07.09.2020 13:51

Regeneration und HygieneprotokollSo rechtfertigt der deutsche Verband den 176-Kilometer-Flug nach Basel

Nachdem die deutschen Fussballer von Stuttgart nach Basel geflogen sind, hagelte es Kritik in den Sozialen Netzwerken. DFB-Direktor Oliver Bierhoff kündigt nun eine Überprüfung der Abläufe an.

von
Oliver Braams
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Für das Fussballspiel in der Nations League am Sonntagabend gegen die Schweiz in Basel reiste die deutsche Nationalmannschaft am Samstag von Stuttgart nach Basel.

Für das Fussballspiel in der Nations League am Sonntagabend gegen die Schweiz in Basel reiste die deutsche Nationalmannschaft am Samstag von Stuttgart nach Basel.

Twitter/Die Mannschaft
Für die Wahl des Flugzeugs erntete sie heftige Kritik in den sozialen Medien. «Eine Frechheit», finden viele angesichts der kurzen Distanz, einer rund dreistündigen Autofahrt.

Für die Wahl des Flugzeugs erntete sie heftige Kritik in den sozialen Medien. «Eine Frechheit», finden viele angesichts der kurzen Distanz, einer rund dreistündigen Autofahrt.

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«Ihr seid von Stuttgart nach Basel geflogen? Gehts noch?», schreibt ein User. Ein anderer schreibt: «Tolle Vorbilder seid ihr.»

«Ihr seid von Stuttgart nach Basel geflogen? Gehts noch?», schreibt ein User. Ein anderer schreibt: «Tolle Vorbilder seid ihr.»

Twitter/Die Mannschaft

Nach der öffentlichen Kritik am kurzen Charterflug der Fussball-Nationalspieler von Stuttgart nach Basel hat DFB-Direktor Oliver Bierhoff Konsequenzen für künftige Reiseplanungen angekündigt. «Wir können die kritischen Stimmen nachvollziehen und nehmen die entstandene Diskussion zum Anlass, uns zu hinterfragen, wie wir künftig die wichtigen Aspekte Umwelt und Nachhaltigkeit stärker in unseren Planungen und Entscheidungen berücksichtigen können», wurde Bierhoff am Montag auf der Homepage des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) zitiert.

Gleichzeitig verteidigte der ehemalige Nationalstürmer die umstrittenen Abläufe zwischen den Nations-League-Spielen am Donnerstag in Stuttgart gegen Spanien (1:1) und am Sonntag in Basel gegen die Schweiz (1:1). «In der Vorbereitung auf die beiden Länderspiele hatten wir uns vollkommen auf die Hygienesicherheit für die Mannschaft und optimale Voraussetzungen konzentriert, die körperliche Regeneration der Spieler zu gewährleisten», sagte Bierhoff. Daher sei der Flieger die bessere Wahl als Bus oder Bahn gewesen.

Verantwortung gegenüber den Vereinen

Man habe auch aus Verantwortung gegenüber den Vereinen auf die Gesundheit der Spieler achten wollen, merkte Bierhoff an. Auch Nationalspieler Thilo Kehrer wies auf die bessere Regenerationsmöglichkeit hin. «Das ist ein Unterschied, ob man drei oder dreieinhalb Stunden sitzt oder 45 Minuten. Das Sitzen oder Nicht-Bewegen ist für die Regeneration nicht optimal», sagte der Profi von Paris Saint-Germain.

Der DFB-Tross war am Samstag per Charterflug von Stuttgart nach Basel gereist, statt die rund 260 Kilometer umweltfreundlicher auf Strasse oder Schiene zurückzulegen. Dafür gab es in den Sozialen Medien, vom ZDF-Reporter in der Live-Übertragung des Schweiz-Spiels und im Anschluss von Ex-Weltmeister Per Mertesacker in seiner Rolle als TV-Experte Kritik.

Eine Anreise mit dem Bus sei aus Regenerationsgründen für die Spieler nicht möglich gewesen, da zwei- bis dreistündiges Sitzen ihre Fitness und Gesundheit gefährdet hätten, hatte DFB-Pressesprecher Jens Grittner schon nach der Partie in Basel gesagt. Der Zug als Transportmittel sei wegen der Corona-Hygieneregeln nicht infrage gekommen. Durch das auf der Route nötige Umsteigen hätten die Spieler zu viele Kontakte ausserhalb des Mannschaftskreises gehabt.

UEFA-Hygieneprotokoll

Mit der Anreise per Charterflieger hielt sich der DFB an die von der UEFA in deren Hygieneprotokoll gegebene Empfehlung zur Vermeidung von Corona-Infektionen. Der europäische Dachverband behält sich sogar vor, für manche Wettbewerbe Charterflüge verpflichtend zu machen. Die nächsten Reisen zu Auswärtsspielen gehen für die Nationalspieler im Oktober nach Kiew in die Ukraine und im November nach Spanien.

(DPA)

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38 Kommentare
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Pucki

08.09.2020, 16:29

Fusballer sind echte Susis. Was sollen die NHL Spieler sagen? Die haben zum Teil mehrere Stunden Flug. Vor allem bei einem Roadtrip mit teils 3spielen in der Woche.

ddgg

08.09.2020, 14:08

Schon spannend, dass "zwei bis dreistündiges Sitzen" ein Problem ist wenns im Bus stattfindet - aber wenn man für einen zusätzlichen Wettbewerb nach Baku oder Reykjavik und wieder zurück fliegen muss sind die drei Stunden kein Thema mehr? Lasst es doch einfach mit den Rechtfertigungen...

Gecko

08.09.2020, 12:04

Hauptsache Nörgeln. Unser FCB muss ja auch im Süden trainieren. Also was regt ihr euch auf??