Corona-Massnahmen – So reagiert die Schweizer Wirtschaft auf die Corona-Entscheide des Bundesrats
Aktualisiert

Corona-MassnahmenSo reagiert die Schweizer Wirtschaft auf die Corona-Entscheide des Bundesrats

Angestellte Schweiz, Economiesuisse, Hotelleriesuisse und der Schweizerische Arbeitgeberverband haben sich zur Corona-Massnahmenverlängerung geäussert.

von
Marcel Urech
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Der Bundesrat gehe mit der Verlängerung der Massnahmen «auf Nummer sicher» und habe den richtigen Weg eingeschlagen, teilt der Verband Angestellte Schweiz mit. Das Bild zeigt eine Mitarbeiterin in einem Callcenter.

Der Bundesrat gehe mit der Verlängerung der Massnahmen «auf Nummer sicher» und habe den richtigen Weg eingeschlagen, teilt der Verband Angestellte Schweiz mit. Das Bild zeigt eine Mitarbeiterin in einem Callcenter.

20min/Simon Glauser
Der Schweizerische Arbeitgeberverband findet es schade, dass der Bundesrat den Empfehlungen der Arbeitgeber «nur teilweise gefolgt» sei. Im Foto siehst du die Region Basel-Klybeck, wo die Schweizer Pharma-Branche stark vertreten ist.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband findet es schade, dass der Bundesrat den Empfehlungen der Arbeitgeber «nur teilweise gefolgt» sei. Im Foto siehst du die Region Basel-Klybeck, wo die Schweizer Pharma-Branche stark vertreten ist.

Tamedia/Nicole Pont
Economiesuisse erwartet, dass der Bundesrat die Verhältnismässigkeit der Corona-Massnahmen laufend überprüft. Das Foto zeigt den Zürcher Paradeplatz.

Economiesuisse erwartet, dass der Bundesrat die Verhältnismässigkeit der Corona-Massnahmen laufend überprüft. Das Foto zeigt den Zürcher Paradeplatz.

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Darum gehts

Der Bundesrat hat entschieden, die Homeoffice-Pflicht bis Ende Februar und die restlichen Corona-Massnahmen bis Ende März zu verlängern. Er kündigte zudem an, am 2. Februar über mögliche Lockerungen zu diskutieren. Was sagen die Schweizer Wirtschaftsverbände dazu? Eine Übersicht.

Economiesuisse ärgert sich über Datenchaos

Economiesuisse findet die Entscheide «in den meisten Fällen nachvollziehbar». Der Verband erwartet, dass der Bundesrat die Verhältnismässigkeit der Massnahmen laufend überprüft. Sobald diese aus epidemiologischer Sicht keinen «eindeutigen Nutzen» mehr haben, müsse er sie aufheben. Wichtig sei, dass der Bundesrat das Land mit möglichst geringen volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kosten durch die Pandemie führe.

Für die Wirtschaft sei es wichtig, dass der Bundesrat die Homeoffice-Pflicht an seiner nächsten Sitzung in eine Homeoffice-Empfehlung umwandle. Economiesuisse kritisiert zudem, dass die Datenlage nicht ausreichend sei. Es sei enttäuschend, dass der Bund «erst nach zwei Wochen» 90 Prozent der Neu-Hospitalisierungen kenne. Das mache es schwierig, sich am Ziel «Nichtüberlastung der Spitäler» zu orientieren.

Schweizerischer Arbeitgeberverband zeigt sich enttäuscht

Der Schweizerische Arbeitgeberverband sagt, dass der Bundesrat mit seinen Entscheiden zur Verlängerung der Massnahmen hinter den Erwartungen der Wirtschaft zurückgeblieben sei. Die verkürzte Befristung der Kontaktquarantäne und Homeoffice-Pflicht seien aber begrüssenswert. Der Verband hatte sich die Rückkehr zur Homeoffice-Empfehlung allerdings bereits ab dem 25. Januar gewünscht.

Auch bei den übrigen Massnahmen sei der Bundesrat den Empfehlungen der Arbeitgeber «nur teilweise gefolgt». Der Verband hätte Massnahmen wie die 2G- und 2G+-Regeln sowie die Maskenpflicht in Innenräumen höchstens bis Ende Februar verlängert. Dass der Bundesrat die Gültigkeitsdauer von Zertifikaten für Geimpfte und Genesene auf 270 Tage verkürzt habe, sei hingegen unumgänglich.

Angestellte Schweiz fordert Unterstützung für Firmen

Geäussert hat sich auch «Angestellte Schweiz». Der Bundesrat gehe mit der Verlängerung der Massnahmen «auf Nummer sicher» und habe den richtigen Weg eingeschlagen, so der Verband. Dass der Bundesrat die Kontaktquarantäne beibehalte, sei sinnvoll. Auch wenn das für viele Betriebe eine Herausforderung sei.

«Angestellte Schweiz» fordert, dass Bund und Kantone die Unterstützung für pandemiegeplagte Firmen «so lange wie nötig» aufrechterhalten. Der Bundesrat habe die Bestimmungen zur Kurzarbeit aber vorerst nicht verlängert. Die Gesundheitskrise dürfe sich nicht zu einer Wirtschaftskrise auswachsen, so der Verband.

Hotelleriesuisse spricht dem Bundesrat Mut ab

«Der Bundesrat hat bei seiner heutigen Entscheidung zu wenig Mut gezeigt», teilt Hotelleriesuisse mit. Man begrüsse zwar die Lockerung der Einreisebestimmungen und Beibehaltung der Homeoffice-Pflicht bis Ende Februar anstatt bis Ende März, so der Verband. Dass der Bundesrat aber die geltenden 2G+-Massnahmen bis Ende März und die Quarantänepflicht bis Ende Februar verlängert habe, sei bedauerlich.

Gerade für die Beherbergungsbranche sei es nicht nachvollziehbar, dass die «belastende 2G+-Regel» weiter laufe. Diese Massnahme stelle die Unternehmen vor grosse praktische Herausforderungen. Im gleichen Betrieb würden nun unterschiedliche Regeln für Übernachtung, Konsumation und Erholung gelten. Sich als Gast zum Beispiel für einen spontanen Wellness-Besuch testen zu lassen, sei häufig schwierig.

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