Schrumpfpenis: So kurz können 30 Zentimeter sein
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SchrumpfpenisSo kurz können 30 Zentimeter sein

Penisverlängerungen boomen schweizweit. Die Zahl der Eingriffe hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Der Grund: Das männliche Glied wird immer kleiner, sagen Experten.

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In einer Zürcher Praxis werden bis zu 120 Penisvergrösserungen pro Jahr durchgeführt. Das ist doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren.

In einer Zürcher Praxis werden bis zu 120 Penisvergrösserungen pro Jahr durchgeführt. Das ist doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren.

Männer lassen immer öfter ihr bestes Stück operieren: entweder lassen sie eine Penisverlängerung oder eine -verdickung vornehmen. Der Anstieg ist drastisch: «In den letzten eineinhalb Jahren hat sich die Nachfrage verdoppelt», sagt Deniel Kish, leitender Facharzt für ästhetische Chirurgie im Aesthetic Center Zürich. Auch Petra Berger, Fachärztin für plastische Chirurgie einer Zürcher Praxis sagt: «Ich führe einen bis zwei Eingriffe pro Woche durch, also ungefähr 120 im Jahr, das ist doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren.»

Industrieprodukte, Natur und Medien

Kish sieht drei Gründe für diese Entwicklung. Einen grossen Einfluss haben seiner Meinung nach Industrieprodukte wie beispielsweise PVC, das in vielen Plastikverpackungen enthalten ist: «Wir konsumieren es täglich, weil es ins Wasser und in die Erde gelangt.» Diese Produkte haben einen Östrogeneffekt auf den männlichen Körper, das Testosteron wird unterdrückt und die Penisentwicklung somit beeinträchtigt. «Da es immer mehr solcher Industrieprodukte gibt, leiden viele Männer unter einem kleineren Penisvolumen und einer geringeren Spermienanzahl.»

Hinzu komme: «Das Glied des Mannes wird mit dem Alter kleiner, die Vagina der Frau vergrössert sich nach dem Gebären.» Eine Penisverdickung wirke diesem Prozess entgegen. «Ich mache zu 90 Prozent Penisverdickungen und nur zu 10 Prozent Verlängerungen.»

Die dritte Ursache liegt für Kish darin, dass die Operationsmöglichkeiten durch die Medien bekannt geworden seien: «Männer wussten früher schlicht und einfach nicht, dass es das gibt.» Berger teilt diese Meinung: «Früher sprach man nur hinter vorgehaltener Hand darüber, man steckte dieses Thema in die Schmuddelecke.» Heute sei einerseits die Kontaktaufnahme viel einfacher, weil man sich übers Internet melden könne und andererseits sei dank der Medien das Tabu gebrochen worden.

Mikropenis und Minderwertigkeitskomplex

«Ich bin froh, dass jetzt eine Diskussion stattfindet, dass die Menschen offener geworden sind.» Eine Aufklärung auf diesem Gebiet sei sehr wichtig: Die Männer, die sie behandle, litten nämlich wirklich unter ihrer kleinen Ausstattung: «Sie haben einen enormen Minderwertigkeitskomplex und brauchen ernsthaft Hilfe.»

Einen Zusammenhang mit den Auswirkungen von Industrieprodukten sieht Berger hingegen nicht: «Meine Patienten haben ein angeborenes Problem, der kleine Penis liegt in ihrer genetischen Veranlagung.» Oft müsse sie sogenannte Mikropenisse operieren: «Die sind je nach dem sogar kürzer als ein Zentimeter.» Eine Operation bringe drei bis vier Zentimeter Verlängerung oder bis zu vier Zentimeter mehr Umfang. «Ich mache ungefähr gleich viele Verlängerungen wie Verdickungen.»

Besseres Selbstwertgefühl und Sexualleben

Kishs Praxis hingegen suchen nicht nur Männer mit unterdurchschnittlich kleinen Penissen auf: «Viele Männer haben eine normale Penislänge (sieben Zentimeter im Ruhezustand), wollen aber einen noch Grösseren haben und so potenter aussehen.» In erster Linie gehe es seinen Patienten um das Selbstwertgefühl, in zweiter Linie um ein besseres Sexualleben.

Vom Alter her sei alles dabei: «Viele Männer sind zwischen 30 und 50, ich habe aber auch schon über 70-Jährige behandelt», so Kish. Bei diesen Senioren stehe vor allem die äussere Erscheinung im Vordergrund. «Sie wollen in der Sauna bei ihren Freunden einen guten Eindruck hinterlassen.»

Berger warnt aber: «Eine Penisverlängerung ist keine Lappalie, die Männer müssen wissen, was auf sie zukommt.» Zu den Risiken gehörten Verletzung von Blutgefässen, unschöne Narben, Infektionen oder Sensibilitätsstörungen. Auch müsse nach der Operation damit gerechnet werden, dass der Penis im erigierten Zustand nicht mehr wie vorher schräg nach oben zeige, sondern eher nach unten. Wichtig sei besonders, dass man(n) sich von erfahrenen Ärzten behandeln lasse, die auf Qualität wert legten. Sie führe die Operation nur durch, wenn der Mann tatsächlich darauf angewiesen sei. «Ich bin absolut dagegen, dass sich daraus eine Art Lifestyle entwickelt.»

Das Verfahren

1. Penisverlängerung

20 Prozent der Penislänge befindet sich im Bauch eines Mannes: Während des Eingriffs wird dieser Teil von innen nach aussen verlagert und neu fixiert. In der Regel wird der Penis somit um zwei bis sechs Zentimeter verlängert.

2. Penisverdickung

Eine echte Alternative zur Penisvergrösserung stellt die Penisverdickung dar, bei der der Umfang des Penis verändert wird, nicht aber die Länge. Dafür wird Eigenfettgewebe von der Innenseite der Oberschenkel oder vom Bauch entnommen, aufgereinigt und von allen Gewebebestandteilen befreit. Anschliessend wird das Fett mit feinen Kanülen unter die Haut des Penis eingebracht, wo es diesen dann verdickt.

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