Drohnen-Nachtflug: So leuchtend haben Sie Zürich noch nie gesehen
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Drohnen-NachtflugSo leuchtend haben Sie Zürich noch nie gesehen

Mit einer Drohne sind einem Fotografen-Team gestochen scharfe Nachtbilder der Stadt Zürich gelungen. Seit Donnerstag sind sie als Video öffentlich zugänglich.

von
ced

Im Internet Zürich zu erkunden, ist mit Google Maps bereits seit langem möglich – jedoch stellt der amerikanische Konzern nur Aufnahmen zur Verfügung, die tagsüber geschossen wurden. Dass die Stadt in der Nacht in einem ganz anderen Licht erstrahlt, zeigen nun die beiden Fotografen Alessandro Della Bella und Christian Mülhauser.

Mit Hilfe einer Drohne entstanden spektakuläre Bilder, die seit Donnerstag öffentlich zugänglich sind. Per Mausklick kann sich der Betrachter zu zwölf verschiedenen Punkten bewegen und eine 360-Grad-Rundumsicht geniessen. «Aus der Luft fotografierte Nachtaufnahmen in dieser Qualität sind eine Neuheit», sagt Della Bella. Er blickt auf einen steinigen Weg zurück und ist froh, nun endlich das Endresultat präsentieren zu können.

Eigenkonstruktion kam zum Einsatz

In der Stadt Zürich Drohnen einzusetzen, war nämlich lange illegal. «Erlaubt sind Drohnen erst seit dem 1. April 2015 – unter gewissen Auflagen», sagt Mülhauser. So müsse das Flugobjekt zum Beispiel stets mindestens 100 Meter Abstand zu Menschenansammlungen haben. Teilweise wurden die Einsätze mit der Stadtpolizei abgesprochen.

Ein Problem stellte die Stabilisierung der Kamera dar. Auf dem Markt gebe es keine Fixierung für Drohnen, die bei Dunkelheit scharfe Bilder garantiere, sagt Della Bella. Die Lösung: Eine Eigenkonstruktion von Christian Mülhauser. Im Detail gebe es zwar immer noch eine gewisse Bewegungsunschärfe – das liege aber an der langen Belichtungszeit und diene auch dazu, die Privatsphäre von Anwohnern zu schützen.

Zeitraffer-Film und Ausstellung

Entstanden sind die Bilder zwischen November und Februar. Die 360-Grad-Panoramas bestehen jeweils aus rund 42 zusammengesetzten Einzelaufnahmen. Im Original haben die Fotos eine Grösse von über 50'000 Pixeln – obwohl die Online-Bilder noch gestochen scharf wirken, besitzen sie nur rund 10 Prozent der ursprünglichen Auflösung.

Zusätzlich besteht das Projekt «Zurich by Night» aus einem ausgeklügelten Zeitraffer-Film und einer Ausstellung in der Photobastei vom 7. bis 24. April.

www.helvetiabynight.com

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