Aktualisiert 06.04.2016 18:16

Kein PC-ErsatzSo schlägt sich das neue iPad Pro im Test

Apple bewirbt das neue iPad Pro als PC-Ersatz. Im Alltag stösst man mit dem neuen Tablet aber an Grenzen, wie ein Test zeigt.

von
tob

Das iPad Pro ist die «Zukunft des Personal Computing» – mit diesem Spruch bewirbt Apple das neue iPad Pro mit 9,7-Zoll-Display. Von den technischen Daten her entspricht das Gerät mehrheitlich dem Innenleben des ebenfalls iPad Pro genannten XXL-Bruders.

Ein paar Dinge wurden verbessert, zum Beispiel das Display oder die Kamera. Ein kleiner Dämpfer: Mit der besseren Kamera ragt die Kameralinse nun auch beim iPad hervor. Im Vergleich zum iPhone wackelt das iPad aufgrund der grösseren Fläche aber nicht, wenn es flach auf dem Tisch liegt.

iPad als Schreibmaschine

Doch kann ein solches Tablet den Computer wirklich ersetzen? Ja, für einen Teil der Nutzer. So wird das iPad Pro mit dem Smart Keyboard (159 CHF) zur digitalen Schreibmaschine. Das Tippen darauf ist relativ angenehm, jedoch sind die Tasten etwas klein. Für kürzere Texte reicht es aber aus. Was man wissen sollte: Das Smart Keyboard gibt es bisher nur mit einem US-Layout.

Ideal ist das Gerät fürs Surfen im Netz oder um Social-Media-Feeds zu checken. Auch das Schauen von Filmen oder Serien macht dank den druckvollen Boxen Spass. Doch dem Arbeiten auf dem Pro sind Grenzen gesetzt. Auf dem Gerät läuft mit iOS 9 schliesslich ein mobiles Betriebssystem.

Laptop? Besser nicht!

Klar, mittlerweile sind Apps wie die Office-Umgebung oder auch Photoshop als abgespeckte mobile Anwendungen verfügbar. Doch wer auf spezifische Apps fürs Arbeiten angewiesen ist, sollte vorher prüfen, ob diese verfügbar sind, oder ob es Alternativen gibt. Vom Einsatz des iPad Pro mit der Tastatur auf dem Schoss, also wortwörtlich als Laptop, ist abzuraten, da es aufgrund der kleinen Auflagefläche eine ziemlich wackelige Angelegenheit ist.

Das Fazit

Der Bildschirm des iPad pro ist eine gute Weiterentwicklung. Er spiegelt weniger, was den Einsatz draussen angenehmer macht. Sehr praktisch ist, dass das True-Tone-Display die Displayfarben in Abhängigkeit vom Umgebungslicht anpasst. Farben wirken damit in allen Situationen natürlicher. Die Wirkung ist subtil. Erst wenn man die Funktion manuell deaktiviert, merkt man, dass der Screen ohne True-Tone-Funktion einen Blaustich hat. Alles in allem ist das iPad Pro ein sehr gelungenes Tablet.

Der Haken? Der Preis. Das Basismodell mit Wlan und 32 GB Speicher kostet 689 Franken. Nimmt man noch das Smart Keyboard (159 Franken) und den Pencil (109 Franken) mit dazu, beträgt das Total 957 Franken. Zum Vergleich: Das 32-GB-Modell des Pixel C von Google (hier im Test) mitsamt Tastatur (ohne Stift) kostet 718 Franken.

Teurer wird es beim iPad Pro aber in der Version mit LTE und 256 GB Speicher samt Zubehör. Hier muss man sagenhafte 1467 Franken hinblättern. Für weniger Geld kann man sich auch ein Macbook mit 256 GB Speicherplatz kaufen, oder ein Microsoft Surface Pro 4 inklusive Tastatur.

Technische Daten

A9X-Chip, Touch ID, 12-MP-Kamera (4K-Video), Retina-Display (9,7"), Apple Pencil und Smart Keyboard optional. Farben: Silber, Gold, Spacegrau, Rosegold. Speicher: 32, 128 oder 256 GB. Gewicht: 437 Gramm. Fest verbaute Apple-SIM (LTE-Modell) sowie zusätzlicher SIM-Slot.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.