Aktualisiert 30.03.2020 15:05

Neue Weisungen

So reagiert Österreich auf die Maskenpflicht

Österreich führt ab Mittwoch die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ein. Eine Massnahme, für die es Lob, aber auch Kritik gibt.

von
mig

Österreich hat neue Massnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Neben der weiteren Reduktion der sozialen Kontakte setzt die Regierung um Bundeskanzler Sebastian Kurz auf das Tragen von Schutzmasken, wie der Bundeskanzler am Montag in Wien verkündete. Die Masken sollen nicht die Trägerinnen und Träger schützen, sondern die Weiterverbreitung des Virus durch die Luft vermindern.

Die Verteilung der Masken soll ab Mittwoch über Supermarktketten erfolgen. Diese dürfen dann nur noch mit Masken betreten werden. Mittelfristig soll der Mund-Nasen-Schutz in Österreich überall dort verpflichtend sein, wo man an Menschen vorbeigeht.

Lockdown noch vertretbar?

Die ersten Reaktionen auf die beschlossene Maskenpflicht fallen unterschiedlich aus. Ein Journalist aus Österreich erinnert auf Twitter: «Jetzt also Maskenpflicht in Österreich. In Tschechien und der Slowakei am 18. März beschlossen. Bringt eh nichts, hiess es hierzulande, als sie dort längst alle tragen mussten.» Ein anderer Twitter-Nutzer meint schlicht: «Ja moin».

Ein Österreicher Lokalpolitiker fragt sich derweil, ob der Lockdown nun nicht aufgehoben werden müsse: «Ist nach einer Maskenpflicht in Supermärkten argumentierbar, dass andere Läden geschlossen halten müssen? Wieso nicht alle für Maskenträger öffnen und Kundenzahl begrenzen?»

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Österreich hat neue Massnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Neben der weiteren Reduktion der sozialen Kontakte setzt die Regierung um Bundeskanzler Sebastian Kurz auf das Tragen von Schutzmasken.

Österreich hat neue Massnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Neben der weiteren Reduktion der sozialen Kontakte setzt die Regierung um Bundeskanzler Sebastian Kurz auf das Tragen von Schutzmasken.

APA/Roland Schlager
Die Masken sollen nicht die Trägerinnen und Träger schützen, sondern die Weiterverbreitung des Virus durch die Luft vermindern, so die Regierung an einer Pressekonferenz in Wien.

Die Masken sollen nicht die Trägerinnen und Träger schützen, sondern die Weiterverbreitung des Virus durch die Luft vermindern, so die Regierung an einer Pressekonferenz in Wien.

APA/Roland Schlager
Verteilt werden sollen die Masken am Mittwoch bei Supermarktketten.

Verteilt werden sollen die Masken am Mittwoch bei Supermarktketten.

Friso Gentsch

Die liberale Partei Neos meint bloss trocken: «Hätten wir eine Pressekonferenz gemacht, bei der wir eine Maskenpflicht verkünden, hätten wir das ja gleich vorgeführt.»

«Ich nähe mir eine Ganzkörpermaske»

Eine Österreicherin reagiert ebenfalls mit Humor. Sie schreibt in den sozialen Medien, dass sie sich auch eine Ganzkörpermaske nähen könne und sich in Desinfektionsmittel wälze. Auch die Schweizer schauen über die Landesgrenze hinaus. Ein Mann meint etwa, dass in Österreich also nun bald Maskenpflicht gelte und unsere Bundesräte immer noch behaupten würden, das bringe nichts.

«HSG-Professorin: Wir sollten uns ein Beispiel nehmen»

Zufrieden mit dem Schritt zeigen sich in Österreich einige Gesundheitsexperten. Diese forderten seit Tagen die Einführung einer solchen Maskenpflicht. In einem offenen Brief von Wissenschaftlern hiess es gar, diese sei «längst überfällig». Schliesslich würden die Viren vor allem in Umlauf kommen, wenn Infizierte husten. Und wie es immer wieder heisst, wissen Infizierte oft zu Beginn gar nicht, dass sie das Coronavirus haben.

Auch hierzulande bleiben die Reaktionen nicht aus. HSG-Professorin Monika Bütler etwa fordert eine Maskenpflicht auch für die Schweiz: «Wir sollten uns an den Österreichern ein Beispiel nehmen.»

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