Bauprofile : So sehen die Jungen Grünen das Rütli
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Bauprofile So sehen die Jungen Grünen das Rütli

Die Jungen Grünen haben kurz vor dem 1. August Bauprofile auf dem Rütli aufgestellt. Mit der Aktion wollen sie ein Zeichen gegen die Zersiedelung setzen.

von
daw
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Was wird denn hier gebaut? Bauprofile stören die Rütli-Idylle.

Was wird denn hier gebaut? Bauprofile stören die Rütli-Idylle.

zvg
Augestellt haben sie die Jungen Grünen. Die Aktion war nicht bewilligt.

Augestellt haben sie die Jungen Grünen. Die Aktion war nicht bewilligt.

Ist bald auch das Rütli zubetoniert? Am symbolträchtigen Ort, an dem 1291 die alte Eidgenossenschaft geboren wurde, stören heute Morgen Bauprofile die idyllische Kulisse am Vierwaldstättersee.

Die Überbauung ausgesteckt haben die Jungen Grünen, welche die Holzlatten im ÖV auf das Rütli transportierten und dort in aller Frühe zusammenschraubten. Mit der Aktion wollen sie auf die zunehmende Zubetonierung der Schweiz aufmerksam machen.

Zeichen gegen Zersiedelung

«Jeden Tag wird eine Grünfläche von mehr als 8 Fussballfeldern verbaut. Immer mehr wertvolle unverbaute Landschaften gehen verloren», sagt Cyrill Bolliger, Fachsekretär Zersiedelung der Jungen Grünen. Die Botschaft sei klar: «Wir wollen keine Schweiz, die bis auf den letzten grünen Flecken verbaut ist.» In raumplanerischen Belangen mangle es in der Schweiz an Weitsicht.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga wird die Holzprofile bei ihrer 1.-August-Rede allerdings nicht mehr zu Gesicht bekommen: Gegen Mittag haben die Jungpolitiker alle Spuren beseitigt – aus Angst vor juristischen Konsequenzen der unbewilligten Aktion. «Wir können uns keinen Anwalt leisten», so Bolliger.

«Hätten Aktion nicht bewilligt»

Tatsächlich hat die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), die die Rütli-Wiese verwaltet, keine Freude an der Aktion. «Es lag keine Erlaubnis vor und wir hätten die Aktion sicher nicht bewilligt», sagt Geschäftsleiter Lukas Niederberger. Er habe zwar Verständnis dafür, dass man einen so symbolträchtigen Ort für solche Aktionen nutze, aber: «So geht das natürlich nicht »

Mit juristischen Konsequenzen müssen die Jungen Grünen jedoch kaum rechnen. Laut Niederberger wird man zunächst das «konstruktive Gespräch» mit den Urhebern der Aktion suchen.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass das Rütli zum Ort politischer Aktionen wurde. So ersetzten in den 70er-Jahren jurassische Aktivisten die Schweizer Fahne durch die jurassische, in den 90er-Jahren wurde gar eine EU-Flagge gehisst.

* Update 26.07.2015, 16:10 Uhr: Die Aktion fand, anders als von den Jungen Grünen suggeriert, nicht heute, sondern bereits Mitte Juni statt. Wir bedauern die Fehlinformation.

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