Sicherheit im Netz: So schützen Sie Ihre Daten in der Cloud
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Sicherheit im NetzSo schützen Sie Ihre Daten in der Cloud

Sind vertrauliche Informationen auf externen Rechnern vor dem Zugriff Unbefugter sicher? Dass Hacker kürzlich an intime Fotos von Stars gelangten, lässt daran Zweifel aufkommen.

von
Mae Anderson
Wie sicher sind Ihre in der Cloud abgespeicherten Daten, und wie können Sie sich vor Hacker-Angriffen schützen?

Wie sicher sind Ihre in der Cloud abgespeicherten Daten, und wie können Sie sich vor Hacker-Angriffen schützen?

Nach dem Auftauchen Dutzender Nacktfotos von Prominenten im Internet sind an der Sicherheit von Online-Speicherdiensten wie der iCloud Zweifel aufgekommen. Gespeichert waren die Bilder in der sogenannten Cloud, also auf externen Rechenzentren. Dieses System, Cloud Computing genannt, wird zum Speichern persönlicher Daten immer häufiger genutzt. Nur: Wie sicher sind die Dienste?

Was ist die Cloud?

In der Cloud («Wolke») können Fotos, Dokumente, E-Mails und andere Daten auf weit entfernten Rechnern gespeichert werden. Unternehmen wie Amazon, Apple, Google und Microsoft bieten derartige Dienste an, aber auch kleinere Firmen wie Dropbox und Evernote.

Das Verfahren spart Speicherplatz auf Computern, Smartphones und Tablets. Es bietet Nutzern von jedem Gerät aus Zugang zu den Informationen. Wer beispielsweise sein Smartphone verliert, verliert damit nicht gleichzeitig auch seine Urlaubsfotos. Der Nachteil ist, dass die Informationen ausgelagert sind. Damit besteht grundsätzlich das Risiko eines Hackerangriffs.

Ist die Cloud sicher?

Überwiegend ja. Unternehmen investieren viel, um sicherzustellen, dass die persönlichen Daten der Kunden privat bleiben. «Die kurze Antwort ist, dass die Cloud häufig sicherer ist als andere Speicherarten», sagt Rich Mogull, Chef der Sicherheitsfirma Securosis. Das bedeutet aber nicht, dass das System nicht manipuliert werden kann. «Es gibt eine Menge Angreifer, die viel Zeit haben», sagt Mogull.

Wie können Nutzer ihre Daten sicherer machen?

Gute Passwörter für den Zugang zu den Konten sind wichtig. Tim Bajarin vom Technologieunternehmen Creative Strategies empfiehlt, für jedes Online-Konto ein anderes Passwort zu nutzen. Sollte eines davon geknackt werden, sind die anderen Konten nicht gefährdet. Jedes Passwort sollte darüber hinaus eine Zahl und ein Satzzeichen enthalten. Auch kreative Schreibweisen eines Wortes erschweren das Entschlüsseln. Einfache Worte oder bekannte Geburtsdaten sollten als Passwörter vermieden werden. Besonders wichtig ist ein gutes Passwort, wenn Nutzer sensible Daten online speichern.

Weiteren Schutz vor Hackern bietet die mehrstufige Authentifizierung: Wer sich erstmals von einem neuen Gerät in ein Konto einloggt, wird nach einer zweiten Art der Identifizierung gefragt. Üblicherweise wird dann ein Textcode auf das Smartphone oder eine E-Mail zugesandt. Ein Hacker, der das Passwort eines Nutzers gestohlen hat, bräuchte dann immer noch dessen Smartphone, um an den Text zu gelangen. Die wichtigsten Cloud-Dienste wie Apples iCloud, Google Drive und Dropbox bieten diesen Schutz.

Wie erkenne ich, ob mein Smartphone oder Computer Informationen in die Cloud hochlädt?

Dazu muss sich der Nutzer beim Cloud-Dienst angemeldet und die Nutzungsbestimmungen akzeptiert haben. Das kann aber schon längere Zeit zurückliegen. Wer sich nicht sicher ist, sollte in den Einstellungen seines Smartphones nachsehen.

Sind meine Bankzugangsdaten gefährdet?

Ja, sofern für das Online-Banking dasselbe Passwort wie für andere Websites genutzt wird und für die Bank-Website keine mehrstufige Authentifizierung verwendet wird. Allerdings zählt die Übertragung von Bankdaten im Internet zu den am besten geschützten. Dazu werden die Informationen verschlüsselt. Ob dies für eine Seite zutrifft, lässt sich vor deren Adresse an der Abkürzung «https» für «sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll» erkennen.

Bleiben meine Fotos und andere Daten in der Cloud, wenn ich sie gelöscht habe?

Das sollten sie nicht. Die meisten Cloud-Dienste löschen die Daten aus der Cloud, wenn der Nutzer etwas von seinem Smartphone oder Computer entfernt hat - zumindest, sobald sich das Gerät mit dem Online-Dienst synchronisiert hat. Wer sich davon überzeugen will, kann online nachsehen. Alle Cloud-Dienste haben Websites, auf denen Nutzer überprüfen können, welche Daten gespeichert sind.

Wie kann ich auf die Speicherung in der Cloud verzichten?

Wer seine Daten nicht online speichern möchte, sollte in den Einstellungen seiner Geräte nachsehen. Es gibt andere Speichermöglichkeiten, etwa auf einer externen Festplatte oder dem Speicher des Geräts. «Wer wirklich sichergehen will, hält vertrauliche Informationen von seinem Provider fern und sichert sie auf althergebrachte Art auf einer externen Festplatte», sagt Avivah Litan vom IT-Forschungsunternehmen Gartner.

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