Aktualisiert 18.04.2014 19:32

FährunglückSo schwierig ist die Suche nach den Vermissten

Nach dem Fährunglück vor Südkorea werden immer noch rund 270 Personen vermisst. Die Suche nach ihnen ist voller Hindernisse, berichten beteiligte Taucher.

von
woz

«Hier, ins dritte Deck, da wollen wir hinein. Dort könnten Menschen überlebt haben, es könnte Hoffnung für deinen Neffen geben», versucht Ko Dae Hun einen alten Mann zu beruhigen. Der 41-Jährige ist ein ehemaliger Kampfschwimmer der südkoreanischen Marine und hilft bei den Rettungsarbeiten vor der Insel Jindo.

An der Stelle, wo die Fähre Sewol gesunken ist, ist das Meer 37 Meter tief. «Das hintere Oberdeck liegt also auf dem Meeresgrund, der Bug ragt aus dem Wasser, weil Luftkammern dem Schiff Auftrieb geben», zitiert «Spiegel Online» Ko.

Strömung behindert Arbeiten

Die Arbeiten sind auch für die Taucher nicht ungefährlich: «Wir haben nur jeweils eine halbe Stunde vor und nach der Ebbe Zeit», so Ko weiter. Davor und danach sei die Strömung zu stark.

«Wir sind hier nicht auf den Philippinen, wo man meterweit durchs Wasser sehen kann. Hier ist alles schlammig, die Sicht ist fürchterlich. Und das Wasser ist kalt, was nicht nur für die im Schiffsrumpf Eingeschlossenen, sondern auch für uns ein Problem ist», sagt Lee Won Tae, ein anderer ehemaliger Marine-Offizier, zu «Spiegel Online».

«Das Schlimmste wäre, wenn auf die erste Katastrophe eine zweite folgen würde»

Zudem liege das Schiff instabil im Wasser. «Keiner weiss, wohin es kippt. Das Schlimmste wäre, wenn auf die erste Katastrophe eine zweite folgen würde», sagte ein Kollege der beiden Taucher, dessen Namen nicht bekannt ist, zum Online-Portal.

Nach dem Fährunglück vom Mittwoch werden immer noch rund 270 Menschen vermisst. 28 Leichen wurden geborgen.

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