Eskalierende Gewalt - So reagiert die Welt auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern
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Eskalierende GewaltSo reagiert die Welt auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern

Die Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern ist eskaliert. Auf beiden Seiten starben nach Raketenangriffen Menschen. Auf Twitter und Instagram solidarisieren sich die Menschen.

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Eine Rakete schlägt in Khan Yunish im Gazastreifen ein. Seit Tagen befeuern sich Israelis und Palästinenser gegenseitig mit Raketen.

Eine Rakete schlägt in Khan Yunish im Gazastreifen ein. Seit Tagen befeuern sich Israelis und Palästinenser gegenseitig mit Raketen.

AFP
Ein verbranntes Auto liegt nach Raketenangriffen mit dem Dach auf einer Strasse.

Ein verbranntes Auto liegt nach Raketenangriffen mit dem Dach auf einer Strasse.

Ilia Yefimovich/dpa
Israelische Feuerwehrleute inspizieren einen ausgebrannten Bus, nachdem dieser von einer Rakete getroffen wurde.

Israelische Feuerwehrleute inspizieren einen ausgebrannten Bus, nachdem dieser von einer Rakete getroffen wurde.

Oren Ziv/dpa

Darum gehts

  • Palästinenser haben mehr als 1000 Raketen in Richtung Israel abgefeuert.

  • Israels Armee reagierte mit Vergeltungsschlägen.

  • Auf Social Media solidarisieren sich die Menschen mit beiden Parteien.

Der lange schwelende Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist in den letzten Tagen eskaliert. Militante Palästinenserinnen und Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben der israelischen Armee bislang mehr als 1000 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 850 Raketen seien abgefangen worden oder in Israel niedergegangen, etwa 200 weitere seien noch im Gazastreifen niedergegangen, sagte Militärsprecher Jonathan Conricus am Mittwochmorgen.

Israel hat mit gezielten Vergeltungsangriffen reagiert. Auf israelischer Seite starben nach Angaben des Militärs fünf Menschen bei den Raketenangriffen, mehr als 200 wurden verletzt. Auf palästinensischer Seite wurden 35 Menschen getötet und mehr als 200 verwundet, wie das Gesundheitsministerium im Gazastreifen berichtet.

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31. Mai
31. Mai

Der Chef des politischen Flügels der Hamas Yehya Al-Sinwar und der ägyptische Geheimdienstchef Abbas Kamel bei einem Besuch im Gazastreifen.

Reuters
27. Mai
27. Mai

Ägypten lädt Israel und Palästinenser zu Gesprächen ein: Auf der Agenda stehen der Wiederaufbau und ein geplantes Gipfeltreffen in Kairo. Israel stellt für Hilfen Bedingungen.

afp
25. Mai
25. Mai

USA wollen Konsulat für Palästinenser in Jerusalem wiedereröffnen, wie der US-Aussenminister Antony Blinken an Dienstag sagte.

Reuters

Auf Social Media fordern User einen sofortigen Abbruch der Angriffe und Gegenschläge. Darunter ist auch die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Die Entwicklung der Ereignisse in Israel und Palästina sei «niederschmetternd», so Thunberg auf Twitter:

Zuvor war Thunberg dafür kritisiert worden, einen Tweet einer Israel-Boykotteurin geteilt zu haben. Thunberg stellte klar, dass sie weder für Israel noch für Palästina sei. Stattdessen spreche sie sich «gegen jede Form von Gewalt und Unterdrückung» aus.

Fussball-Star Mohamed Salah äussert sich in dieselbe Richtung. Der Ägypter, der beim FC Liverpool spielt, richtet sich an alle politischen Führungspersönlichkeiten der Welt: Sie sollen alles in ihrer Macht tun, «die Gewalt und das Töten Unschuldiger sofort zu stoppen». Salah schreibt in seinem Tweet den britischen Premier Boris Johnson direkt an:

Auch der deutsche Komiker Abdelkarim, der unter anderem für die «Heute Show» tätig ist, verurteilt die Gewalt in Israel und Palästina:

Andere beziehen klar Stellung. Das US-Model Gigi Hadid, Tochter eines Palästinensers, teilte auf Social Media ein Bild einer palästinensischen Künstlerin. In den Farben Palästinas steht dort auf Englisch geschrieben: «Ihr werdet Palästina nicht auslöschen»:

Der ehemalige russische MMA-Kämpfer Khabib Nurmagomedov teilte ein Bild, auf dem in den Farben Palästinas geschrieben steht: «Du musst kein Muslim sein, um dich für Gaza stark zu machen. Dazu musst du nur menschlich sein.»

Der britische Popstar Dua Lipa bekannte sich auch zu Palästina, indem sie einen Post teilte, in dem stand: «Rettet Sheikh Jarrah!» Sheikh Jarrah ist ein Quartier in Ost-Jerusalem, das mehrheitlich von Palästinenserinnen und Palästinensern bewohnt wird. Die israelische Polizei zwang in den letzten Wochen mehrere palästinensische Familien, Sheikh Jarrah zu verlassen. Diese Umsiedlungspläne gelten als Ursprung des nun eskalierten Konflikts, wie CNN berichtet.

Das offizielle Deutschland hingegen stellt sich hinter Israel und verurteilt die Raketenangriffe der radikalislamischen Hamas. So zum Beispiel der deutsche Aussenminister Heiko Maas:

Auch der Bundeskanzler-Kandidat der Union, Armin Laschet, sprach von «abscheulichen Hamas-Raketenangriffen» und retweetete die Stellungnahme des Zentralrats der Juden in Deutschland. Auch die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, verurteilte die Raketenangriffe.

Der Schweizerisch Israelische Gemeindebund zeigt sich schockiert über die Entwicklungen. «Viele Schweizer Jüdinnen und Juden haben Familie und Freunde in Israel», so der SIG:

Und auch der Papst meldete sich zu Wort. Franziskus II. schrieb auf Twitter, er wolle dafür beten, dass Jerusalem ein Ort der Begegnung und nicht der Gewalt sei:

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Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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