17.07.2018 17:04

Filmen aus der LuftSo macht deine Drohne die besten Ferien-Aufnahmen

Adrian Rüedi bereist als Reise-Blogger mit seiner Frau Valeria die Welt. Immer mit dabei: seine Drohne. Hier verrät er Tricks, damit die Aufnahmen toll werden.

von
tob

Der Strand Anse Source d'Argent auf La Digue (Seychellen) aus der Luft. Das Drohnenvideo wurde zur Verfügung gestellt vom Reiseblog Littlecity.ch

Der menschenleere Strand, die Skyline einer Metropole oder monumentale Bergwelten: Aus der Luft sieht alles noch viel schöner aus. Solche Aufnahmen kann heute jeder machen, der bereit ist, ein paar Hundert Franken in eine kleine Kamera-Drohne zu investieren. Klar, dass man den Multikopter dann auch gern mit in die Ferien nehmen möchte. Doch hier ist Vorsicht geboten und man sollte sich über lokale Gesetze informieren (siehe Box).

So gilt in einigen Ländern etwa eine Registrierungspflicht für Pilot und Drohne, um damit überhaupt fliegen zu können. In anderen Ländern ist die Nutzung komplett untersagt. Weiter gilt es, sich vor der Reise zu informieren, ob man mit einer Drohne einreisen darf. Die Akkus der Drohne gehören zudem immer ins Handgepäck.

So gelingen die Aufnahmen

Hat man all diese Punkte erledigt, kann man die Drohne endlich steigen lassen. Doch wie werden die Videos und Fotos gut? Wir haben den Reise-Blogger Adrian Rüedi gefragt.

Adrian, du bist ein erfahrener Drohnenpilot und hast schon auf der ganzen Welt gefilmt. Was ist die ideale Flughöhe, um gute Aufnahmen zu machen?

So etwas wie die ideale Flughöhe gibt es eigentlich nicht. Es kommt dabei immer darauf an, wie gross das Sujet ist – und was man überhaupt zeigen möchte.

Was für eine Drohne brauche ich, damit Videos toll werden?

Das Wichtigste ist, dass die Kamera eine 3-Achsen-Stabilisation hat, damit die Aufnahmen schön «smooth» werden.

Was sind spannende Bildkompositionen, die man aus der Luft einfangen kann?

Schöne finde ich immer, wenn ein Objekt zentriert ist und es drumherum ruhiger ist. Darum eignen sich zum Beispiel Inseln hervorragend. Eine interessante Perspektive ist auch senkrecht nach unten. Das kommt an Stränden beispielsweise immer gut.

Wie erkenne ich vom Boden aus, ob es aus der Vogelperspektive gut aussieht?

Eine vorgängige Recherche etwa auf Google Maps oder mit der App AirMap (für iOS und Android) lohnt sich immer. Mit der App sieht man auch gleich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Flug vor Ort.

Was gilt es generell zu beachten, wenn man mit der Drohne fliegt?

Respektiere die Privatsphäre der Leute, beachte die gesetzlichen Voraussetzungen in den jeweiligen Länder (Achtung, diese können sich sehr schnell ändern und auch von Dorf zu Dorf unterschiedlich sein!). Bei religiösen Objekten braucht es vielfach eine Sondergenehmigung. Weitere wichtige Punkte: Informiere dich vorher über Wind- und Böen-Geschwindigkeit und denke daran, dass diese am Boden und in 50 Metern Höhe unterschiedlich sein können.

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Wer seine Kameradrohne in den Himmel steigen lässt, erhält tolle Aufnahmen. Doch dabei gilt es Gesetze und Regeln zu beachten.

Wer seine Kameradrohne in den Himmel steigen lässt, erhält tolle Aufnahmen. Doch dabei gilt es Gesetze und Regeln zu beachten.

iStock/Andresr
Sichtkontakt: Als Pilot musst du zum Multikopter immer den Sichtkontakt halten. So die Vorschrift des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL). Eine Richtlinie, die auch in vielen anderen Ländern gilt. Fliege zudem nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

Sichtkontakt: Als Pilot musst du zum Multikopter immer den Sichtkontakt halten. So die Vorschrift des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL). Eine Richtlinie, die auch in vielen anderen Ländern gilt. Fliege zudem nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

iStock
Privatsphäre: Respektiere die Privatsphäre anderer und halte Abstand zu Tieren. Fliege mit dem Multikopter nie über Naturschutzzonen oder im Tiefflug über Privatgrundstücke. Der Flug rund um Menschenansammlungen ist unter Umständen bewilligungspflichtig. Mehr Infos auf der Website des BAZL.

Privatsphäre: Respektiere die Privatsphäre anderer und halte Abstand zu Tieren. Fliege mit dem Multikopter nie über Naturschutzzonen oder im Tiefflug über Privatgrundstücke. Der Flug rund um Menschenansammlungen ist unter Umständen bewilligungspflichtig. Mehr Infos auf der Website des BAZL.

iStock

Was ist die grösste Herausforderung, um schöne Aufnahmen zu machen?

Die schönsten Aufnahmen entstehen dann, wenn das Licht und das Wetter stimmen. Bei Sonnenaufgang und Untergang hat es oft sehr schönes Licht.

Hast du einen Geheimtipp, damit Aufnahmen super aussehen?

Plane deinen Flug, achte auf das Wetter und fliege dann, wenn das Licht am besten ist. Drohnen-Fotos, die ich über unsere Kanäle veröffentliche, bearbeite ich zudem im Anschluss, um das Optimum herauszuholen. Falls die Drohne es unterstützt, empfehle ich, immer im RAW-Format zu fotografieren.

Wo kann ich meine Drohnenvideos nach den Ferien teilen?

Das kommt darauf an, ob du sie öffentlich machen möchtest oder nicht. Ich persönlich veröffentliche meine Drohnenaufnahmen über unseren Blog Littlecity.ch, Instagram, Youtube, Facebook oder Pinterest mit dem Ziel, die Menschen dazu zu animieren, die Welt zu entdecken.

App zeigt die Gesetzeslage

Drohnengesetze sind von Land zu Land unterschiedlich und können sich schnell ändern. Deshalb ist es unerlässlich, sich vorab über die lokale Gesetzgebung des Reiseziels zu informieren. Hilfe bietet etwa die App Airmap. Darin enthalten sind weltweite Drohnengesetze, Ratschläge, aber auch generelle Tipps, eine Flugetiquette sowie Wettervorhersagen. Airmap gibt es sowohl für iOS- als auch für Android-Smartphones. Die App ist kostenlos.

Der Reise-Blogger Adrian Rüedi ist ein erfahrener Drohnenpilot. (Foto: Littlecity.ch)

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