Aktualisiert 24.01.2008 12:17

So oft logen Bush und Co. vor dem Irak-Krieg

George W. Bush und seine Gefolgsleute wurden vor dem Irak-Krieg nicht müde, den Teufel in Gestalt von Saddam Hussein an die Wand zu malen. Gemäss einer Studie haben sie nicht weniger als 935 falsche Behauptungen in die Welt gesetzt.

Selbst US-Regierungsstellen geben es heute zu: Saddam Hussein besass keine Massenvernichtungswaffen, und er hatte auch keine engen Beziehungen zum Terrornetz Al Kaida. Doch genau mit diesen beiden Behauptungen bombardierten Präsident Bush und die Mitglieder seiner Regierung zwischen dem 11. September 2001 und dem Kriegsbeginn am 19. März 2003 die Öffentlichkeit und rechtfertigten damit den Sturz des Diktators.

Die Journalisten-Vereinigung «Center for Public Integrity» hat in einer Fleissarbeit ermittelt, dass Bush und sieben weitere hochrangige Regierungsleute – darunter Vizepräsident Dick Cheney, Aussenminister Colin Powell, Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld – in dieser Zeit 935 entsprechende Äusserungen gemacht und damit die Öffentlichkeit faktisch belogen hatten.

Spitzenreiter ist der Chef persönlich: Bush sprach 232 Mal über die angebliche Existenz von Massenvernichtungswaffen und 28 Mal über Al Kaida. Dahinter folgt der für seine Integrität hoch gelobte Colin Powell mit 244 Waffen- und 10 Al-Kaida-Lügen. Fazit der Studie: «Die Bush-Regierung führte die Nation auf der Basis von unwahren Informationen in den Krieg.» Diese seien «methodisch» in Umlauf gebracht worden, schreiben die Autoren weiter.

Sie gehen auch mit den Medien hart ins Gericht. Sie hätten zu wenig getan, um die Behauptungen der Regierung nachzuprüfen. Vielmehr hätten sie sich bemüht, die falschen Behauptungen der Regierung mit zusätzlichen «unabhängigen» Nachforschungen zu belegen.

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