Aktualisiert 20.06.2018 15:51

Festival-Sommer

So schön anders ist das Paléo Festival in Nyon

Gleich neben dem Genfersee findet das grösste Musik-Festival der Schweiz statt. Das Open Air besticht jedoch nicht durch Superlative, sondern Charme und Abwechslung.

von
cho
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Gut 230'000 Menschen haben heuer beim Paléo-Festival gesungen, getanzt und gefeiert.

Gut 230'000 Menschen haben heuer beim Paléo-Festival gesungen, getanzt und gefeiert.

Keystone/Jean-christophe Bott
Einer der ganz Grossen, der auf der Bühne stand, war Jason Kay von Jamiroquai.

Einer der ganz Grossen, der auf der Bühne stand, war Jason Kay von Jamiroquai.

Keystone/Martial Trezzini
Aber auch die Red Hot Chili Peppers gaben ein Ständchen...

Aber auch die Red Hot Chili Peppers gaben ein Ständchen...

Keystone/Valentin Flauraud

Es dauert jeweils nur wenige Stunden, und der Grossteil der Tickets für das Paléo Festival bei Nyon ist weg – und dies trotz seiner enormen Grösse: Fast 40'000 Menschen tummeln sich hier pro Festivaltag. Vom 18. bis 23. Juli haben heuer insgesamt über 230'000 Menschen auf dem Festivalgelände gesungen, getanzt und gefeiert.

Damit ist das Festival neben dem Genfersee das Grösste der Schweiz – und dennoch eine Perle in der hiesigen Festivallandschaft. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Open Airs setzt das Paléo nicht nur auf grosse Headliner. Auf den insgesamt sieben Bühnen spielen oft kleinere, unbekannte Acts, die aber bereits grosses Spektakel bieten.

Ein Teil der Welt ist zu Besuch

Zudem legen die Organisatoren viel Wert auf ein ausgeprägtes, kulturelles Angebot. So verwandelt sich das «Village du Monde» jedes Jahr in einen anderen Teil des Planten – mit entsprechendem Musik- und Kulinarik-Angebot. Dieses Jahr konnten die Besucher am Paléo Festival in die südamerikanische Kultur eintauchen. Grosse Maya-Piramiden mit vielen bunten Wimpel liessen Besucher klettern und staunen.

Gestaunt wurde jedoch nicht nur dort, am obersten Gipfel des 84 Hektar grossen Areals. Fast an jeder Ecke stehen Kunstinstallationen, die es zu entdecken gilt. Die Fachhochschule Westschweiz baut jährlich eine begehbare Skulptur für die Besucher – manchmal gar eine ganze Spielwiese. Weiter sorgen auf dem Gelände immer mal wieder kleine, spontane Darbietungen für unerwartete Unterhaltung. Und wer eine Pause vom Festivaltrubel braucht, findet seine Ruhe im Künstlerdorf «La Ruche», wo Zirkus- und Strassenkünstler ihr Können zeigen und ein etwas anderes Festival-Erlebnis bieten.

Blaue Bilanz trotz schlammigem Boden

Es war die 42. Ausgabe, welche heuer über die Bühne ging. Der Non-Profit-Verein Paléo, welcher das Open Air auf die Beine stellt und von rund 4'800 ehrenamtlichen Helfern unterstützt wird, spricht von einer «sehr schöne Ausgabe mit einer himmelblauen Bilanz.» Das Publikum habe sich von den paar Regentropfen nicht die Stimmung vermiesen lassen, meinte Organisator Daniel Rossellat am Sonntag vor den Medien.

Damit hat er recht. Trotz einiger regenreicher Stunden und viel, viel Schlamm haben sich die Besucher den Spass nicht nehmen lassen – im Gegenteil: Eine Gruppe von gut 30 Menschen lieferte sich während einem Konzert auf der «Le Détour»-Bühne eine gigantische Schlammschlacht. Zwischen den fliegenden Matschballen wurde getanzt, gelacht und geküsst – auch das ist Paléo.

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