Aktualisiert 14.03.2020 17:47

Einreisestopp

So schlimm ist Trumps Reiseverbot für die Airlines

Die USA machen die Grenze für Reisende aus dem Schengen-Raum wegen des Coronavirus zu. Ein Experte sagt, was Airlines und Flugpassagieren nun droht.

von
F. Pöschl

US-Präsident Donald Trump hat auf Freitag einen Einreisestopp für Reisende aus dem Schengen-Raum in die USA verhängt. Von dem Verbot betroffen sind auch Schweizer Passagiere und Fluggesellschaften. Michael Winkler, Analyst für Airlines bei der ZKB, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Einreisestopp:

Was bedeutet Trumps Entscheid für die Fluggesellschaften?

Das Coronavirus setzte dem Flugverkehr schon vorher stark zu, als etwa Reisen nach China gestoppt wurden. Doch der jetzige Einreisestopp trifft die Airlines noch stärker. Vom Volumen seien Flüge in die USA um ein Vielfaches bedeutender als nach Asien, sagt Winkler zu 20 Minuten. Um variable Kosten zu senken, würden Flugzeuge gegroundet. Fixkosten wie etwa Löhne liessen sich mit Kurzarbeit abfedern.

Droht den Airlines nun eine Krise wie nach den Terroranschlägen am 11. September 2001?

Damals war der Flugverkehr über den USA nur für wenige Tage eingestellt. Das jetzige Verbot gilt vorerst für 30 Tage. Die Situation könnte für die Airlines also noch viel schlimmer werden. Weil die Entwicklung unklar ist, will ZKB-Analyst Winkler aber keine Prognose machen. «Wir wissen nicht, wie schnell die Menschen nach dem Verbot wieder Lust aufs Fliegen haben, insbesondere, falls sich Wirtschaft und Konsumenten bald in einer Rezession befinden sollten», sagt Winkler.

Wen trifft der Entscheid besonders hart?

Besonders für kleine Fluglinien mit schlechter Kapitalausstattung wird es schwierig, die Durststrecke zu überstehen, wie Winkler sagt. Bei nationalen Fluggesellschaften geht er davon aus, dass der Staat versuchen wird, eine Pleite abzuwenden. Mit weiteren Flugverboten könne sich aber alles wieder ändern.

Was müssen Flugreisende nun beachten?

Die Swiss und Lufthansa bieten an, alle Tickets umzubuchen, wie ZKB-Analyst Winkler sagt. Er weist aber darauf hin, dass Fluggesellschaften in Konkurs gehen könnten, wenn das Verbot länger dauert. «Dann verfällt auch das Ticket, das ich gebucht habe», sagt Winkler. Wer also demnächst zu einer exotischen Destination mit einer heute schon finanziell schwächelnden Airline fliegen will, muss sich bewusst sein, dass es die Fluggesellschaft dann eventuell gar nicht mehr gibt.

Wie geht es weiter und was ist mit dem Frachtverkehr?

Das Verbot gilt für 30 Tage. Es betrifft nur den Personenverkehr. Handel und Frachtverkehr sind von dem Stopp ausgeschlossen, wie Trump auf Twitter schreibt.

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