Apple Music: So schlägt sich Apple im Streaming-Vergleich
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Apple MusicSo schlägt sich Apple im Streaming-Vergleich

Mit der Ankündigung von Apple Music werden die Karten beim Musik-Streaming neu gemischt. Das können die drei wichtigsten Services.

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pst
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Am 8. Juni haben Apple-CEO Tim Cook und Beats-Gründer Jimmy Iovine (links) an der WWDC-Keynote den Startschuss für Apple Music  bekanntgegeben. Ab Ende Juni soll der Streaming-Dienst in über 100 Ländern verfügbar sein.

Am 8. Juni haben Apple-CEO Tim Cook und Beats-Gründer Jimmy Iovine (links) an der WWDC-Keynote den Startschuss für Apple Music bekanntgegeben. Ab Ende Juni soll der Streaming-Dienst in über 100 Ländern verfügbar sein.

AP/Jeff Chiu
Für die Ankündigung von Apple Music bot Apple Rapper Drake auf. Music wird zunächst für mobile Apple-Geräte, Mac und PC verfügbar sein. Im Herbst sollen dann auch Android-Nutzer in den Genuss von über 30 Millionen Songs kommen.

Für die Ankündigung von Apple Music bot Apple Rapper Drake auf. Music wird zunächst für mobile Apple-Geräte, Mac und PC verfügbar sein. Im Herbst sollen dann auch Android-Nutzer in den Genuss von über 30 Millionen Songs kommen.

AFP/Justin Sullivan
An der WWDC-Keynote performte auch The Weeknd. Mit dem Eintritt von Apple ins Musik-Streaming-Geschäft dürften sich Mitbewerber wie Spotify oder Tidal warm anziehen müssen: Apple zählt bereits 800 Millionen iTunes-Nutzer weltweit - alles potenzielle Music-Hörer.

An der WWDC-Keynote performte auch The Weeknd. Mit dem Eintritt von Apple ins Musik-Streaming-Geschäft dürften sich Mitbewerber wie Spotify oder Tidal warm anziehen müssen: Apple zählt bereits 800 Millionen iTunes-Nutzer weltweit - alles potenzielle Music-Hörer.

Keystone/Jeff Chiu

Wenn Apple Music Ende Juni in über 100 Ländern weltweit lanciert wird, können sich Musik-Liebhaber über 30 Millionen Songs via Streaming anhören. Zudem bietet der von Tim Cook vollmundig als «Musik-Revolution» angepriesene Service von Musikprofis kuratierte Playlists, lässt Sprachassistentin Siri nach Songs suchen und kommt mit einem lernenden Algorithmus für Musikvorschläge daher.

Apple Music erscheint zunächst für mobile Apple-Geräte, Mac und PC und soll im Herbst auch für Android-Nutzer erhältlich sein.

Zukunftspotenzial

Die Ankündigung ist eine direkte Kampfansage an Streaming-Mitbewerber wie Spotify oder Tidal. Derzeit ist Spotify noch der größte Anbieter.

Tatsächlich springen immer mehr Nutzer auf den Musik-Streamingzug auf. Letztes Jahr nahm die weltweite Gemeinde der Streamingnutzer um stattliche 46 Prozent zu – auf 41 Millionen User Ende 2014.

Bevor also Apple sein neues Musikangebot lanciert, gibt es hier die Fakten zu drei der wichtigsten Anbieter der Zukunft.

Potent: Apple Music

Mit Apple Music stößt der Konzern aus Cupertino relativ spät auf den Streamingmarkt vor. Allerdings ist Apple mit iTunes der größte Musikverkäufer der Welt. iTunes zählt über 800 Millionen Nutzer. Alles potenzielle Music-Hörer. Wenn sich nur ein kleiner Teil davon für den neuen Service entscheidet, kommt Apple mit Leichtigkeit an die Nutzerzahlen der Konkurrenz heran.

Noch bleiben allerdings Android-Nutzer außen vor. Doch schon im Herbst will Apple den Dienst auch für Android herausbringen. Das ist für sich genommen eine kleine Revolution: Mit der Music-Anwendung für Android-Geräte wird Apple erstmals eine App für ein «fremdes» mobiles Betriebssystem auf den Markt bringen.

Apple Music hat bisher keine exklusiven Künstler und kein Streaming in CD-Qualität – wie Tidal – angekündigt. Die Preise für den Dienst und die Konkurrenzangebote finden Sie in der Infobox.

Marktführend: Spotify

Apples Markteintritt dürfte bei Spotify für rote Ohren sorgen. Der vor allem auf Mobilgeräte ausgelegte Streaming-Dienst hat über 30 Millionen Songs in MP3-Qualität im Angebot. Insgesamt erreicht Spotify heute rund 60 Millionen Hörer, davon rund 15 Millionen zahlende. Der schwedische Anbieter stellt seinen Premium-Abodienst zwei Monate gratis zur Probe zur Verfügung und hat auch Videos und Podcasts im Angebot. Bei den sozialen Funktionen hat Spotify gegenüber Apple zurzeit die Nase vorn.

Nach der Apple-Music-Ankündigung steht Spotify vor allem beim Familien-Abo unter Zugzwang, kostet jenes für eine Großfamilie doch doppelt so viel bei Apple Music. Wie Theverge.com berichtet, überlegt man sich beim schwedischen Musikanbieter bereits Preisanpassungen.

Wohlklingend: Tidal

Auch Rap-Mogul Jay-Z möchte sich mit Tidal ein Stück vom Streaming-Kuchen abschneiden. Das könnte vor allem im Mobilbereich wegen der stark positionierten Konkurrenz schwierig werden. Zwar hatte der Service bei seinem Launch im März eine Mediathek von 25 Millionen Songs und 75.000 Videos sowie kuratierte Wiedergabelisten am Start. Allerdings ist Tidal in lediglich 25 Ländern verfügbar. Der Streaming-Dienst zählt über 770.000 Nutzer (Stand Ende April).

Tidal versucht, mit einer aggressiven Strategie Künstler an sich zu binden. So schaffte es Jay-Z im letzten Herbst, dass Pop-Ikone Taylor Swift sämtliche Songs von Spotify zurückziehen ließ. Als zusätzlichen Anreiz macht Tidal erfolgreiche Musiker zu Miteigentümern. Dazu zählen Coldplay, Madonna, Kanye West, Rihanna, Nicki Minaj. Das heißt allerdings nicht, dass die Künstler ihre Songs nur noch über Tidal vertreiben.

Tidal liegt bei Musikfans vor allem wegen der guten Klangqualität des Premium-Abos im Ohr. Das kostet extra, wird aber von keinem anderen Streamingdienst angeboten.

Die Preise:

Apple:

Das Apple-Music-Abo soll nach Ablauf von drei Gratis-Test-Monaten 9,99 US-Dollar kosten. Das Familien-Abo für bis zu sechs Personen soll für 14,99 Dollar zu haben sein. Wer es nutzen will, muss die Familienfreigabe auf iCloud aktivieren.

Spotify:

Nur Spotify bietet ein kostenloses Grundangebot an. Mit Spotify Free können Nutzer Playlists oder Künstler via Shuffle-Funktion auf ihren Mobilgeräten hören, allerdings mit Werbung. Sechs Tracks können pro Stunde übersprungen werden. Spotify Premium kostet in den USA derzeit 9,99 Dollar, eine zweiköpfige «Familie» bezahlt für den Service 14,99 US-Dollar im Monat. Ein fünfköpfiger Haushalt muss für Spotify Premium 29,99 Dollar berappen.

Tidal:

Der kostenpflichtige Tidal-Service schlägt im Basis-Abo mit 9,99 Dollar zu Buche und bietet dann Musik in MP3-Qualität. Wer sich seine Lieblingssongs in CD-Qualität zu Gemüte führen möchte, muss dafür 19,99 Dollar berappen. Tidal kann zwei Monate lang gratis probegehört werden.

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