Geständnisse eines UBS-Kunden: So schleust man Millionen am Fiskus vorbei
Aktualisiert

Geständnisse eines UBS-KundenSo schleust man Millionen am Fiskus vorbei

Die US-Justizbehörden haben Details des Geständnisses des UBS-Kunden John MacCarthy veröffentlicht. Dieser hat am Freitag vor einem Gericht in Kalifornien erklärt, mit Hilfe der Schweizer Grossbank die US- Steuerbehörden umgangen zu haben.

Eine «Zusammenfassung der Fakten» von McCarthys Schuldeingeständnis wurde am Sonntag (Ortszeit) auf der Website des zentralkalifornischen Bundesbezirksgerichts in Los Angeles veröffentlicht. Demnach hatte McCarthy auf Anraten von UBS-Bankern bei der UBS ein Schweizer Konto eingerichtet, das auf den Namen einer Hongkonger Firma lautete.

Bezugsberechtigter des Kontos war laut seinem Geständnis McCarthy selbst. «Die UBS wusste davon», erklärte er dem Gericht. Das Schweizer Konto «wurde mit Hilfe eines Schweizer Anwalts eingerichtet, den die UBS-Vertreter McCarthy empfohlen haben».

Hongkong, Cayman-Inseln und Liechtenstein

McCarthy habe mehr als ein Konto bei der UBS in der Schweiz unterhalten, hiess es. Die Gelder seien via ein Konto McCarthys auf den Cayman-Inseln in die Schweiz transferiert worden. UBS-Vertreter hätten McCarthy zu solchen Transaktionen geraten. Die UBS-Banker hätten ihm erklärt, viele ihrer amerikanischer Kunden würden auf diesem Wege Geld am Fiskus vorbei schleusen.

Der kalifornische Geschäftsmann habe ausserdem gestanden, er habe zwischen 2003 und 2008 regelmässig persönlich, per Telefon, Fax sowie per E-Mail Kontakt zu UBS-Angestellten und zu seinem Schweizer Anwalt gehabt, um über seine UBS-Konten «zu diskutieren».

Das Dokument, das der Vereinbarung angefügt wurde, mit der McCarthy auf schuldig plädierte, führt weiter aus, dass der Schweizer Anwalt den Amerikaner darüber informiert habe, er habe eine weitere «Barriere» für ihn eingerichtet, um «seine Identität» vor den US-Behörden zu verbergen.

Dabei handle es sich um eine «Stiftung in Liechtenstein, die von einer anderen Struktur wie einer Firma in Panama oder Hongkong kontrolliert werde».

Zum Betrug angestiftet?

Im Dokument wird behauptet, die Bank und der Schweizer Anwalt hätten McCarthy gar dazu angestiftet, weitere Gelder vor den US-Behörden zu verstecken.

Der Anwalt habe seinen Klienten mehrfach davon überzeugt, seine Gelder nicht von den Schweizer UBS-Konten abzuziehen. Im Gegenteil, der Schweizer Anwalt habe McCarthy mit Schützenhilfe von UBS-Vertretern dazu gebracht, weitere Gelder aus den USA abzuziehen, heisst es.

Mit der Veröffentlichung der Details des Geständnisses setzen die USA die UBS weiter unter Druck. Erst am vergangenen Mittwoch hatten die Bank, die Schweiz und die US-Steuerbehörde einen Vergleich angekündigt, mit dem die UBS einen Prozess vor einem Bundesbezirksgericht in Florida abwenden konnten.

Die US-Steuerbehörde hatte in ihrer Klage die Herausgabe von 52 000 Datenstämmen von amerikanischen UBS-Kunden verlangt. Details des Vergleichs sollten in dieser Woche bekanntgegeben werden. Es wird damit gerechnet, dass nun weitere Daten von US-Kunden der UBS an die Amerikaner übergeben werden. Bereits im Februar hatte die IRS von der Bank die Herausgabe von 285 Datenstämmen erzwungen.

(sda)

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