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HirnforschungSo riechen Sie

Nimmt das Gehirn einen Geruch wahr, beurteilt es zuerst, ob er neu ist oder schon bekannt. Erst danach klassifiziert es ihn als angenehm oder unangenehm. Das zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Genf.

Die Forscher des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Affektive Wissenschaften» legten 18 Probanden Paare von Geruchsmustern vor, wie der Schweizerische Nationalfonds am Dienstag mitteilte. Mit Elektroden massen sie die elektrische Aktivität der Gesichtsmuskeln, die Schweissabsonderung an den Händen und den Herzschlag.

Die Gerüche gehörten aromatischen Gattungen wie blumig, fruchtig oder tierisch an. Die Probanden erhielten hintereinander manchmal zwei identische und manchmal ungleiche Gerüche vorgelegt, wie Sylvain Delplanque von der Uni Genf auf Anfrage sagte. Zudem waren einige Geruchspaare angenehm und andere unangenehm.

Die Forscher konnten so erstmals die Phasen der Geruchswahrnehmung aufklären, wie sie im Fachmagazin «Emotion» berichteten: Zuerst überprüft das Gehirn, ob ihm beispielsweise ein Parfum vertraut ist oder nicht. Erst dann stuft es den Geruch ein, zum Beispiel als betörend, aggressiv, abstossend oder berauschend.

Diese Reihenfolge sei wohl ein Vorteil, der im Lauf der Evolution entstanden sei, sagte Delplanque. Sei nämlich ein Geruch neu, müsse ihn das Gehirn genauer unter die Lupe nehmen. Ist er schon bekannt, fällt dies dahin. Die Forschungsarbeit wurde finanziell unterstützt vom Duftstoffhersteller Firmenich. (sda)

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