12.08.2020 16:03

Masken und Fieber messenSo läuft der Stadion- und Konzertbesuch bald ab

Ab Oktober dürfen wieder über 1000 Personen Grossveranstaltungen besuchen. Hier erfährst du, wer Temperaturchecks plant und wo man eigene Getränke mitnehmen kann.

von
Bettina Zanni
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Ab dem 1. Oktober können Kantone wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bewilligen.

Ab dem 1. Oktober können Kantone wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bewilligen.

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Wenn der Veranstalter im Publikum die geltende Abstandsregel nicht gewährleisten kann, kann eine Maskenpflicht für das Personal und das Publikum eine Massnahme sein, wie Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer der Swiss Music Promoters Association (SMPA), sagt.

Wenn der Veranstalter im Publikum die geltende Abstandsregel nicht gewährleisten kann, kann eine Maskenpflicht für das Personal und das Publikum eine Massnahme sein, wie Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer der Swiss Music Promoters Association (SMPA), sagt.

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Um Menschenansammlungen zu vermeiden, kann auf Verpflegungsangebote verzichtet werden. «Der Veranstalter müsste dann dem Publikum aber die Möglichkeit geben, eigene Getränke mitzunehmen», so Breitenmoser.

Um Menschenansammlungen zu vermeiden, kann auf Verpflegungsangebote verzichtet werden. «Der Veranstalter müsste dann dem Publikum aber die Möglichkeit geben, eigene Getränke mitzunehmen», so Breitenmoser.

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Darum gehts

  • Die Kantone können ab dem 1. Oktober Events mit über 1000 Personen bewilligen.
  • Hier erfährst du, was der Besuch von Konzerten und Matchs für das Publikum bedeutet.

Konzert- und Sportveranstalter können nach fast sechs Monaten aufatmen. Ab dem 1. Oktober erlaubt der Bundesrat den Kantonen, wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zu bewilligen. Konzertveranstalter und Sportclubs feilen bereits an Schutzkonzepten. So sollen sie aussehen:

Konzerte

• Sofern der Veranstalter im Publikum die geltende Abstandsregel nicht gewährleisten kann, kann eine Maskenpflicht für das Personal und das Publikum eine Massnahme sein, wie Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer der Swiss Music Promoters Association (SMPA), sagt.

• Um Menschenansammlungen zu vermeiden, kann auf Verpflegungsangebote verzichtet werden. «Der Veranstalter müsste dann dem Publikum aber die Möglichkeit geben, eigene Getränke mitzunehmen», so Breitenmoser.

• Sofern von Künstlern her möglich, kann auf Pausen verzichtet werden. «In Pausen stehen die Besucher gerne nahe zusammen, um sich zu unterhalten, was zu Menschenansammlungen führen könnte.»

• Die Besucher betreten und verlassen das Lokal gestaffelt. Breitenmoser denkt an geführte Bahnen wie beim Flughafen-Check-in. «Auch im Toiletten- und Garderobenbereich darf es nicht zu Menschentrauben kommen.»

Eishockey

• In allen Stadien wird eine Maskenpflicht gelten, wie Denis Vaucher, Eishockey-Liga Direktor, kürzlich zu «CH Media» sagte.

• Die Zuschauerzahl wird begrenzt.

• Choreografien, die einen ganzen Sektor abdecken, werden voraussichtlich verboten.

• Drehkreuze am Eingang sollen alle 10 Minuten desinfiziert werden.

• Besucher, die sich nicht an die Regeln halten, müssen mit einem Rauswurf aus dem Stadion rechnen.

• Das absichtliche Anspucken oder Anhusten von anderen Personen wird mit zwei Jahren Stadionverbot in der ganzen Schweiz gebüsst.

• Besucher, die das Stadion besuchen, obwohl sie nachweislich an Covid-19 erkrankt sind, sollen ein dreijähriges Stadionverbot erhalten.

• Clubs arbeiten detaillierte Konzepte aus. Beim SC Bern etwa misst ein kontaktloser Thermometer die Körpertemperatur des Besuchers. Wer 37, 5 Grad oder mehr aufweist, erhält keinen Zutritt. Auch wer bloss krank aussieht, hat im Stadion nichts verloren.

• Im Stadion gibt es nur noch Sitzplätze.

Fussball

• Die Swiss Football League (SFL) setzt sich eine einheitliche Umsetzung der übergeordneten Schutzmassnahmen an allen Spielorten zum Ziel.

• Vorgesehen ist eine Maskenpflicht in allen Stadionbereichen.

• Gästefansektoren sollen in beiden Ligen geschlossen werden.

• Temporär soll auf Stehplätze in der Raiffeisen Super League verzichtet werden.

«Das ist ein Lichtblick»

Dass der Bundesrat trotz steigender Zahlen die 1000er-Regel kippt, freut die Eventorganisatoren. «Das ist ein Lichtblick. Die Öffnung für mehr Publikum gibt unserer Branche Planungssicherheit und eine Perspektive», sagt SMPA-Geschäftsführer Stefan Breitenmoser.

Ihr Ziel sei es, sich im Dialog mit den Behörden auf ein valables, schweizweit anwendbares Schutzkonzept einigen zu können, sagt Breitenmoser. «Alle Beteiligten einer Veranstaltung sollten dem Konzept vertrauen und sich gut aufgehoben fühlen.» Dazu zähle insbesondere das Publikum. Dennoch sei der Schaden für die Herbst- und Wintersaison bereits angerichtet. «Die meisten Veranstaltungen unserer Mitglieder mussten bereits verschoben oder abgesagt werden.»

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711 Kommentare
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Ach herrjeh

13.08.2020, 21:17

Vor allem das mit dem Fieber messen ist lachhaft, wo man doch weiss, dass ein grosser Teil der Infizierten gar keine Symptome hat. Man wird also vor allem jene bestrafen, die sich eine harmlose Erkältung zugezogen haben.

Echt jetzt

13.08.2020, 21:11

Wer unter diesen Umständen an eine solche Veranstaltung geht ist selber schuld. Würde mir nicht im Traum einfallen, bin doch kein Schaf.

Sepp

13.08.2020, 20:05

Der Druck der Fussballbosse wird sich als Bumerang erweisen. Fussbal ist nicht systemrelevant meine lieben Manager. Gesundheit kommt VOR DER KOHLE! Die Neuansteckungen nehmen seit Tagen markant zu und das BAG hat - auf Druck der Fusslalllobyisten - die grandiose Idee, nun die Stadion zu öfnen. Liebe Fussballmanager: Gesundheit kommt VOR DER KOHLE! Irgendwie krank. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Kantone mit ihrer neuen Kompetenz bei starker Zunahme der Neuansteckungen den Fussballstadionen den Stecker zieht. Und das ist gut so, denn die Gesndheit geht vor.