Aktualisiert 17.05.2020 13:03

Max Simonischek berichtet

So läuft ein Filmdreh in Corona-Zeiten

Mobile Waschbecken, «Hygiene-Aufpasser» und umgeschriebene Szenen – auf dem Filmset ist während der Corona-Krise nichts mehr, wie es einmal war.

von
Schimun Krausz
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Schauspieler Max Simonischek (Mitte) dreht gerade für die ZDF-Produktion «Sarah Kohr». Beim Aussendreh in Hamburg wird während der Covid-19-Pandemie penibel auf die Einhaltung der Abstandsregeln geachtet.

Schauspieler Max Simonischek (Mitte) dreht gerade für die ZDF-Produktion «Sarah Kohr». Beim Aussendreh in Hamburg wird während der Covid-19-Pandemie penibel auf die Einhaltung der Abstandsregeln geachtet.

Max Simonischek
Ohne Maske geht am TV-Set gar nichts.

Ohne Maske geht am TV-Set gar nichts.

Max Simonischek
Komm mir nicht zu nahe! Max Simonischek und einer seiner Schauspielkollegen.

Komm mir nicht zu nahe! Max Simonischek und einer seiner Schauspielkollegen.

Max Simonischek

Darum gehts

  • Max Simonischek steht gerade in Hamburg vor der Kamera.
  • Die Dreharbeiten dürfen nur unter strengen Hygiene-Regeln erfolgen.
  • Aufpasser schauen, dass Abstandsregeln eingehalten werden.
  • Filmszenen, bei denen sich Darsteller zu nahe kommen, müssen umgeschrieben werden.

«Zwingli»-Star Max Simonischek stand gerade vor der Kamera in Hamburg, als Corona nahezu alles in Europa lahmlegte. Doch die ZDF-Produktion «Sarah Kohr», in der Simonischek die Episodenhauptrolle spielt, machte weiter – es war eine der letzten Drehs in Deutschland, der fast bis Ende März durchgezogen wurde.

Die Stimmung sei schon da äussert seltsam gewesen. «Ich war in meinem Hotel gefühlt der einzige Gast. Bar und Restaurant im Haus waren zu. Es war wie in einer Geisterstadt», sagt der 37-Jährige.

Dann kam der Lockdown und damit das endgültige Drehverbot in Hamburg. Lange war ungewiss, wie und ob es weitergehen kann. Am 11. Mai war es dann soweit. Bevor es losging, wurde der Schauspieler auf das Virus getestet, wie alle Mitglieder des Filmteams. Der Schweizer musste zudem per Unterschrift bestätigen, sich an bestimmte Verhaltensregeln zu halten, die in einem Manifest festgehalten wurden.

«Jeder Schauspieler muss einzeln gefahren werden»

Wie sieht denn ein typischer Drehtag in Corona-Zeiten aus? «Im Normalfall wird wird man morgens mit den Kollegen gemeinsam abgeholt. Man quatscht und wärmt sich quasi auf. Neu muss jeder einzeln gefahren werden», erzählt Simonischek.

Danach gehts in die Maske. Es gibt neuerdings einen zweiten Make-up-Wagen, damit die Schauspieler sich auch dort nicht begegnen. «Die Stylistin muss Maske und ein Visier tragen und ich ebenfalls einen Mund-Nasen-Schutz, was beim Schminken und Frisieren natürlich zu Komplikationen führt.»

Mobiles Waschbecken am Set

Auf Hygiene wird extremen Wert gelegt, denn ein positiver Corona-Test würde die Produktion sofort lahmlegen. Es gibt ein mobiles Waschbecken mit Seifenspender, das den Schauspielern dauernd hinterhergefahren wird. Dazu wurden zwei «Aufpasser» engagiert, die mittels einer 150 Zentimeter langen Stange sicherstellen, dass die Schauspieler immer den nötigen Abstand wahren. «Alles dauert doppelt so lange wie sonst. Das ist fatal, weil Zeit bedeutet beim Dreh bares Geld», resümiert Simonischek.

Zum Glück hatte das Team die Liebesszene schon im Kasten – die wäre mit dem Mindestabstand ziemlich unsexy geworden. Alle anderen Einstellungen, in denen sich die Darsteller laut Drehbuch näherkommen, mussten schnell umgeschrieben werden. Simonischeks Fazit zu den Dreharbeiten während der Pandemie: «Auch im Filmkosmos stellt sich die Frage der Verhältnismässigkeit der Massnahmen.»

«Laim»

Simonischek ist am Montag im TV

Max Simonischek (37) ist Lukas Laim.

Max Simonischek (37) ist Lukas Laim.

ZDF

Max Simonischek ist am Montag wieder in seiner Paraderolle als Kommissar Lukas Laim zu sehen. Diesmal ermittelt er im Mordfall eines Opernsängers, der im Verdacht steht, Kinder sexuell missbraucht zu haben. «Laim und der letzte Schuldige» läuft um 20.15 Uhr im ZDF und ist auch in der Mediathek erhältlich.

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