Parfüm mischen: Die besten Tipps, Kombinationen und No-Gos
Parfüm-Layering erlebt gerade einen Hype auf Social Media.

Parfüm-Layering erlebt gerade einen Hype auf Social Media.

Pexels/Babi Galeane
Publiziert

Experte gibt TippsSo mischst du deine Parfüms miteinander

Wer Parfüms mischt, kann ganz einfach eine individuelle Note kreieren. Wenn es dann auch noch gut duften soll, gehört aber schon ein bisschen mehr dazu. Ein Experte verrät die wichtigsten Tipps.

von
Malin Mueller

Unter Parfüm-Layering versteht man das Überlagern, Zusammentragen oder Mischen mehrerer Düfte. Das ist keineswegs neu, erlebt aber gerade als Trend seinen zweiten Frühling bei Tiktok und Instagram.

Warum ist klar: Statt das gleiche Parfüm wie Hunderte andere zu tragen, kreiert man einen individuellen Duft ganz für sich – wäre da nur nicht die Gefahr am Ende viel zu stark, irritierend oder gar scheusslich zu riechen. Natürlich hilft es da vor allem zu experimentieren. Für die Extra-Absicherung schaden aber auch ein paar Expertentipps nicht. Christof Hoerler ist stellvertretender Geschäftsführer in der Zürcher Luxus-Parfümerie Spitzenhaus und liefert genau, was du wissen musst.

Christof Hoerler kennt sich bestens mit Düften aus und gibt Tipps zum Parfüm-Layering.

Christof Hoerler kennt sich bestens mit Düften aus und gibt Tipps zum Parfüm-Layering.

Spitzenhaus.com

Der Aufbau eines Parfüms

Um zu wissen, was man da mischt, lohnt es sich, das Grundkonzept von Parfüm zu verstehen – die Zusammensetzung aus Kopf-, Herz- und Basisnote. Der Experte klärt auf: «Die Kopfnote gibt den ersten Eindruck, sie ist sozusagen die Pick-up-Line. Dafür verfliegt sie aber auch am schnellsten – oft schon nach wenigen Minuten. Die Herznote ist der Grundzug, wie der Charakter eines Parfüms. Sie bleibt länger.» Den Spitzenplatz in Sachen Haltedauer belegt die Basisnote: «Auf der Haut hält sie bis zu acht Stunden, auf Kleidung sogar tagelang.»

Single-Notes als Basis

Besonders eignen sich zum Mischen sogenannte Single-Note-Düfte, die Noten aus einer Duftfamilie – etwa Zitrus- oder Rose – beinhalten. «Linear aufgebaute Düfte funktionieren super zum Layering. Weil sie selbst nicht zu komplex sind, geben sie einem zweiten Parfüm den nötigen Raum.» Auch von der Reihenfolge her macht es Sinn, mit Single-Notes anzufangen. «Das einfachere Parfüm würde ich immer zuerst auftragen. Für eine sanfte Kombination könnte man den zweiten Duft dann nur noch in die Luft sprühen und durch den Sprühnebel laufen.»

Wer sich traut, zu experimentieren, kann aus zwei längst bekannten Düften etwas ganz Neues kreieren. 

Wer sich traut, zu experimentieren, kann aus zwei längst bekannten Düften etwas ganz Neues kreieren. 

Pexels/Ron Lach

Layering für mehr Dufterlebnis

«Jemand, dem Eau Fraîches oder Colognes gut gefallen, kann Parfüm-Layering super helfen. Solche Düfte halten ganz bewusst nicht allzu lange auf der Haut», so Christof. «Übereinander getragen mit holzigen Noten oder einem Duft mit einer starken Basisnote, kann man ihnen nicht nur mehr Pepp verleihen, sie halten auch länger an.»

Das geht immer, da wird es schwierig

Wer Parfüm-Layering ausprobieren will, ohne direkt enttäuscht zu werden, für den hat Christof Hoerler einen Rat. Um ihn zu befolgen, solltest du nochmal genau die Duftrichtung deines Parfüms unter die Lupe nehmen: «Es gibt Perfect Matches, die immer gut funktionieren. Etwa Rose und Patchouli, Rose und Kardamom oder Zitrus zusammen mit Kräutern. Mischt man Parfüms mit diesen Noten, kann man nicht viel falsch machen.»

Wo es schnell etwas viel werden kann, verrät der Parfüm-Profi ebenfalls: «Sehr komplexe, orientalische Düfte stehen schon allein stark im Raum. Da sollte nicht noch mehr dazu kommen.»

Bei der Platzierung variieren

Nicht nur die Handgelenke eignen sich, um Parfüm aufzutragen.

Nicht nur die Handgelenke eignen sich, um Parfüm aufzutragen.

Pexels/Mart Production

Übrigens gibt es mehr Varianten von Parfüm-Layering, als einfach zwei Düfte auf die Pulsadern zu sprühen. «Ich bin zum Beispiel jemand, der gerne Kleider parfümiert. Hier hält ein Duft einfach länger. Trage ich ein Parfüm auf dem Handgelenk und ein anderes auf den Kleidern, vermischt sich im Endeffekt auch hier der Duft.» Auch auf dem Kopf gibt es noch eine Möglichkeit: «Mit Parfüm im Haar kann man ebenfalls arbeiten. Da sollte man allerdings auf spezielle Düfte setzen: Haarparfums kommen ohne viel Alkohol aus und trocknen daher weder das Haar aus, noch greifen sie seine Farbe an.»

Achtung, Risiko!

Ganz risikofrei – vom Duft mal abgesehen – ist Parfüm-Layering übrigens nicht. «Fast jedes Parfüm enthält durch die verschiedenen Ingredienzen auch potenzielle Allergene», weiss Christof Hoerler. «Selbst wenn man einen Duft verträgt, kann er gemischt mit einem zweiten allenfalls ein noch höheres Allergie-Potenzial bekommen. Da sollte man einfach vorsichtig sein.» Pro-Tipp: Wer den zweiten Duft wie Christof gerne auf Textil trägt, geht diesem Risiko aus dem Weg. Einen letzten Rat hat der Profi übrigens auch noch: «Less is more. Mehr als zwei Düfte würde ich aller Individualität zum Trotz nicht miteinander mischen.» 

Welches ist dein Lieblings-Duft oder deine liebste Kombination? Verrate sie uns!

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