Aktualisiert 13.08.2019 08:03

Sparsamer Porsche mit 680 PS

So «sauber» ist Porsches neues Spitzenmodell

Porsche erweitert den Cayenne um zwei Plug-in-Hybride. Schaffen die Schwaben damit den Spagat zwischen supersportlich und sparsam?

von
Thomas Borowski
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Im von uns gefahrenen Turbo S E-Hybrid Coupé arbeitet unter der Haube der aus dem Cayenne Turbo bekannte Achtzylinder-V8-Biturbo mit einer Leistung von 550 PS. Dabei gibt der Hersteller einen Durchschnittsverbrauch von lediglich 3,8 Liter pro 100 Kilometer an.

Im von uns gefahrenen Turbo S E-Hybrid Coupé arbeitet unter der Haube der aus dem Cayenne Turbo bekannte Achtzylinder-V8-Biturbo mit einer Leistung von 550 PS. Dabei gibt der Hersteller einen Durchschnittsverbrauch von lediglich 3,8 Liter pro 100 Kilometer an.

Porsche
Aber damit nicht genug, wie ein Blick ins Bordbuch zeigt: Die Porsche-Ingenieure integrierten in den Antriebsstrang zusätzlich einen E-Motor, der weitere 136 PS erbringt. Insgesamt kommt der Cayenne damit auf eine Systemleistung von 680 PS und 900 Newtonmeter Drehmoment.

Aber damit nicht genug, wie ein Blick ins Bordbuch zeigt: Die Porsche-Ingenieure integrierten in den Antriebsstrang zusätzlich einen E-Motor, der weitere 136 PS erbringt. Insgesamt kommt der Cayenne damit auf eine Systemleistung von 680 PS und 900 Newtonmeter Drehmoment.

Porsche
Tatsächlich handelt es sich beim jüngsten Spross der Cayenne-Baureihe um das neue Spitzenmodell, was Leistung und Sportlichkeit bei optimiertem Verbrauch anbelangt.

Tatsächlich handelt es sich beim jüngsten Spross der Cayenne-Baureihe um das neue Spitzenmodell, was Leistung und Sportlichkeit bei optimiertem Verbrauch anbelangt.

Porsche

Hand aufs Herz: Wer heutzutage ein knapp fünf Meter langes und rund 2,5 Tonnen schweres SUV erblickt, glaubt kaum daran, dass es sich um ein sparsames Automobil handelt. Wenn dazu noch das Emblem einer Sportwagenmarke wie Porsche auf der Motorhaube prangt und am Heck der Schriftzug Turbo S zu lesen ist, wird das Urteil rasch gefällt: Hier muss es sich um ein durstiges Fahrzeug handeln, das die Umwelt mit seinen immensen Abgasen verschmutzt. Nicht unbedingt! Auch wenn solche Pauschal-Verurteilungen sehr oft ins Schwarze treffen, bei der neusten Version der Porsche-SUV-Baureihe Cayenne, dem Turbo S E-Hybrid und dessen Coupé-Variante, macht ein zweiter Blick Sinn. Denn der Schriftzug am Heck und auch der E-Hybrid-Schriftzug an der Fahrzeugseite sind grasgrün geschrieben und behaupten:

Obacht, hier fährt ein Öko-SUV vor!

Durchschnittsverbrauch 3,8 Liter. Tatsächlich handelt es sich beim jüngsten Spross der Cayenne-Baureihe um das neue Spitzenmodell, was Leistung und Sportlichkeit bei optimiertem Verbrauch anbelangt. Im von uns gefahrenen Turbo S E-Hybrid Coupé arbeitet unter der Haube der aus dem Cayenne Turbo bekannte Achtzylinder-V8-Biturbo mit einer Leistung von 550 PS. Dem nicht genug zeigt der Blick ins Bordbuch, dass die Porsche-Ingenieure in den Antriebsstrang zusätzlich einen E-Motor integriert haben, der weitere 136 PS erbringt. Insgesamt kommt der Cayenne damit auf eine Systemleistung von 680 PS und 900 Nm Drehmoment.

Auf dem Papier lesen sich aber auch die offiziellen Verbrauchszahlen eindrücklich, bei denen der E-Hybrid weitere Qualitäten zeigt: Mit Durchschnittsverbrauchswerten (nach NEFZ) von rund 3,8 Litern Benzin und rund 19 kWh Strom auf 100 Kilometer bei CO2 -Emissionen von knapp unter 90 Gramm pro Kilometer, bleibt der neue Hybrid-Cayenne trotz seiner Grösse und Kraft auf dem Papier unter der vom Bund festgelegten Zielvorgabe für 2020 von 95 Gramm CO 2 pro Kilometer. Zusatz-Turboeffekt dank E-Motor.

Spätestens mit der Lancierung des exklusiven – weil nur 918-mal gebauten und zum Stückpreis von rund einer Millionen Franken verkauften – Porsche-Supersportwagens 918 Spyder im November 2013 hat Porsche bewiesen, dass die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor hervorragend funktioniert. Nicht umsonst machen die Ingenieure bei der Präsentation des Cayenne-Hybriden gerne auf diese Erfahrung aufmerksam. Zeit also, die geäusserten Vorschusslorbeeren auch auf der Strasse auszuprobieren.

Der Cayenne startet und rollt e-mässig

Wer beim Start nun aber ein sportliches Grummeln des V8-Motors erwartet, wird enttäuscht. Denn standardmässig startet der E-Hybrid im elektrischen Modus «E-Power». Damit fährt der Cayenne laut Porsche bis zu 40 Kilometer emissionsfrei, bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 135 Stundenkilometer. Wird das Fahrpedal entsprechend sanft betätigt, rollt man so also e-mässig dahin.

Mit dem serienmässig im Lenkrad integrierten Mode-Schalter kann der Lenker zwischen sechs verschiedenen Antriebsmodi auswählen, zwei davon sind besonders erwähnenswert: Neigt sich der Ladestand der auch an der Steckdose aufladbaren Lithium-Ionen-Batterie dem Ende entgegen oder will man das emissionsfreie Stromern für die Fahrt in der Innenstadt aufsparen, wird der Modus «Hybrid Auto» aktiviert. Dieser ermöglicht laut Porsche den effizientesten Betrieb und wechselt automatisch zwischen den Antriebsquellen, oder kombiniert diese miteinander.

Im Gegensatz dazu geht es im Sport-Modus geradezu brachial zu und her. Hier liefert der bullige V8-Motor von Anfang an Vortrieb satt. Der Clou des Systems: Der E-Motor liefert mit seiner Boost-Funktion quasi einen Zusatz-Turboeffekt. Am eindrücklichsten spürbar wird das beim Drücken des speziellen Boost-Knopfes im Mode-Schalter. Dann nämlich steht das volle Drehmoment des E-Motors für 20 Sekunden ohne Verzögerung bereit und versetzt selbst bei bereits höheren Tempi noch mehr Schub. Aber ist der Cayenne wirklich ein Öko-SUV und unter dem Strich umweltverträglicher?

Deutlich weniger CO2-Emissionen

Jein, lautet die Antwort. Positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass am Auspuff im Normzyklus tatsächlich deutlich weniger CO2 gemessen wird als bei vergleichbar grossen SUV. Dafür erhalten die Cayenne E-Hybride in Deutschland gar die beste Energieetikette A+. In der Schweiz sieht die Beurteilung dagegen kritischer aus: Hier figurieren die Werte trotz dem tiefen CO2-Ausstoss in den drei schlechtesten Energieffizienz-Kategorien E bis G. Kein Wunder, denn bei unseren kurzenTestfahrten lag der tatsächliche Verbrauch deutlich über den prophezeiten Normwerten.

So oder so: Für Porsche können die beiden Hybride nicht früh genug – ab Oktober – kommen, denn die Sportwagenmarke musste in der Schweiz im laufenden Jahr ordentlich Einbussen hinnehmen. Bis Ende Juli sind nur 1549 Fahrzeuge neu immatrikuliert worden. Das entspricht in einem stabilen Markt einem Minus von 30,1 Prozent. Schlechtere Werte weisen in der Schweiz 2019 nur SsangYong (-37,3) und Maserati (-39,6) aus.

Porsche Cayenne Turbo S E-Hybrid Coupé

Modell: Oberklasse-SUV

Masse: Länge 4939 mm, Breite 1989 mm, Höhe 1653 mm, Radstand 2895 mm

Kofferraum: 500 bis 1440 Liter

Motor: V8-Biturbo mit 550 PS und 136 PS-Elektromotor, Systemleistung insgesamt 680 PS mit 900 Nm Drehmoment

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 3,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 295 km/h (135 km/h rein elektrisch)

Verbrauch: 3,7 bis 3,9 Liter und 18,7 bis 19,6 kWh Strom auf 100 Kilometer (Werksangaben)

CO2 -Ausstoss: 85 bis 90 g/km

Markteinführung: ab Oktober 2019

Preis: ab 232'700 Franken

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