Eindruck täuscht nicht - So schlecht war der Sommer bis jetzt im Vergleich zu den letzten drei Jahren
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Eindruck täuscht nicht So schlecht war der Sommer bis jetzt im Vergleich zu den letzten drei Jahren

Die Meteorologen bestätigen, was wohl die meisten so empfinden: Der diesjährige Sommer war bis jetzt einer zum Vergessen. Das Jahr schneidet im Vergleich schlecht ab – ganz so anders war es letztes Jahr aber nicht.

von
Patrick McEvily
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Der Sommer 2021 war gemäss Meterologen klar schlechter als die vorangehenden drei (im Bild: Campingplatz in Tenero TI)

Der Sommer 2021 war gemäss Meterologen klar schlechter als die vorangehenden drei (im Bild: Campingplatz in Tenero TI)

20min/News-Scout
Gefühlt regnet es ohne Ende, vielerorts kam es nach den schlimmen Unwettern zu Überschwemmungen, wie hier am Vierwaldstättersee Mitte Juli. 

Gefühlt regnet es ohne Ende, vielerorts kam es nach den schlimmen Unwettern zu Überschwemmungen, wie hier am Vierwaldstättersee Mitte Juli.

20min/News-Scout
Im Norden wurde dann auch 100mm mehr Regen gemessen als im Vorjahr. (Im Bild: Bielersee am 15.07.21)

Im Norden wurde dann auch 100mm mehr Regen gemessen als im Vorjahr. (Im Bild: Bielersee am 15.07.21)

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Der Sommer 2021 war nicht nur wegen Corona eher anstrengend: Es regnete viel und die Sonne schien nur selten.

  • 2018 und 2019 zeichnete sich ganz ein anderes Bild: Damals gab es Hitzetage zuhauf, dafür herrschte teilweise Dürre.

  • Der Sommer 2020 war aber gar nicht viel besser: Die Temperaturen fielen im Norden genau gleich tief aus wie dieses Jahr.

Ein Gewitter nach dem nächsten, Flüsse und Seen, die über die Ufer traten und gefühlt nur eine Handvoll Tage, an denen das Thermometer mal an der 30-Grad-Grenze kratzte: Der Sommer 2021 neigt sich dem Ende zu, und wettermässig wird er wohl in keiner guten Erinnerung bleiben. Die Expertinnen und Experten von Meteonews haben nun den Vergleich zu den vergangenen drei Jahren angestellt (Stichtag 05.08.2021). Das Ergebnis erstaunt nicht: Der diesjährige Sommer brachte tiefe Temperaturen, wenig Sonnenstunden und viel Niederschlag. Untersucht wurden die Messstationen Lugano für den Süden und Zürich-Flughafen für den Norden.

In Zürich fehlten 200 Sonnenstunden

Die Meteorologen prophezeiten Ende Mai noch einen Super-Sommer. Doch es kam anders. Allein die Angaben für den vergangenen Hochsommermonat Juli sind ernüchternd: Fast keine Hitzetage und viel zu viel Regen. Im Tessin regnete es so viel, dass sogar ein Rekord aus dem Jahr 1918 egalisiert wurde. Davon hat es gar so viel gegeben, dass nun die nächste unangenehme Nebenerscheinung des Wetters folgt: Eine explodierende Mückenpopulation.

Im Norden war es mit 18,6 Grad dieses Jahr rund anderthalb Grad kühler als in den beiden Jahren 2018 und 2019. Richtig extrem war es bei den Hitzetagen: Da gab es sowohl im Norden als auch im Süden gerade einmal eine Handvoll (vier und fünf), während es im Jahr 2019 in Lugano ganze 23 und in Zürich immerhin 13 waren. Auch bei der Sonnenscheindauer zeigt sich, auf wie viel wir dieses Jahr verzichten mussten: Im Norden gab es in den beiden Jahren 2018 und 2019 jeweils über 600 Sonnenstunden; 2021 gerade einmal 426 (2020: 500).

Auch 2020 war kein Knüller-Sommer

In Erinnerung dürfte von diesem Jahr aber vor allem der viele und heftige Regen bleiben. In Zürich gab es über 100mm mehr Regen als im vergangenen Jahr (403mm ggü. 301). In fast allen Landesteilen kam es zu vielen und heftigen Gewittern. Richtig extrem ist auch die Statistik zu den Blitzschlägen: Mit 76’290 wurden in Lugano dieses Jahr mehr als drei Mal so viele gezählt, wie im nächst-turbulentesten Jahr 2019. Die momentane Lage unterscheidet sich damit grundlegend zum Sommer 2018. Damals herrschten bereits ab dem Frühling in vielen Teilen der Schweiz dürreähnliche Zustände.

Am 13. Juli wütete über der Stadt Zürich ein besonders heftiges Gewitter.

20Min

Was überrascht: Bereits im letzten Jahr war das Wetter nicht so super, wie es die Erinnerung vielleicht suggeriert. Im ersten Corona-Sommer waren die Temperaturen an der Messstation Zürich-Flughafen mit 18,6 Grad im Mittel bis zum 5. August diesen Jahres genau gleich tief wie dieses Jahr. In Lugano regnete es letztes Jahr sogar noch etwas mehr als dieses Jahr. Etwas Hoffnung machen die Profis von Meteonews immerhin für die kommende Woche: Es soll im Norden wieder schöner werden.

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