30.09.2020 15:49

4 TippsInfektionsgefahr beim Liftfahren lässt sich deutlich reduzieren

Viele Personen auf engem Raum ist derzeit keine gute Idee. Das gilt laut einer Studie aus den Niederlanden auch fürs Liftfahren. Allerdings kann man auch dort das Infektionsrisiko senken.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Die sicherste Variante, während der Corona-Pandemie von einem Stockwerk ins nächste zu kommen, ist das Treppensteigen. Doch auch Liftfahren ist möglich. 

Die sicherste Variante, während der Corona-Pandemie von einem Stockwerk ins nächste zu kommen, ist das Treppensteigen. Doch auch Liftfahren ist möglich.

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Um dabei das Infektionsrisiko möglichst klein zu halten, empfehlen Forscher der Universität Amsterdam den Betreibern von Aufzügen, die Türen zwischen den Fahrten so oft und lange wie möglich offen zu halten.  In ihrer im «International Journal of Indoor Environment and Health» publizierten Studie … 

Um dabei das Infektionsrisiko möglichst klein zu halten, empfehlen Forscher der Universität Amsterdam den Betreibern von Aufzügen, die Türen zwischen den Fahrten so oft und lange wie möglich offen zu halten. In ihrer im «International Journal of Indoor Environment and Health» publizierten Studie …

Foto: Getty Images/iStockphoto
… zeigte das Team, dass sich Aerosole bei geschlossenen Lifttüren bis zu 30 Minuten in der Luft halten können. Öffnen und schliessen sich die Türen regelmässig, waren es im Schnitt 12 bis 18 Minuten. Am schnellsten – nämlich in 2 bis 4 Minuten – verdünnisierten sich die Aerosole, wenn zwischen den Fahrten längere Pausen eingelegt wurden, in denen die Türen durchweg offen standen.

… zeigte das Team, dass sich Aerosole bei geschlossenen Lifttüren bis zu 30 Minuten in der Luft halten können. Öffnen und schliessen sich die Türen regelmässig, waren es im Schnitt 12 bis 18 Minuten. Am schnellsten – nämlich in 2 bis 4 Minuten – verdünnisierten sich die Aerosole, wenn zwischen den Fahrten längere Pausen eingelegt wurden, in denen die Türen durchweg offen standen.

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Darum gehts

  • Wenn sich ein Corona-Infizierter im Lift aufhält, besteht die Gefahr, sich anzustecken.
  • Das ist auch dann der Fall, wenn man nach einem solchen in die Kabine steigt.
  • Denn in den fensterlosen Kabinen können sich Aerosole besonders gut halten.
  • Allerdings lässt sich das Infektionsrisiko laut niederländischen Forschenden deutlich senken.

Lifte bergen ein hohes Risiko, sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anzustecken, wenn sie nicht regelmässig gelüftet werden. Ist das nicht der Fall, kann selbst bei Alleinfahrten nicht ausgeschlossen werden, dass man sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ansteckt, wenn zuvor eine infizierte und ansteckende Person im Lift war.

Zu diesem Schluss kommen niederländische Forschende im «International Journal of Indoor Environment and Health». Das Problem: In den fensterlosen Kabinen können sich Aerosole besonders gut halten.

Alkohol statt Virus

Um herauszufinden, wie lange sich die winzig kleinen Tröpfchen, die wir bereits beim Atmen, aber auch beim Sprechen, Lachen und Husten ausstossen, im Lift halten, sprühte das Team um Daniel Bonn vom Institut für Physik der Universität Amsterdam ein Alkoholgemisch in verschiedene Aufzüge. Die winzigen Partike machte es anschliessend mithilfe eines Lasers sichtbar.

Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich die Aerosole in der Kabine verhalten. Ein Sprühstoss entsprach dabei ungefähr einem einmaligen Huster einer Person.

Türen spielen grosse Rolle

Die Auswertung der Daten zeigte, dass sich potenziell infektiöse Mini-Tröpfchen bei geschlossenen Lifttüren bis zu 30 Minuten in der Luft halten können. Öffnen und schliessen sich die Türen regelmässig, waren es im Schnitt 12 bis 18 Minuten. Am schnellsten – nämlich in 2 bis 4 Minuten – verdünnisierten sich die Aerosole, wenn zwischen den Fahrten längere Pausen eingelegt wurden, in denen die Türen durchweg offen standen. Die genaue Dauer hängt laut Bonn und seinen Kollegen mit der Grösse der Kabine zusammen. Dabei gilt: Je grösser diese ist, desto länger dauert es, bis die Luft vollständig ausgetauscht ist.

Drei Tipps für Liftfahrer

Während die Veränderung der Türeinstellungen Sache der Aufzugbetreiber ist, können Liftfahrende auch selbst etwas zur Senkung der potenziellen Ansteckungsgefahr beitragen, so die Forscher. Etwa durch das Tragen einer Maske. Zudem sollte man die Kabine möglichst allein nutzen und während der Fahrt weder reden noch husten. Am besten ist es aber immer noch, den Lift gegen die Treppe einzutauschen.

Sich auf die Belüftungsanlagen von Liften zu verlassen, halten die Forschenden dagegen für keine gute Idee. Im Zuge der Studie mussten sie feststellen, das diese bei den meisten Kabinen abgestellt wird, sobald der Lift steht.

Liftfahrt als Superspreader-Event

Die Erkenntnisse der Niederländer werden unter anderem durch einen Superspreader-Event aus China gestützt. Dort hatte die Liftfahrt einer Frau ohne Symptome zu mehr als 70 Infektionen mit Sars-CoV-2 geführt. Auch bei den Corona-Ausbrüchen in zwei Hochhäusern im deutschen Göttingen sollen Aufzüge eine Rolle gespielt haben.

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269 Kommentare
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Euromomo Woche 39

02.10.2020, 01:51

Aktuell ist in folgenden, am europäischen Mortalitätsmonitoring teilnehmenden Ländern eine signifikante Übersterblichkeit feststellbar: Belgien, Niederlande, Portugal, Spanien.

Corona

02.10.2020, 01:29

War heute im Lift und habe mir den Maskenträger vorgenommen.

Joe le Taxi

02.10.2020, 01:09

Hatte heute wieder einmal eine längere Sitzung. Das Resultat war nicht so toll. Es roch komisch. Vielleicht sollte ich einen Doktor aufsuchen. Farblich gesehen ist zwar alles in Ordnung, aber in der Nase, dieser Geruch..