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#textmewhenyougethomeSo reagieren Männer auf den #textmewhenyougethome

Eine Influencerin hat nach der Ermordung von Sarah E. den #textmewhenyougethome ins Leben gerufen. Damit will sie darauf aufmerksam machen, dass Frauen Angst haben, in der Nacht nach Hause zu laufen. 20-Minuten hat bei den Männern nachgefragt, was sie von dem neuen Hashtag halten.

von
Michelle Brunner
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20 Minuten hat bei Männern nachgefragt, was sie vom neuen Hashtag halten.

20 Minuten hat bei Männern nachgefragt, was sie vom neuen Hashtag halten.

«Schreib mir, wenn du zu Hause bist.» Eine Nachricht, die momentan in den sozialen Medien kursiert. Mit dem Hashtag #textmewhenyougethome will eine Influencerin darauf aufmerksam machen, dass Frauen immer noch Angst haben, nachts im Dunkeln angegriffen zu werden. Der Hashtag ging nach der Ermordung der Britin Sarah E. viral. 20-Minuten hat bei den Männern nachgefragt, was sie von dem Hashtag halten.

Tim Buhmann, Ingenieur: «Das ist eine Sache, welche ich auch bei Freundinnen mache, wenn wir feiern waren. Ich habe ihnen mitgegeben, dass sie schreiben sollen, wenn sie zu Hause sind, weil ich das sehr wichtig finde.»

Launtin Kabashi, Schüler: «Es ist OK. Man kann es machen, wenn man will. Ich habe auch eine Freundin, aber ich glaube nicht, dass das notwendig ist.»

Alex Zollinger, Hochbauzeichner: «Als Frau ist es sicher krasser, am Abend ohne Probleme nach Hause zu laufen. Ich finde es dumm gesagt schlimm, dass man nicht nach Hause laufen kann, ohne Angst zu haben.»

Den Hashtag geteilt hat auch Tamara Funiciello. Ihrer Meinung nach müssen ganz klar die Männer in Verantwortung gezogen werden.

Tamara Funiciallo, SP-Nationalrätin: «93 Prozent von den Gewaltdelikten werden von Männern ausgeübt. Wir müssen auch ganz klar sagen, dass das nicht geht und dass es aufhören muss. Männer, welche keine Gewalt ausüben, müssen sich bewusst sein, dass wir das nicht wissen, wenn sie auf uns zukommen, ob sie nun von den Guten sind, oder nicht.»

20-Minuten wollte darum von der männlichen Community wissen, wie sie reagieren, wenn sie im Dunkeln hinter einer Frau laufen.

S.T., will anonym bleiben: «Wenn eine Frau vor mir läuft, dann will ich sie nicht unbedingt auf einem engen Trottoir überholen. Wenn sich jemand von hinten annähert, dann ist das eher etwas unangenehm. Ich nehme dann oft das Tempo der Frau auf und laufe in einem genug grossen Abstand hinter ihr her.»

Launtin Kabashi, Schüler: «Ich mache mir schon manchmal Gedanken, was sie sich denkt: Wer ist das hinter mir und wer das sein könnte.»

Tim Buhmann, Ingenieur: «Es kam schon vor, dass ich die Strassenseite wechselte, weil ich mich unwohl fühlte. Nicht, dass sie denkt, dass ich sie verfolge.»

Laut Funiciello kann man solche Vorfälle nur verhindern, wenn Mann und Frau in der Schweiz gleichberechtigt sind. Jede junge Frau kenne es, mit den Schlüsseln zwischen den Fingern nach Hause zu laufen oder jemandem zu schreiben, sobald man heil zu Hause angekommen ist.

Tamara Funiciello, SP-Nationalrätin: «Das ist eine Realität für uns. Ich möchte dafür kämpfen, dass das nicht nötig ist. Wenn es sein muss, sollte man stockbetrunken mit High Heels nach Hause laufen, ohne dass man Angst hat. Das soll das Ziel sein. Wenn wir so weit sind, dann lasse ich mich pensionieren.»

Damit sich Frauen am Abend etwas sicherer fühlen, sollen am Abend auf den Balkonen und den Fenstersimsen Kerzen aufgestellt werden. So Funiciello. Es sei ein Aufruf für die schweizer Bevölkerung.

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