Presseschau: «So lukrativ ist Scheitern»
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Presseschau«So lukrativ ist Scheitern»

Die desolaten 2008er-Zahlen der UBS waren auch im Ausland Thema und wurden von den führenden Onlineportalen aufgegriffen. Insbesondere die Bonuszahlungen standen im Fokus.

Auf den internationalen Medienportalen wurde am Dienstag an zum Teil prominenter Stelle über den Rekordverlust der grössten Schweizer Bank berichtet. So verwies etwa Spiegel Online darauf, dass die UBS trotz Milliardenverlust und mit Hochdruck vorangetriebener Neuausrichtung in einem Punkt Kontinuität zeige: bei der Ausschüttung von Boni. Der Betrag sei zwar deutlich geringer als in den fetten Jahren zuvor, bewege sich aber trotzdem in Milliardenhöhe. «So lukrativ ist Scheitern», hiess es im Gastkommentar des Zürcher Journalisten Res Strehle.

Auch die Online-Ausgabe der «Financial Times Deutschland (FTD)» fokussierte auf die Bonuszahlungen. Der Chef der grössten Bank habe trotz schlechtem Ergebnis die Investoren mit einem positiven Ausblick und die Mitarbeitenden mit Prämien erfreut, schrieb die FTD. Und kommentierte trocken: «Die Politiker schäumen.»

Handelsblatt prophezeite ein «Blutbad»

Kein Wort zu den Boni wurde auf der Internetseite des deutschen «Handelsblatt» verloren. In einem Artikel am Montag schrieb das «Handelsblatt» noch, der Finanzplatz Zürich bereite sich auf ein «neues Blutbad» vor. Ob die Präsentation der UBS-Ergebnisse wirklich einem Blutbad gleichkam, wurde am Dienstag nicht gesagt.

Nüchtern berichtete die «Frankfurter Allgemeine (FAZ)» auf dem Internet über die UBS-Ergebnisse. In einer ausführlichen Chronogie listete die FAZ dafür die «Stationen des Abstiegs» der UBS auf.

Boni bei den Angelsachsen kein Thema

Auch auf dem Internetportal der englischen BBC waren die Boni kein Thema. Erwähnt wurde dagegen die Rückbesinnung der UBS auf den Schweizer Markt. Zudem wurde ein Analyst zitiert, der prophezeite, die UBS benötige noch einige weitere Quartale, bis sie ihr Chaos mit schlechten Kreditrisiken aufgeräumt habe.

Auf der Internetseite des amerikanischen Nachrichtensenders CNN wurde nebst den Minuszahlen und dem Stellenabbau insbesondere darauf hingewiesen, dass noch nie ein anderes Schweizer Unternehmen einen grösseren Verlust ausgewiesen habe. (sda)

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