Wegweisung: So reagieren Solomons Freunde auf Entscheid
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WegweisungSo reagieren Solomons Freunde auf Entscheid

Solomon Berihu (24) muss die Schweiz verlassen. Das bestätigte die Polizei-Militärdirektion des Kantons Bern am Mittwoch. Solomons bester Freund gibt sich trotzdem kämpferisch.

von
bho
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Solomon Berihu ist ein Musterbeispiel von gelungener Integration: Innert dreieinhalb Jahren lernt der 27-jährige Eritreer Deutsch, findet einen Job bei Burger King, kickt in einem Fussballclub in Thun und zahlt Miete, Krankenkasse und Steuern.

Solomon Berihu ist ein Musterbeispiel von gelungener Integration: Innert dreieinhalb Jahren lernt der 27-jährige Eritreer Deutsch, findet einen Job bei Burger King, kickt in einem Fussballclub in Thun und zahlt Miete, Krankenkasse und Steuern.

Die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern bekräftigt in einem Schreiben, dass Solomon die Schweiz verlassen müsse. Eine Härtefall-oder Arbeitsbewilligung würde auch bei guter Integration nicht zwingend reichen, wenn eine rechtskräftige Wegweisung wie bei Solomon vorliegen würde.

Die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern bekräftigt in einem Schreiben, dass Solomon die Schweiz verlassen müsse. Eine Härtefall-oder Arbeitsbewilligung würde auch bei guter Integration nicht zwingend reichen, wenn eine rechtskräftige Wegweisung wie bei Solomon vorliegen würde.

Screenshot be.ch
Diesen Entscheid wollen Solomons Freunde nicht akzeptieren. Dazu dessen bester Freund Timo Kuhn (rechts): «Der Migrationsdienst fühlt sich offensichtlich in die Ecke gedrängt. Schade, dass sich die Leute hinter den Gesetzen verstecken und die eigene Meinung verbergen.»

Diesen Entscheid wollen Solomons Freunde nicht akzeptieren. Dazu dessen bester Freund Timo Kuhn (rechts): «Der Migrationsdienst fühlt sich offensichtlich in die Ecke gedrängt. Schade, dass sich die Leute hinter den Gesetzen verstecken und die eigene Meinung verbergen.»

Am Mittwochmorgen bekräftigte der Kanton Bern sein Asylrecht. Per Stellungnahme erklärte die Polizei- und Militärdirektion (POM), dass eine Härtefall- oder Arbeitsbewilligung auch bei guter Integration nicht zwingend reichen würde, wenn eine rechtskräftige Wegweisung vorliegt. In dem Schreiben geht das POM auf den Fall Solomon Berihu ein und erklärt die Gründe, weshalb der junge Mann die Schweiz verlassen soll.

Die öffentliche Nachricht des POM hat auch Solomon Berihu und seine Freunde in Thun erreicht: «Der Migrationsdienst fühlt sich offensichtlich in die Ecke gedrängt. Schade, dass sich die Leute hinter den Gesetzen verstecken und die eigene Meinung verbergen», meint Timo Kuhn, Berihus bester Freund. «Den Entscheid wollen wir nach wie vor nicht akzeptieren», sagt der junge Mann weiter.

«Härtefallklausel gedacht für Fälle wie Solomon»

Dass im Falle von Solomon Berihu die Erteilung einer persönlichen Härtefallbewilligung laut Behörden chancenlos ist, kann Kuhn nicht verstehen – dieser Punkt sei für ihn doppelt unverständlich: «Gerade für Fälle wie Solomon, die aus ihren Ländern geflüchtet sind, sind solche Härtefallklauseln doch gedacht.» Was ihn auch stört, sei die vorzeitige Bewertung des Falles. «Wie kann man bereits im Vornherein sagen, dass eine Erteilung nicht in Frage kommt, wenn noch gar kein Gesuch eingegangen ist?»

Solomon Berihu ist mittlerweile seit dreieinhalb Jahren in der Schweiz. «In eineinhalb Jahren wird Solomon die 5-Jahre-Marke erreichen. Wir werden anschliessend zu 100 Prozent noch ein Härtefallgesuch einreichen», meint Kuhn känpferisch. Aufgrund der vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung plane man jedoch noch weitere Schritte: «Zum Härtefallgesuch werden wir eine Petition mit mehreren tausend Unterschriften beilegen, um so grösseren Druck zu erreichen.»

Kein Rückübernahme-Abkommen

Im Schreiben des Kantons Bern erklären die Behörden, dass man Solomon Berihu bei der Vorbereitung der Rückreise zu seiner Familie unterstützen werde. Ein Affront, findet Kuhn: «Falls Solomon zurück nach Eritrea geschickt werden würde, käme er nicht zu seiner Familie, sondern direkt wieder ins Gefängnis.»

Zwischen der Schweiz und Eritrea besteht aktuell kein Rückübernahme-Abkommen und das afrikanische Land nimmt keine geflüchteten Staatsangehörige auf. Eritreer wie Solomon, die einen negativen Entscheid haben, können somit nicht ausgeschafft werden und dürfen nicht arbeiten. Schwierigkeiten seien vorprogrammiert, so der junge Mann. «Die Menschen werden entweder kriminell oder langweilen sich in den Asylunterkünften.»

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