Vergewaltigt und geschlagen: So schlimm behandelt Europa Flüchtlinge
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Vergewaltigt und geschlagenSo schlimm behandelt Europa Flüchtlinge

Nach einer traumatischen Reise wähnen sich viele Flüchtlinge in Europa in Sicherheit. Zu Unrecht.

von
cfr

Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika strömen nach Europa. Die Flut ebbt nicht ab: Allein seit Freitag retteten italienische Schiffe knapp 10'000 Menschen auf See. In Europa angekommen, hört für viele der Horror nicht auf. Die Unmenschlichkeit zeigt sich in vielerlei Formen – nicht selten direkt vor unserer Haustür.

Deutschland: «Leg dich in deine Kotze»

Vergewaltigungen, Zwangsprostitution und Gewalt gegen Frauen und Kinder: Alltag im überfüllten Flüchtlingsheim Bayernkaserne bei München. Allerdings findet dies oft zwischen den Flüchtlingen selbst statt, die auf kleinstem Raum aufeinanderhocken. Aber auch bayerisches Wachpersonal soll an sexuellen Übergriffen beteiligt sein, oder Gewalt anwenden.

Malak (11) aus dem Gaza-Streifen erzählt: «Ich habe gesehen, wie das Wachpersonal Menschen getreten hat.» Ihre Eltern und ihr Bruder bestätigen das. Auch sie hätten das beobachtet – mehr als nur einmal.

Auch im Flüchtlingsheim von Burbach in Nordrhein-Westfalen misshandelten Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes Asylbewerber. Das Ganze hielten sie im September 2014 in einem Handy-Video fest: Ein Mann liegt neben Erbrochenem am Boden – er wimmert. «Leg dich in deine Kotze und schlaf!», befiehlt ein Wachmann. Auf dem Handy findet die Polizei auch ein Foto: Ein Flüchtling liegt gefesselt am Boden. Ein Uniformierter setzt ihm den Stiefel in den Nacken. Ein zweiter Wachmann schaut zu.

Bulgarien: Stockschläge bis zur Bewusstlosigkeit

Diesen Donnerstag werden aus Bulgarien Fälle von Folter aus dem Gefängnis Busmantsi nahe der Hauptstadt Sofia bekannt. Der irakische Flüchtling R., den die Polizei statt in ein Auffanglager ins Gefängnis steckt, erzählt, dass Beamte ihn vergewaltigt hätten. Schutzsuchende erzählen aus bulgarischen Flüchtlingslagern von Stockschlägen bis zur Bewusstlosigkeit. Stundenlang dürfen sie nicht aufs WC, Kinder müssen ohne Decke auf dem Boden schlafen.

Karl Klopp von Pro Asyl erzählt 20 Minuten: «Zwei irakische Flüchtlinge erfroren, nachdem sie von bulgarischen Grenzbeamten brutal misshandelt, illegal in die Türkei gebracht und dort ihrem Schicksal überlassen worden waren.»

Serbien: Pfefferspray und Schläge gegen Kinder

Eine Gruppe von 20 Menschen aus Syrien und Afghanistan, darunter viele Kinder, berichtet Anfang dieses Jahres, wie die Polizei sie von der Strasse einsammelt. Sie müssen ihr Geld und ihre Handys abgeben, die Beamten beleidigen sie und sprühen zwei Flüchtlingen Pfefferspray in die Augen. Sie schlagen und treten auch die Kinder.

Griechenland: Kinder leben in Gefängnissen

Die Orte für Flüchtlinge in Griechenland bezeichnet Klopp als «nahezu menschenrechtsfreie Zonen». Migranten drohen noch immer willkürliche Verhaftungen. Bis sie als Asylbewerber oder Flüchtlinge registriert sind, sitzen sie bis zu 18 Monate in Internierungslagern. Auch Hunderte Flüchtlingskinder sässen in griechischen Gefängnissen, sagt Kopp.

In illegalen Operationen, sogenannten Push-Backs, wehren Grenzbeamte die ankommenden, erschöpften Flüchtlinge ab: Am 20. Januar 2014 versucht die griechische Küstenwache ein Flüchtlingsboot gewaltsam in Richtung Türkei zu schleppen. Dabei beginnt das Boot zu schlingern. Die Flüchtlinge schreien und zeigen auf ihre Kinder. Die Küstenwache kappt das Seil – das Boot sinkt. Acht Kinder und drei Mütter sterben.

Spanische Enklave Ceuta: Schüsse auf schwimmende Flüchtlinge

Anfang Februar 2014 schiessen Grenzwächter mit Gummigeschossen auf Flüchtlinge, die von Marokko zur spanischen Enklave in Nordafrika schwimmen. 15 Menschen ertrinken.

Italien: Nackt desinfiziert

In Italien müssen Flüchtlinge erniedrigende Gesundheitschecks über sich ergehen lassen. 2013 zeigt der italienische TV-Sender RAI, wie Beamte splitternackte Migranten mit einem Mittel gegen Krätze abspritzen. Diese Praxis gibt es auch an der griechisch-türkischen Grenze, wie Cyrielle Guguenot von Amnesty International Schweiz sagt: «Flüchtlinge müssen sich ausziehen, ihnen werden ihre Habseligkeiten weggenommen und sie werden mit Waffen bedroht, bevor man sie in die Türkei zurückschiebt.»

Amnesty International

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