Aktualisiert 02.06.2018 14:11

Vaterschaftsurlaub

So schlecht schneidet die Schweiz international ab

Im Vergleich mit anderen Ländern ist die Schweiz beim bezahlten Vaterschaftsurlaub besonders knauserig. Eine Übersicht.

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bz/pam
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Der Glass-Ceiling-index der Zeitschrift «Economist» generiert aus Faktoren wie etwa höhere Bildung, Frauenanteil im Management oder Mutter- und Vaterschaftsurlaub einen Index. Dieser zeigt, wo arbeitstätige Frauen die besten Bedingungen vorfinden.

Der Glass-Ceiling-index der Zeitschrift «Economist» generiert aus Faktoren wie etwa höhere Bildung, Frauenanteil im Management oder Mutter- und Vaterschaftsurlaub einen Index. Dieser zeigt, wo arbeitstätige Frauen die besten Bedingungen vorfinden.

Economist
Dass die Schweiz schlecht abschneidet, dürfte jene Kritiker in ihrer Sicht bestätigen, die Schweiz sei bei der Gleichstellung ein Entwicklungsland.

Dass die Schweiz schlecht abschneidet, dürfte jene Kritiker in ihrer Sicht bestätigen, die Schweiz sei bei der Gleichstellung ein Entwicklungsland.

Clemens Bilan
Beim Vaterschaftsurlaub bildet die Schweiz wie ...

Beim Vaterschaftsurlaub bildet die Schweiz wie ...

Keystone

Nach der Geburt ihres Kindes geht es für Väter bald wieder zurück an den Arbeitsplatz. Am Freitag schmetterte der Bundesrat die Initiative für eine Vaterschaftsversicherung ab. Die Initiative verlangte, dass Väter einen gesetzlichen Anspruch auf einen mindestens vierwöchigen Vaterschaftsurlaub erhalten.

International belegt die Schweiz damit weiterhin mit Ländern wie den USA, Israel oder Irland beim bezahlten Vaterschaftsurlaub die letzten Plätze. An der Spitze stehen Japan und Südkorea. Da der Urlaub in der Leistungsgesellschaft als Schwäche gesehen wird, lösen die dortigen Väter die bezahlte Papi-Zeit aber gar nicht ein.

12 Wochen Urlaub bei Google

Laut einer Erhebung des Arbeitnehmerdachverbands Travail.Suisse von 2017 sind für fast die Hälfte der einem Gesamtarbeitsvertrag unterstellten Arbeitnehmenden nach wie vor nur ein bis zwei Tage Vaterschaftsurlaub vorgesehen. Grössere Firmen sind grosszügiger. Bei Google können Väter zwölf Wochen zuhause bleiben. Auch der US-Konsumgüter Johnson & Johnson gab Vätern per Ende 2017 Anrecht auf acht Wochen bezahlten Elternurlaub.

Wer bei Mobility, Ikea, Axa, Liip oder der Alternativen Bank arbeitet, erhält 20 Tage Vaterschaftsurlaub. Angestellte von IBM Schweiz, der Mobiliar, Migros oder der Raiffeisen werden 15 Tage gewährt. Zehn Tage bieten die UBS, die Swisscom oder die SBB.

Knauseriger sind Coop, Zurich, Swiss Life oder ABB Schweiz mit nur fünf Tagen. Am wenigsten lang wegbleiben dürfen Väter laut einer Auswertung von «Watson», die bei Emmi, Greka oder Galaxus (2 Tage) arbeiten. Die Gemeinde Sarnen und der Kanton Obwalden bilden mit einem Tag das Schlusslicht.

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