins Blut schiesst. In Kurven liegt der Porsche wie ein Brett auf dem Asphalt, auf der Start-/Ziel-Geraden katapultieren seine 650 PS das Auto wie auf einer Kanonenkugel geschossen nach vorne. Noch brachialer sind die Bremsen: Der Gurt schnürt dem Fahrer fast die Luft ab, wenn man bei 270 Sachen am Ende der Geraden voll in die Eisen steigt. Nach ein paar Runden fahre ich raus, weil ich eine Pause brauche – das Auto ist vermutlich gerade mal warm gefahren.

Mit dem Profi am Limit

Szenenwechsel – am Nachmittag übernimmt Fredy Barth das Steuer. Der Profi zeigt schon in der ersten Schikane, dass zwischen meinem maximalen Kurventempo und den physikalischen Grenzen des Turbos, noch viel Luft dazwischen liegt. Fredy nimmt auf dem ganzen Kurs die Kurven immer ein paar km/h schneller als ich und bremst jeweils noch ein paar Meter später. Und selbst das macht der Porsche klaglos mit. Nach 20 Minuten ist die Instruktionsfahrt vorbei und die Erkenntnis: Ein Profi wird aus mir wohl nicht mehr, aber Spass hat der Tag auf der Rennstrecke allemal gemacht.

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48 Kommentare
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JK

28.10.2020, 19:07

Bin ich der einzige dem sofort auffällt, dass der Fahrer im Bild auf der Rennstrecke keinen Helm trägt...? Egal welche Geschwindigkeit auf dem Tacho steht, der Helm ist pflicht :-/

Roberto X.

28.10.2020, 16:29

Mit dem eigenen Auto auf die Rennstrecke? Niemals! Vor allem dann nicht, wenn andere Privat-Möchtegern-Rennfahrer auch auf der Strecke sind und in Tat und Wahrheit null Ahnung vom Fahren haben. Hab so meine Erfahrungen damit gemacht, auf die ich gerne verzichten kann.

Bebito

28.10.2020, 15:00

Borsche. Es gibt einen Grund weshalb viele Borsche-Fahrer auf Tesla Model S umsteigen. Im Raum Zug extrem. Borsche baute gute Traktoren, alles andere ist ein schlecht riechender Fuuurz.