Aktualisiert 29.03.2020 19:40

Neue BetrugsmaschenSo nutzen Kriminelle die Corona-Krise aus

Im Netz nutzen Kriminelle die Ängste und Sorgen der Bevölkerung aus, um mit unterschiedlichen Methoden an Geld und Daten zu kommen.

von
Jacqueline Straub
1 / 14
«Die Täter gehen sehr geschickt und auf ganz unterschiedliche Arten vor, um an die Daten und das Geld der User zu kommen», so Ralph Hirt vom Mediendienst der Kantonspolizei Zürich.

«Die Täter gehen sehr geschickt und auf ganz unterschiedliche Arten vor, um an die Daten und das Geld der User zu kommen», so Ralph Hirt vom Mediendienst der Kantonspolizei Zürich.

Dusanpetkovic
Screenshot der originalen Coronavirus Mapping App des CSSE, bei der kein Download nötig ist. Cyberkriminelle erstellen nun aber Coronavirus Maps, die täuschend echt aussehen, so Hirt.

Screenshot der originalen Coronavirus Mapping App des CSSE, bei der kein Download nötig ist. Cyberkriminelle erstellen nun aber Coronavirus Maps, die täuschend echt aussehen, so Hirt.

cybercrimepolice.ch
Unterschiede zwischen der gefälschten und der originalen Coronavirus Mapping App: Wichtigster Punkt ist hierbei, dass es sich bei der Fälschung um einen Download bzw. eine Installation eines Programmes handelt und beim Original um eine browserbasierte App, welche keinen Download bzw. keine Installation benötigt ...

Unterschiede zwischen der gefälschten und der originalen Coronavirus Mapping App: Wichtigster Punkt ist hierbei, dass es sich bei der Fälschung um einen Download bzw. eine Installation eines Programmes handelt und beim Original um eine browserbasierte App, welche keinen Download bzw. keine Installation benötigt ...

cybercrimepolice.ch

«Die Täter gehen sehr geschickt vor», so Ralph Hirt vom Mediendienst der Kantonspolizei Zürich. Etwa erstellen Cyberkriminelle Coronavirus Maps, interaktive Karten zum Downloaden, welche die Virusverbreitung im Land anzeigen. «Diese sehen täuschend echt aus», so Hirt. Wenn auf solch einer Seite etwas angeklickt wird, lädt sich im Hintergrund ein Programm herunter, das jegliche Aktivitäten auf dem Bildschirm mitverfolgen kann und Zugriff zu sämtlichen Passwörter hat. Achtung: Die echten Karten, etwa die der Johns Hopkins University, sind browserbasiert und müssen nicht heruntergeladen werden.

«Die Täter gehen auf ganz unterschiedliche Arten vor, um an die Daten und das Geld der User zu kommen», so Hirt. Bei den sogenannten Phishing-Mails verschicken die Täter E-Mails, die angeblich von der World Health Organisation (WHO) oder dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) stammen. Wer diese öffnet und einen Link anklickt, ist im Netz der Kriminellen.

Spendenaufrufe und Fake-Shops

Ebenso gibt es Spendenaufrufe von vermeintlichen Wohltätigkeitsorganisationen, die einen Impfstoff gegen Covid-19 entwickeln wollen oder auch Fake-Shops für medizinische Produkte. Online werden etwa Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel angeboten. Trotz Bezahlung werden die Waren nie geliefert. Beim Voice Phishing werden Anrufe im Namen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) getätigt, um an persönliche Informationen zu gelangen.

Mehrere Opfer bei «Cybercrimepolice»

Wie viele solche Cyberangriffe es seit der Corona-Krise in der Schweiz gab, kann Hirt nicht sagen. «Hierfür müssten wir über einen längeren Zeitraum die Statistik auswerten». Auf der Website «Cybercrimepolice» der Kapo Zürich gaben bereits vier Personen an, Opfer von Fake-Shops geworden zu sein.

Hinter jeder Straftat gäbe es eine Dunkelziffer, so Hirt. Besonders hoch dürfte diese bei «Sextortion» sein. Die Täterschaft gibt vor zu wissen, dass das Opfer im Internet Pornos angschaut haben soll, und erpresst dieses nun, bei Nichtzahlung die Familie mit dem Coronovirus zu infizieren. «Wir können natürlich nur handeln, wenn bei uns eine Anzeige eingereicht wird», so der Mediensprecher der Kapo Zürich.

Virenscanner und Anzeige erstatten

Um kein Opfer von Cyberkriminalität zu werden, empfiehlt Hirt, aufmerksam und vorsichtig zu sein und sich einen guten Virenscanner auf dem Rechner zu installieren. Dieser sollte regelmässig upgedatet werden. Nur so biete er Schutz vor Hackern. «Und auf jeden Fall die Polizei kontaktieren und Anzeige erstatten, falls man Opfer wird. Wir müssen wissen, was die Täter machen, nur so können wir intervenieren», sagt der Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich.

So erkennen Sie betrügerische Mails

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) gibt drei Tipps, um sogenannte Phishing-Mails oder Mails mit Schadsoftware zu entlarven:

- Misstrauen Sie E-Mails, die Sie unaufgefordert bekommen. Besonders vertrauenswürdige Firmen werden gern als gefälschte Absenderadressen missbraucht.

- Seien Sie vorsichtig, wenn Sie E-Mails bekommen, die eine Aktion von Ihnen verlangen und ansonsten mit Konsequenzen (Geldverlust, Strafanzeige, Konto- oder Kartensperrung, verpasste Chance, Unglück) drohen.

- Klicken Sie in verdächtigen E-Mails auf keine Anhänge und folgen Sie keinen Links. Am besten löscht man solche Mails ungeöffnet.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.