Aktualisiert 18.03.2020 15:41

CoronavirusSo setzen andere Länder die Ausgangssperre um

In Spanien sorgen Drohnen dafür, dass sich die Menschen an die Ausgangssperre halten. In Frankreich braucht man eine schriftliche Bestätigung.

von
woz/hua
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Bis es dereinst ein Medikament oder einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt, ist neben Handhygiene und Abstand auch unser Immunsystem gefordert. Wie du deine Abwehrkräfte ohne viel Aufwand stärken kannst, erfährst du in der folgenden Bildstrecke.

Bis es dereinst ein Medikament oder einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt, ist neben Handhygiene und Abstand auch unser Immunsystem gefordert. Wie du deine Abwehrkräfte ohne viel Aufwand stärken kannst, erfährst du in der folgenden Bildstrecke.

epa/Christian Bruna
Empfehlenswert ist beispielsweise die Beachtung des sogenannten Bern-Prinzips, das der deutsche Mediziner Tobias Esch entwickelt hat.  Mit der Schweizer Hauptstadt hat das nichts zu tun.

Empfehlenswert ist beispielsweise die Beachtung des sogenannten Bern-Prinzips, das der deutsche Mediziner Tobias Esch entwickelt hat. Mit der Schweizer Hauptstadt hat das nichts zu tun.

Wikimedia Commons/PD
Die vier Buchstaben stehen vielmehr für Behaviour (Verhalten), Exercise (Bewegung), Relaxation (Erholung) und Nutrition (Ernährung).

Die vier Buchstaben stehen vielmehr für Behaviour (Verhalten), Exercise (Bewegung), Relaxation (Erholung) und Nutrition (Ernährung).

Keystone/Gaetan Bally

Spanien

Zur Überwachung der seit Sonntag geltenden Ausgangssperre setzt die spanische Polizei unter anderem auch Drohnen ein. So zum Beispiel in Madrid, der in Spanien von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffenen Region des Landes.

Die kleinen Fluggeräte tragen unter anderem Lautsprecher, mit denen die Menschen aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben.

«Wir werden nicht zögern, alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um deine Sicherheit und die Sicherheit aller zu schützen», schrieb die städtische Polizei in ihrem Twitter-Account, auf dem auch Videoaufnahmen des Drohneneinsatzes zu sehen sind.

Seit Inkrafttreten der Ausgangssperre sind die Strassen in Madrid und ganz Spanien nahezu leer. Die Menschen dürfen nur noch aus dem Haus, um Lebensmittel einzukaufen oder zur Apotheke, zum Arzt und zur Arbeit zu gehen. Oder den Hund auszuführen. Zudem darf man nach draussen, um Kinder, Ältere oder Hilfsbedürftige zu betreuen.

Belgien

In Belgien gilt von Mittwochmittag an eine fast dreiwöchige strenge Ausgangssperre. Ausnahmen gebe es nur für unbedingt nötige Wege, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès nach einer stundenlangen Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Dienstagabend in Brüssel, wo auch zahlreiche EU-Institutionen ihren Sitz haben.

Alle Unternehmen müssen wo immer möglich Homeoffice einführen, sonst drohen hohe Bussgelder. Die Regierung habe die Entscheidung nicht leichtfertig genommen, sagte Wilmès, sondern weil die Entwicklung des Coronavirus sie dazu zwinge. Es gehe darum, «unsere Liebsten zu schützen».

Die Bürgerinnen und Bürger dürften bis einschliesslich 5. April nur noch zur Arbeit zum Lebensmitteleinkauf und wenigen anderen Besorgungen wie Post- und Bankgeschäften aus dem Haus gehen. Spaziergänge und andere «physische Aktivitäten an der frischen Luft» bleiben jedoch erlaubt – und werden sogar angeraten, sagte die Regierungschefin. Allerdings dürfe man nur mit einem Angehörigen oder einem Bekannten zugleich unterwegs sein.

Apotheken, Tierfutterläden und Buchhandlungen dürften ebenso wie Supermärkte weiter öffnen. In jedem Coiffeursalon dürfe sich nur ein Kunde aufhalten.

Italien

Hunde sind auch in Zeiten der Coronavirus-Krise der beste Freund des Menschen. Wer in Italien einen Hund besitzt, nutzt ihn jetzt gern als Ausrede, um trotz der Ausgangssperre ins Freie zu kommen. Unzählige Hundebesitzer sind trotz geschlossener Parks und Grünflächen täglich auf den Strassen unterwegs. Hunde auszuführen, ist zwar nicht verboten, die Behörden beklagen jedoch einen starken Zuwachs an Menschen mit Vierbeinern in den Städten.

«Wir erleben Tage, an denen alles auf dem Kopf steht. So ist das bis vor kurzem lästige Gassigehen für jedes Familienmitglied zu einer begehrten Aufgabe geworden, um den vier Wänden zu entrinnen. Jeder meldet sich freiwillig als Dogsitter, auch die Nachbarn, die sich ewig wegen des Bellens beklagten», scherzte der Journalist Massimo Gramellini in seiner täglichen Rubrik in der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera».

Die Italienerinnen und Italiener nutzen jedes Gassigehen, um an die frische Luft zu kommen. (Bild: EPA)

Wegen des Frühlingswetters mit Temperaturen um die 20 Grad wird das Zuhausesitzen für viele Italiener zur wahren Tortur. So ziehen sich immer mehr Menschen Trainingsanzug und Running-Schuhe an und laufen auf den Strassen. Schliesslich sind Sportaktivitäten im Freien nicht verboten, solange man nicht in Gruppen läuft und die Distanz zu anderen Personen einhält.

Die Polizei geht hart vor, wenn man ohne überzeugenden Grund auf der Strasse erwischt wird. In fünf Tagen wurden 27'000 Personen wegen Verstössen gegen die Quarantäne-Vorschriften angezeigt. Insgesamt wurden 665'480 Personen kontrolliert.

Frankreich

Wer in Frankreich ab Dienstagmittag das Haus verlassen will, kann dies nur noch mit einem Formular tun. Wegen der im Kampf gegen das Coronavirus verhängten Ausgangssperre sollen die Menschen im Land nur vor die Tür, wenn es unbedingt notwendig ist.

Erlaubt ist: Lebensmittel einkaufen, zur Arbeit fahren, zum Arzt gehen, Kinder zur Betreuung bringen, Hilfsbedürftigen helfen oder allein Sport machen. Auch Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten können, dürfen ihre Wohnung verlassen. Den Grund müssen die Menschen auf einem Formular ankreuzen sowie ihren Namen, ihr Geburtsdatum und den Wohnort eintragen.

Das Dokument lässt sich auf der Regierungsseite herunterladen und ausdrucken. Wer keinen Drucker hat, muss ein selbst geschriebenes Formular mit sich führen. Menschen, die sich nicht an die Vorgaben halten, müssen bis zu 135 Euro Strafe zahlen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montagabend in einer TV-Ansprache eine zunächst 15-tägige Ausgangssperre wegen des neuartigen Coronavirus verhängt.

Österreich

Auch in Österreich wird das öffentliche Leben weiter drastisch eingeschränkt. Das Land müsse wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 auf Notbetrieb heruntergefahren werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Sonntag.

Es gebe nur noch drei Gründe, das Haus zu verlassen: um zum Arbeitsplatz zu kommen, um notwendige Einkäufe zu machen und um anderen zu helfen. Von einer Ausgangssperre sprach Kurz aber nicht. Basis für die Massnahmen wird ein Sondergesetz, das das Parlament noch am Sonntag beschliessen wollte. (woz/hua/sda)

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